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06.01.2010

13:52 Uhr

Ausblick

Baugewerbe sorgt sich um das Jahr 2011

VonAxel Granzow

Auch wenn die Konjunkturprogramme der Regierung ein wenig helfen – der Baubranche ging es schon 2009 nicht besondern gut. Nun erwarten Deutschlands Bauunternehmer auch für 2010 keine Trendwende.

Am Bau herrscht keine gute Stimmung. Quelle: dpa

Am Bau herrscht keine gute Stimmung.

ESSEN. Dem deutschen Baugewerbe droht für 2011 voraussichtlich ein böses Erwachen. Bislang sorgen zwar noch Konjunkturprogramme und Hilfen zur Kurzarbeit für eine Stabilisierung der Entwicklung. „Über 2011 schwebt aber das Damoklesschwert“, sagte Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) anlässlich der Essener Baufachmesse Deubau (12. bis 16. Januar). Es drohe die Gefahr eines Einbruchs der Baukonjunktur.

Anfang 2011 werde das Baugewerbe, eine der größten mittelständischen Branchen in Deutschland, zwar noch von Nachholeffekten der Konjunkturprogramme profitieren, sagte Robl. Doch ohne eine Fortsetzung und Verstetigung der milliardenschweren staatlichen Ausgabenprogramme für Verkehrsinfrastruktur und Hochbau über 2011 hinaus drohe der Absturz. Denn es sei noch völlig offen, ob die Konjunktur nach der Krise wieder anspringe und ob die nötige Konsolidierung der Staatsfinanzen überhaupt noch Spielraum für umfangreiche Investitionen lasse. Der größte Unsicherheitsfaktor sei das Investitionsvolumen der Kommunen infolge weiter rückläufiger Steuereinnahmen bei gleichzeitig steigenden Sozialabgaben. „Ich fürchte, die Investitionen werden gekürzt“, sagte Robl.

2010 pumpt allein der Bund zwölf Mrd. Euro in die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur und weitere 4,6 Mrd. Euro in den Hochbau. Daneben müssten auch die Länder weiter mitziehen, die für den bereits am Boden liegenden Wohnungsbau zuständig sind.

In diesem Jahr rechnet das Baugewerbe trotz staatlicher Hilfen mit einem Umsatzrückgang um 1,5 Prozent auf rund 81 Mrd. Euro, nach einem Minus von 3,8 Prozent 2008. Die Zahl der 700 000 Arbeitsplätze werde dank der Kurzarbeiterregelung nur leicht sinken, sagte Robl. Zulegen wird erneut der öffentliche Bau. Während der Wirtschaftsbau leicht nachgibt, zieht das Sorgenkind Wohnungsbau den Gesamtumsatz aber herunter.

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