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05.01.2017

11:39 Uhr

Augmented Reality

BMW tanzt Tango mit Google

VonMarkus Fasse

Eine virtuelle Fahrt über Armaturen und Ziernähte: BMW nutzt als erster Autobauer Augmented Reality für den Autoverkauf. Für die Entwicklung der App haben die Münchener mit dem Tech-Riesen Google zusammengearbeitet.

CES Las Vegas

Futuristisch und wenig Schnickschnack – Sind das die Autos der Zukunft?

CES Las Vegas: Futuristisch und wenig Schnickschnack – Sind das die Autos der Zukunft?

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Las VegasMit einem Fingertipp ist das Auto plötzlich da. Gestochen scharf zeigt der Bildschirm von Stefan Biermanns Smartphone einen BMW „i3“ genau dort, wo vorher eine leere Bühne war. Langsam nähert sich Biermann dem Auto, öffnet die Türen, fährt mit dem Bildschirm durch das Interieur. Sogar das Radio lässt sich anschalten, ein cooler Elektrobeat umspielt die virtuelle Fahrt über Armaturen und Ziernähte.

„Wir sind der erste Hersteller, der Augmented Reality für den Autohandel einsetzt“, sagt Biermann, der bei BMW den Vertrieb der Zukunft entwickelt. Das Verschmelzen von Computer animierten Visualisierungen mit Daten der Umgebung ist ein Trend auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Auf der Messe stellt der Autohersteller seinen „BMWi“ Vizualizer vor.

Augmented Reality : Virtuelle und reale Welt werden eins

Augmented Reality

Premium Virtuelle und reale Welt werden eins

Während sich Datenbrillen beim Kunden bislang nicht durchsetzen konnten, denken Konzernchefs bereits an den nächsten Schritt: gemischte Realität. Experten sprechen vom nächsten großen Ding.

Die auf Basis von Googles Tango-Plattform entwickelte App soll zunächst zwei Monate getestet werden. Händler und Kunden können sich die App über den Android-App Store herunterladen. Verfügbar sein werden zunächst nur die Elektromodelle „i3“ und „i8“. „Unser Ziel ist es, jedes Auto per Augmented Reality zum Händler zu bringen“, sagt Biermann.

Tatsächlich sieht BMW in der App mehr als eine Spielerei. Denn nicht nur die Münchener merken, dass die sich Abläufe im Autohandel dramatisch verändern. Die alten Regeln funktionieren nicht mehr: Besuchte vor zwanzig Jahren ein Kunde noch viermal vor einem Kauf ein Autohaus, so macht er das heute nur noch einmal. „Die Entscheidung fällt meist vorher im Internet“, sagt Biermann.

VR vs. AR – Verschiedene Welten

Virtual Reality

Nutzer bekommen eine Welt zu sehen, die am Computer entstanden ist - vom Mars über die Tiefsee bis hin zu Fantasiewelten. Sie tragen dafür eine Brille mit Displays. Die Realität wird durch diese Vorrichtung komplett ausgeblendet. Bei einigen Angeboten können sich die Nutzer auch in dieser virtuellen Welt bewegen.

Augmented Reality

Virtuelle Objekte werden in die reale Welt projiziert, fast so, als würden sich diese Objekte darin befinden. Für diese Verschmelzung wird die Umgebung gescannt. Die Software erkennt die Komponenten, etwa eine Schraube oder einen Stuhl, und fügt ihnen eine für den Nutzer wichtige Information hinzu.

Zwar bietet auch BMW aufwändige „Konfiguratoren“ im Internet, mit denen sich der Kunde sein Wunschauto in jeder Farbe und Ausstattung zusammenstellen kann. Doch das reicht längst nicht mehr im Zeitalter des mobilen Webs. Und so arbeitet BMW ebenso wie die Rivalen Daimler und Audi an neuen und individuelleren Wegen, um Interessenten zu erreichen.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Die Autohäuser liegen fernab der attraktiven Einkaufszentren. Ein Muster, mit dem der Elektropionier Tesla als erster radikal gebrochen hat und für seinen Vertrieb nur noch kleine Showrooms in hoch begehrten Innenstadtlagen nutzt. „Mercedes Me“ oder „Audi City“ heißen die Versuche der etablierten Autohersteller, nun ebenfalls in die Innenstädte vorzudringen. Doch in den teuren Innenstadtlagen lässt sich die mittlerweile stattlich gewachsene Modellpalette gar nicht mehr darstellen.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

05.01.2017, 12:21 Uhr

Braucht KEIN MENSCH!
Der Kunde will das Auto, was er kauft, in der Realiät anfassen, fühlen und Testfahren. Auto Simulationsspiele gibt es daheim mit der X-Box oder vor dem PC genauso gut, wenn nicht noch besser. Danke!

Herr Thomas Behrends

05.01.2017, 13:35 Uhr

Manchmal frage ich mich als Buchhalter eines mittelständischen Unternehmens, ob die Leute in den Großunternehmen, zu denen ja zweifelsohne auch BMW und Google gehören, über zuviel Tagesfreizeit verfügen, oder wie kommen diese völlig idiotischen Ideen dort zustande?

Diese "Produkte", und da gebe ich Herrn Hoffmann vollkommen recht, braucht wirklich kein Mensch.

Vielleicht sollten sich die Mitarbeiter in Großunternehmen mal zur Abwechslung wieder auf das konzentrieren wofür sie eingestellt wurden; nämlich zu arbeiten.

x y

05.01.2017, 13:49 Uhr

Es dient der Profitmaximierung.

Das Ziel ist gar keine Händler mehr zu haben. Sie schauen sich das Zuhause an und bezahlen nicht nur mit Geld sondern auch mit Ihrer Zeit indem Sie irgendwelche komischen Apps selber bedienen müssen, um zu erfahren was das Auto kann. Das könnte Ihnen ein Mensch wesentlich schneller beibringen.

Das gleiche System bezweckt man mit Supermärkten ohne Kassierer/-innen. Der Kunde soll die Rolle der Kassierer/-innen übernehmen und genauso viel bezahlen, wenn nicht sogar mehr. Der Profit steigt. Arbeitsplätze gehen verloren. Die Endkunden haben nichts davon.

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