Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.11.2012

14:06 Uhr

Ausnahmeregelung

Eon-Kraftwerk in Datteln soll am Netz bleiben

Das umstrittene Eon-Kohlekraftwerk in Datteln soll mit einer Ausnahmeregelung am Netz bleiben können, damit es der Bahn weiter Strom liefern kann. So sollen Stromengpässe und Zugausfälle vermieden werden.

Das neue Steinkohlekraftwerk darf wegen eines andauernden Rechtsstreits nicht ans Netz. dpa

Das neue Steinkohlekraftwerk darf wegen eines andauernden Rechtsstreits nicht ans Netz.

DüsseldorfNach intensiven Gesprächen zwischen Eon, der Bezirksregierung Münster und dem NRW-Umweltministerium stehe nun fest, dass „über eine gestreckte Stilllegungsverfügung eine Duldung des Weiterbetriebs“ des Kraftwerks möglich sei, teilte das Umweltministerium in Düsseldorf am Freitag mit.

Ursprünglich hätte die Anlage Ende des Jahres stillgelegt werden müssen, weil die behördliche Genehmigung dann ausläuft. Eon hatte auf die Beantragung einer neuen Genehmigung verzichtet, weil der Konzern ein neues Kraftwerk in Datteln errichtet. Doch das neue Steinkohlekraftwerk darf wegen eines andauernden Rechtsstreits nicht ans Netz. Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte Alarm geschlagen und die Befürchtung geäußert, dass es im Winter zu Stromengpässen und Zugausfällen in Nordrhein-Westfalen kommen könnte, sollten die alten Blöcke in Datteln keinen Strom mehr produzieren.

„Die Duldung eines ungenehmigten Anlagenbetriebes ist rechtlich nur in Ausnahmefällen möglich“, betonte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne): „Ein solcher Ausnahmefall besteht hier, weil die Erzeugung von Bahnstrom und Fernwärme im öffentlichen Interesse ist.“

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

02.11.2012, 15:38 Uhr

Als die Politiker im ökoreligiösem Glaubenswahn die umweltfreundlichen Kernkraftwerke stilllegten hatten Sie solche profanen technischen Details wie die Bahnstromversorgung die mit einer anderen Stromfrequenz betrieben wird natürlich nicht im Blick. Die MA des BMU, vielfach berufsfremde Oekoaktivisten, konnten gleichfalls nicht mit solchen Details aufwarten. Und so hat man das umweltfreundliche Kernkraftwerk GKN I in Neckarwestheim stillgelegt. GKN I war mit einem Bahnstromgenerator ausgestattet.

Dies zusammen mit der Verzögerung der Inbetriebnahme des modernen Kohlekraftwerks in Datteln führt nun zu einer kritischen Situation.

Wenn man das alte Kraftwerk nicht in Betrieb halten kann, dann werden die Bahnreisenden auf ein ökologisches Zeitalter vorbereitet.

Vandale

Berndsen

06.11.2012, 12:08 Uhr

@Vandale: Es reicht leider auch nicht, dass es irgendwo in Deutschland eine Einspeisemöglichkeit für Bahnstrom gibt. GKN I wäre somit auch keine Lösung für Nordrhein-Westfalen gewesen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×