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17.06.2014

12:10 Uhr

Auswärtiges Amt

Siemens-Mitarbeiter aus Irak gerettet

Siemens-Mitarbeiter saßen in einem irakischen Kraftwerk fest und sind von irakischen Soldaten in Hubschraubern und einem gecharterten Jet in Sicherheit gebracht worden. Eine Geiselnahme war eine drohende Gefahr.

Irakishcer Militärhubschrauber (Archiv). Reuters

Irakishcer Militärhubschrauber (Archiv).

Berlin/WashingtonMehrere deutsche Bedienstete der Firma Siemens sind aus dem Rebellengebiet im Irak gerettet worden. "Alle deutschen Mitarbeiter, die in dem Kraftwerk in Baidschi festsaßen, sind inzwischen in Sicherheit", bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Dienstag einen Bericht von „Spiegel online“. Demzufolge handelte es sich um 50 ausländische Siemens-Mitarbeiter, darunter acht Deutsche. Die USA kündigten die Entsendung von bis zu 275 Soldaten an, die US-Bürger und die Botschaft in Bagdad vor radikalen Islamisten schützen sollen. Die Truppe sei für den Kampf gerüstet und werde so lange im Land bleiben, wie nötig, erläuterte Präsident Barack Obama in einem Schreiben an den Kongress. Die Extremistengruppe Isis hatte zuletzt große Teile der Landes erobert.

„Spiegel online“ berichtete, Hubschrauber des irakischen Militärs und ein von Siemens gechartertes Flugzeug hätten die ausländischen Siemens-Mitarbeiter ab Sonntag aus der Gefahrenzone rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad ausgeflogen. Die Techniker seien mit Modernisierungsarbeiten an dem Kraftwerk beschäftigt gewesen. Für die Siemens-Beschäftigten habe keine akute Gefahr bestanden, da die Isis-Rebellen das Gelände, auf dem sie sich versteckten, nicht angegriffen hätten. Es sei aber befürchtet worden, dass die Islamisten die Ausländer als Geiseln nehmen könnten. Siemens wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

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Vergangene Woche hatte es in Diplomatenkreisen geheißen, es hielten sich noch mehr als 1000 deutsche Staatsbürger im Irak auf. Wegen der Offensive der radikalen Islamisten im Norden des Landes hatte das Außenministerium alle Deutschen zur sofortigen Ausreise aus den Rebellengebieten im Norden aufgefordert. Nach Angaben aus der deutschen Wirtschaft sind "nicht mehr als 100" deutsche Firmen in der Region vertreten, der Großteil in der autonomen Region Kurdistan.

Dort griffen Rebellen am Dienstag nach Polizeiangaben ein schiitisches Dorf 15 Kilometer südlich der wichtigen Ölstadt Kirkuk an, die kurdische Truppen jüngst erobert hatten. Einheimische Milizen und die Polizei hätten die Attacke der sunnitische Aufständischen auf Baschir abgewehrt.

Die extremistische Gruppe Islamischer Staat im Irak und Groß-Syrien (Isis) hatte vergangene Woche die zweitgrößte irakische Stadt Mossul erobert. Die sunnitische Bewegung kämpft auch gegen die Regierung im benachbarten Syrien und will die eroberten Gebiete über die Grenze hinweg zu einem islamischen Staat verschmelzen.


Von

rtr

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