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10.03.2014

11:29 Uhr

Australischer Ergebnisbringer

Hochtief will mehr von Leighton

Der Essener Baukonzern Hochtief will seinen Anteil am größten australischen Baukonzern Leighton ordentlich vergrößern. Für mehr als eine Milliarde australische Dollar stockt das Unternehmen auf.

Der Essener Baukonzern will kräftig investieren und seinen Anteil an dem australischen Bauriesen Leighton vergrößern. dpa

Der Essener Baukonzern will kräftig investieren und seinen Anteil an dem australischen Bauriesen Leighton vergrößern.

EssenDer Essener Baukonzern Hochtief baut seinen Anteil an dem profitablen australischen Baukonzern Leighton weiter aus. Dafür will Hochtief für mehr als eine Milliarde australische Dollar (rund 755 Millionen Euro) seine Beteiligung von jetzt knapp 59 Prozent auf gut 74 Prozent steigern, wie das Unternehmens am Montag mitteilte. Das vom spanischen Konzern ACS kontrollierte Unternehmen bietet allen Leighton-Aktionären 22,15 australische Dollar je Anteil. Die Aktien von Hochtief legten am Vormittag um mehr als zwei Prozent zu.

Erst bei Vorlage der Hochtief-Jahreszahlen Ende Februar hatte der spanische Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes angekündigt, die Profitabilität des Unternehmens weiter erhöhen zu wollen. Fernández Verdes hatte die Bedeutung der australischen Tochter betont und angekündigt, vor allem das Auslandsgeschäft des Unternehmens weiter stärken zu wollen. In Deutschland sollen dem noch laufenden Konzernumbau dagegen insgesamt 800 bis 1000 Stellen zum Opfer fallen.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Leighton hatte 2013 dank neuer Infrastruktur-Aufträge und Einsparungen seinen Gewinn um 13 Prozent auf 508,7 Millionen australische Dollar (333,6 Mio Euro) gesteigert. Damit war Leighton auch der größte Ergebnisbringer im Hochtief-Konzern. Hochtief hatte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 171,2 Millionen Euro ausgewiesen, ein Plus von mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012.

Die Mittel zur Finanzierung des Angebots stammten aus Mitteln, die der Hochtief Aktiengesellschaft zur Verfügung stünden, hieß es. Hochtief will zudem die Anzahl seiner Vertreter im Verwaltungsrat von Leighton erhöhen, um dadurch mehr Einfluss auf die Entscheidungen zu haben.

Von

rtr

/ Sydney

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 09:07 Uhr

Da dürften sich die Spanier mal wieder verzocken. Schließlich ist dort inzwischen die Goldene Zeit des Baus auch schon wieder vorbei. Außerdem ist Australien abhängig von China.

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