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13.09.2011

19:09 Uhr

Außenwirtschaftstag

Werden Rohstoffe für die Industrie knapp?

Vondpa , Sönke Möhl

Experten sehen für die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft in naher Zukunft keine großen Probleme. Bei manchen Rohstoffen gibt es allerdings Engpässe. Chancen bieten dagegen neue Technologien und „urban mining“.

Ein Arbeiter geht eine Metalltreppe neben glühenden Stahlplatten im Warmwalzwerk von ArcelorMittal in Bremen hinunter. dpa

Ein Arbeiter geht eine Metalltreppe neben glühenden Stahlplatten im Warmwalzwerk von ArcelorMittal in Bremen hinunter.

BremenDer Chef der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), Volker Steinbach, gibt zunächst mit einem einfachen Satz Entwarnung: „Geologisch gesehen sind Rohstoffe nicht knapp.“ Gleich darauf wird es beim Expertenforum des Außenwirtschaftstags in Bremen am Dienstag komplizierter, denn Deutschland ist Teil des weltweiten Marktes für Kupfer, Zink, Seltene Erden (Seltenerdmetalle), Kohle, Gas und andere Rohstoffe, ohne die in der Industrie nichts laufen würde. Deutschland habe 2010 Rohstoffe für insgesamt 138 Milliarden Euro genutzt, berichtete Steinbach. Für 18 Milliarden Euro kamen sie aus dem eigenen Land, zum Beispiel Erden und Kali oder etwas Öl und Gas. Sekundärrohstoffe aus dem Recycling erreichten einen Wert von 10 Milliarden Euro und der Löwenanteil wurde für 110 Milliarden Euro importiert, vor allem Metall- und Energierohstoffe.

Steinbach sieht mehrere Probleme: Manche Rohstoffe fänden sich nur in wenigen Ländern. So konzentrierten sich die Metalle der Plantingruppe zu 88 Prozent auf Südafrika und den Markt für Seltene Erden beherrsche China weitgehend. Gerade die Metalle der Seltenen Erden - dazu gehören so fremd klingende Stoffe wie Neodym, Terbium oder Ytterbium - haben Eigenschaften, die in der Hochtechnologie gebraucht werden. Ausgerechnet die Innovationen im Bereich der erneuerbaren Energien und der Elektromobilität, aber auch die Kommunikationsindustrie brauchen Seltenerdmetalle. 97 Prozent der Förderung stamme aus China - und die Volksrepublik habe den Export gerade so stark gedrosselt, dass es weltweit eine Unterversorgung gebe, sagt Steinbach.

Der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Metallhändler, Ralf Schmitz, beruhigt ein wenig. „Wirklich knapp sind die Rohstoffe bei unseren Händlern nicht. Wer etwas braucht, dem kann man das beschaffen.“ Auch Seltene Erden. Der Blick in die Zukunft lässt angesichts des rasanten Wachstums in den Schwellenländern die künftige Nachfrage erahnen, die nach Steinbachs Angaben bei einigen Rohstoffen bis 2030 auf ein Vielfaches der heutigen Menge steigen wird. Mehr Recycling weltweit könnte nach Überzeugung von Peter Hoffmeyer, Vorstandschef des Bremer Entsorgers Nehlsen AG, ein Schlüssel für gleich zwei Probleme sein. Was zum Beispiel an Aluminium wiederverwertet werde, müsse nicht als Bauxit importiert werden. Außerdem betrage der Energieeinsatz beim Recycling von Aluminiumschrott nur ein Zehntel im Vergleich zur erstmaligen Erzeugung des Leichtmetalls. Das verringere die Energiekosten und den Kohlendioxidausstoß. „Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe“, sagt Hoffmeyer.

Kommentare (1)

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Wutbuerger

13.09.2011, 20:54 Uhr

"Es bleibe dabei, dass Deutschland keine Lagerhaltung für Rohstoffe aufbauen wolle, sagt Thomas Gäckle vom Wirtschaftsministerium."

Ich erbitte eine kurze Info, wo und in welchem Rahmen die Rohstoff-Lagerhaltung beginnen soll. Ich hatte mein Geld zu einem Großteil aus der CDUSPDGRÜNSED-Dummen-BRD abgezogen, möchte aber hier wieder einsteigen, sobald intelligente Leute ans Ruder kommen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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