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08.03.2004

09:56 Uhr

Auftragseingang hat sich verdoppelt

EADS wieder in den schwarzen Zahlen

Der europäische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS hat 2003 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Nettogewinn betrug 152 Millionen Millionen, nach einem Minus von 299 Millionen Euro im Jahr 2002. Der zweitgrößte Flugzeugbauer erhöhte zudem für dieses Jahr seine Gewinnprognose.

HB PARIS. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten (Ebit) sei dank soliden Wachstums der zivilen Flugzeugsparte Airbus und des Verteidigungsgeschäfts 2003 um acht Prozent auf 1,543 (Vorjahr: 1,426) Mrd. Euro gewachsen, teilte das Unternehmen am Montag in Paris mit.

EADS war 2002 wegen der Krise der Luftfahrtbranche, Abschreibungen und Problemen der defizitären Raumfahrtbranche in die roten Zahlen geraten.

Der Umsatz sei 2003 leicht auf 30,133 (29,901) Mrd. Euro gestiegen, teilte der im MDax und an der Pariser Börse notierte Konzern weiter mit. Hauptstütze bleibt der Flugzeugbauer Airbus, der einen Umsatz von rund 19 (19,5) Mrd. Euro erzielte. Der Auftragseingang habe sich auf 61,15 Mrd. Euro verdoppelt. Der Auftragsbestand im Verteidigungsbereich habe sich auf rund 46 Mrd. Euro verdoppelt, was für EADS wichtig ist, um seine Abhängigkeit vom stark konjunkturabhängigen zivilen Flugzeugbau zu verringern. Die Raumfahrtsparte weitete 2003 allerdings trotz einer Sanierung mit einem Abbau von tausenden Arbeitsplätzen ihren Verlust auf 400 (minus 268) Mill. Euro aus.

„Wir befinden uns nun am Wendepunkt und erwarten mittelfristig stärkeres Wachstum“, erklärten die Firmenchefs Rainer Hertrich und Philippe Camus. „Der für 2005 erwartete Aufschwung der zivilen Luftfahrt ist in Reichweite.“ Für 2004 erhöhte EADS seine Gewinnprognose und stellte nun ein Ebit von 1,8 Mrd. Euro nach bislang 1,7 Mrd. Euro in Aussicht. Dies hänge mit einer Umstellung bei der Bilanzierung zusammen, weswegen Entwicklungskosten stärker bei der Abrechnung berücksichtigt würden. Der Konzern bekräftigte, der Umsatz solle 2004 stabil bleiben, ausgehend von einem Euro-Kurs von 1,20 Dollar. Die in der Branche vielbeachtete Nettoliquidität sei auf 3,105 (2,370) Mrd. Euro gestiegen.

EADS konnte jüngst zwei spektakuläre Erfolge gegenüber dem US-Erzrivalen Boeing erzielen. Die Flugzeugtochter Airbus lieferte im vergangenen Jahr mit 305 Maschinen erstmals mehr aus als die Amerikaner. Bei dem Bieterwettstreit um einen milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der britischen Luftwaffe sicherte sich das EADS-Konsortium zudem exklusive Verhandlungsrechte. Die Europäer stoßen damit in einen der stärksten Wachstumsmärkte vor, der bislang monopolartig von den Amerikanern dominiert wird.

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