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07.03.2014

11:18 Uhr

Ausgesetzte Verhandlung

Teldafax-Prozess wird neu aufgerollt

Die Pleite des Billigstromanbieters Teldafax ist eine der größten Insolvenzen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Prozess gegen die ehemaligen Vorstände muss nun aber ausgesetzt werden - wegen Fehlern der Juristen.

Die Verteidiger von Teldafax waren mit ihrer Besetzungsrüge erfolgreich. dpa

Die Verteidiger von Teldafax waren mit ihrer Besetzungsrüge erfolgreich.

BonnDer Strafprozess gegen ehemalige Topmanager des insolventen Billigstromanbieters Teldafax muss neu aufgerollt werden. Die Richter der zuständigen Wirtschaftsstrafkammer 7a am Bonner Landgericht gaben am Freitag den Besetzungsrügen der Verteidiger statt und setzten das Verfahren schon am zweiten Verhandlungstag aus. Die Strafkammer gehe davon aus, dass auf der Grundlage aktueller Rechtsprechung die Voraussetzungen für ihre Einrichtung als Hilfsstrafkammer im Sommer 2013 nicht vorgelegen hätten, hieß es zur Begründung.

Die Teldafax-Pleite war einer der aufsehenerregendsten Firmenzusammenbrüche in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Staatsanwaltschaft Bonn wirft dem Gründer des Unternehmens, Michael Josten, und den späteren Vorstandschefs Klaus Bath und Gernot Koch Insolvenzverschleppung, gewerbsmäßigen Betrug sowie Bankrott vor.

Teldafax hatte erst am 14. Juni 2011 einen Antrag auf Insolvenz gestellt, obwohl die Gesellschaft nach Auffassung der Ermittler bereits seit Sommer 2009 zahlungsunfähig gewesen war. Teldafax war durch Billigangebote zwar rasant gewachsen, die Tarife waren aber nicht kostendeckend. Das Unternehmen konnte nur überleben, weil die Löcher in der Bilanz durch die Vorauszahlungen der neuen Kunden gestopft wurden. Das Handelsblatt deckte bereits im Oktober 2010, also acht Monate vor dem Insolvenzantrag das Schneeballsystem hinter Teldafax auf.

Von der Pleite sind mehr als 700.000 Kunden betroffen. Gemessen an der Zahl der Gläubiger ist es damit das größte Insolvenzverfahren in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Es wird noch Jahre in Anspruch nehmen.

Ein ausführliches eBook mit Hintergrundinformationen zum Fall Teldafax finden Sie im Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.03.2014, 12:48 Uhr

Warum muß man die angeblich so mündigen Verbraucher, die alles besser und viel, viel genauer wissen, nun auch noch vor ihrer eigenen Dummheit schützen?
Geiz ist übrigens Dummheit hoch drei.
Ich habe für diese Losern nur Hohn und Spott übrig.

Account gelöscht!

07.03.2014, 18:37 Uhr

Sie sind wohl einer der drei Angeklagten unter Pseudonym, die dank unserer überkanditelten Justiz letztendlich als Cleverle dastehen. Früher oder später bekommen auch die Cleverles ihr Fett ab. Im Grunde handelt es sich bei solchen Cleverles um Abschaum, die überall zu finden sind, in Wirtschaft, Politik, im Verbrechertum, sogar im ganz normalen Leben und die oft genug selbst Fehler gemacht haben, aber sich wieder hochgekämpft haben und denen absolut nichts mehr heilig ist. Gerade bei solchen Typen ist eine funktionierende Justiz und insbesondere eine Gesetzgebung nötig, die ihren Namen verdient.

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