Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.03.2013

09:28 Uhr

Außerordentliche Hauptversammlung

Spanien darf Anteile an EADS abgeben

Am Mittwoch kommen die EADS-Aktionäre zur außerordentlichen Hauptversammlung zusammen. Die Neuordnung der Eigentümerstruktur geht voran: Spanien reduziert seine Anteile bis zum 9. April.

Die Eigentümerstruktur bei EADS wird neu geordnet. dapd

Die Eigentümerstruktur bei EADS wird neu geordnet.

Amsterdam/MünchenSpanien hat den Segen seiner Partner, seine EADS-Anteile zu reduzieren. Die Staatsholding Sepi darf bis 9. April 1,15 Prozent an dem Rüstungs- und Luftfahrtriesen verkaufen, um auf den angepeilten Anteil von vier Prozent zu kommen. Die Spanier planen die überzähligen Anteile an einen Spezialfonds abzugeben, um die Anforderungen des niederländischen Übernahmerechts, dem EADS unterliegt, zu erfüllen.

Spätestens kurz nach Ostern will EADS über den möglichen Rückkauf eigener Aktien entscheiden. Der neue Verwaltungsrat, der an diesem Mittwoch gewählt werden soll, werde bei Vollzug des neuen Aktionärspakts am 28. März oder 2. April voraussichtlich eine entsprechende Entscheidung fällen, teilte EADS kurz vor Beginn der außerordentlichen Hauptversammlung in Amsterdam mit. Dabei würden auch Umfang, Zeitplan und Form des Rückkaufs festgelegt.

Die EADS-Zahlen im Überblick

Der Konzern

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat 2012 deutlich mehr Geld verdient. Der Erfolg geht zu einem großen Teil auf das Konto der Tochter Airbus. Daneben gibt es drei weitere Sparten. Insgesamt beschäftigt EADS weltweit mehr als 133.000 Menschen. Das Geschäft der Divisionen im Überblick.

Airbus

Der Flugzeugbauer mit Sitz in Toulouse ist der Goldesel des Konzerns. Der Boeing-Rivale steht mit Erlösen von fast 38,6 Milliarden Euro für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. 2012 verdiente Airbus vor Zinsen und Steuern (EBIT) gut 1,2 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie 2011. Mit gut 69 000 Beschäftigten arbeitet mehr als jeder zweite EADS-Mitarbeiter für den Flugzeugbauer. Ein wichtiger Airbus-Standort ist Hamburg.

Eurocopter

Der Hubschrauberhersteller ist 2012 gemessen am Umsatz die zweitgrößte Sparte des Konzerns. Die Erlöse wuchsen um 16 Prozent auf den Rekordwert von fast 6,3 Milliarden Euro. Das EBIT stieg um 20 Prozent auf 311 Millionen Euro. Verantwortlich für das Plus war vor allem das Wartungsgeschäft, die Zahl der ausgelieferten Hubschrauber sank 2012 von 503 auf 475. Auch Eurocopter spürt hier vor allem Kürzungen von Rüstungsausgaben. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Marignane beschäftigt knapp 20 800 Menschen.

Astrium

Die Raumfahrttochter ist inzwischen die drittstärkste Division des Konzerns. Der Umsatz des Unternehmens mit Hauptsitz in Paris stieg vor allem wegen des Service-Geschäfts um 17 Prozent auf gut 5,8 Milliarden Euro. Das EBIT stieg ebenfalls um 17 Prozent auf 312 Millionen Euro. Astrium steht vor allem für die europäische Trägerrakete Ariane, aber auch für den Bau von Satelliten. Die Sparte beschäftigt weltweit rund 16 600 Menschen.

Cassidian

Die Rüstungstochter bekommt die Sparzwänge in vielen europäischen Ländern besonders deutlich zu spüren. Die geplatzte Fusion mit BAE Systems machte zudem Hoffnungen der EADS-Spitze zunichte, Zugang zu weiteren Märkten zu bekommen. Der Umsatz von Cassidian sank 2012 leicht um 1 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, das EBIT brach allerdings um 57 Prozent auf 142 Millionen Euro ein - vor allem wegen der Kosten für den Umbau und Jobstreichungen. 2011 war die Sparte mit Sitz in der Nähe von München gemessen am Umsatz noch die Nummer 2 im EADS-Konzern. Cassidian hat rund 20 900 Beschäftigte.

Auf der Versammlung sortieren sich die Eigentümer des Konzerns nach langem Ringen neu, was auch eine Konsequenz aus dem Scheitern der Fusion mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE Systems ist. Die staatlichen Großaktionäre hatten sich Ende 2012 auf eine neue EADS-Aktionärsstruktur verständigt. Danach wird künftig Deutschland ebenso wie Frankreich einen Anteil von zwölf Prozent am stimmberechtigten Kapital halten.

EADS-Chef Tom Enders hat als Ziel ausgegeben, den Konzern zu einem Unternehmen umzubauen, das nicht mehr unter großem Einfluss der französischen und deutschen Politik steht. Dafür soll die Struktur geändert werden. Zudem sollen die Eigner den Weg zum Ausstieg von Lagardere und Daimler frei machen.

Bilanz: Airbus treibt den EADS-Gewinn

Bilanz

Airbus treibt den EADS-Gewinn

Vor allem das Geschäft mit Verkehrsfliegern stimmt auch für 2013 optimistisch.

Der französische Lagardere-Konzern will sich einem Zeitungsbericht zufolge noch vor dem Sommer von seinen EADS-Anteilen trennen. Ziel sei, die gesamten 7,5 Prozent zu verkaufen, sagte Firmenchef Arnaud Lagardere in einem Interview der Zeitung „Les Echos“ (Mittwochsausgabe). Der Anteil sei etwa 2,5 Milliarden Euro wert. Lagardere bekräftigte, dass Aktionäre eine Sonderdividende erhalten sollen. Zudem sollen die Schulden verringert und kleinere Firmen gekauft werden. Lagardere hatte bereits kürzlich erklärt, einen Verkauf der EADS-Anteile bis zum 31. Juli zu erwarten. Arnaud Lagardere ist auch Verwaltungsratschef des Konzerns.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×