Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2014

12:13 Uhr

Ausstieg in Bochum

„Opel muss liefern“

In gut neun Monaten ist Schluss mit der Autoproduktion bei Opel in Bochum. Ein Tarifvertrag über die Werksschließung liegt aber noch nicht vor. Am Montag wird weiterverhandelt – und die Mitarbeiter wollen Druck machen.

Von der Werksschließung sind rund 3300 Opelaner betroffen. Reuters

Von der Werksschließung sind rund 3300 Opelaner betroffen.

BochumOpel und die IG Metall verhandeln am Montag wieder über einen Tarifvertrag für die Schließung des Bochumer Werkes. Bisher gibt es nur von beiden Seiten gebilligte Eckpunkte über Abfindungsangebote, eine Transfergesellschaft und die Sicherung des Standortes als zentrales Ersatzteillager mit künftig noch rund 700 Stellen. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter sind viele Details ungeklärt und es fehlt die einklagbare Regelung in einem Tarifvertrag.

Von der Werksschließung sind rund 3300 Opelaner betroffen. Der Ausstieg aus der Fertigung im Ruhrgebiet wird nach Einschätzung von Fachleuten für Opel teuer: Die Abfindungen und Ausgaben für Qualifizierung und Transfer der Mitarbeiter in andere Jobs dürften sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro addieren, hieß es.

Die Gewerkschaft fordert vor allem mehr Informationen über die Pläne von Opel, das Personal im Warenlager um 265 auf 700 aufzustocken. „Seit vier Monaten liefert Opel keine Klarheit darüber, wann welcher Ersatzarbeitsplatz wo geschaffen wird. Unsere Mitglieder wollen eindeutige, verlässliche Perspektiven. Opel muss liefern“, forderte Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die Gewerkschaft hat parallel zu den Verhandlungen zu einer Kundgebung unter dem Motto „Opelaner brauchen Zukunft“ aufgerufen. „Die Adam Opel AG steht zu den Zusagen aus den Eckpunkten des Sozialtarifvertrages. Wir sprechen mit der IG Metall und dem Bochumer Betriebsrat, um diese Eckpunkte in einen fertigen Vertrag zu überführen“, sicherte ein Opel-Sprecher zu.

Das vor der Schließung stehende Werk wählt am 9. April noch einmal einen Betriebsrat, der bis zum Jahresende im Amt bleibt. Bei der Wahl tritt auch der bisherige Betriebsratschef Rainer Einenkel wieder an. Der 59-Jährige hatte heftig für den Standort gekämpft und Opel sogar verklagt. Der Prozess wegen der Bochumer Werksschließung und Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim ist schon zweimal verschoben worden. Er soll nun am 27. Mai stattfinden, wie das Landgericht Darmstadt kürzlich mitgeteilt hatte.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×