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06.01.2011

09:04 Uhr

Australien

Jahrhundertflut tut auch Stahlproduzenten richtig weh

VonRegine Palm, Urs Wälterlin

Wegen der Überflutung in Australien mussten 40 Kohleminen den Betrieb teilweise oder ganz einstellen. Die Produktionsausfälle treffen vor allem Asien. Zwar sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Überschwemmungen noch völlig offen - doch Politiker in Down Under warnen bereits vor den Folgen für die Stahlindustrie, die bereits höhere Preise angekündigt hat.

Stahlproduktion: Der größte deutsche Stahlhersteller Thyssen-Krupp rechnet mit einem weiteren Anstieg der Kohlenpreise. dpa

Stahlproduktion: Der größte deutsche Stahlhersteller Thyssen-Krupp rechnet mit einem weiteren Anstieg der Kohlenpreise.

DÜSSELDORF/CANBERRA. Noch weiß niemand, wie lange der australische Bundesstaat Queensland überflutet sein wird. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der verheerenden Überschwemmungen sind völlig offen. Eins steht allerdings fest: Die Stahlbranche kündigt bereits höhere Preise an.

Politiker in Australien haben am Mittwoch eindringlich vor den Folgen für die Stahlindustrie gewarnt. Drei Viertel der Kohlebergwerke lägen still, sagte die Ministerpräsidentin des überschwemmten Bundesstaats Queensland, Anna Bligh, einem lokalen Fernsehsender: "Das hat massive Folgen für die internationalen Märkte und die internationale Stahlproduktion."

Der größte deutsche Stahlhersteller Thyssen-Krupp rechnet mit einem weiteren Anstieg der Kohlenpreise, die Folgen würden voraussichtlich im zweiten Quartal spürbar. Kokskohle wird für die Stahlherstellung benötigt. Thyssen-Krupp will - wie in der Vergangenheit - versuchen, die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzureichen. Dieses Quartal jedoch seien die Preise fixiert und die Mengen fest vereinbart, sagte ein Sprecher von Thyssen-Krupp Steel Europe der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Tonne Kohle kostet inzwischen mehr als 120 Dollar, so viel wie zuletzt im November 2008. Die Katastrophe trifft den Markt in einer Phase, wo die Preise wegen der besseren konjunkturellen Aussichten bereits stetig gestiegen sind. Zu dem Preisanstieg trug auch die starke Nachfrage Chinas bei.

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