Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2011

12:56 Uhr

Auswirkungen auf Firmen

Überflutungen kosten Australien viele Milliarden

VonUrs Wälterlin

Die Überschwemmungen in Ostaustralien entwickeln sich zu einer der größten Naturkatastrophen des Landes. Das Ausmaß der Schäden an Landwirtschaft, Bergbau, Infrastruktur und Privathäusern ist noch nicht absehbar, könnte aber viele Milliarden Dollar betragen.

Die Überschwemmungen in Queensland sind eine der größten Naturkatastrophen der jüngeren australischen Geschichte. dpa

Die Überschwemmungen in Queensland sind eine der größten Naturkatastrophen der jüngeren australischen Geschichte.

CANBERRA. Die Überflutungen im ostaustralischen Bundesstaat Queensland entwickeln sich zu einer der größten Naturkatastrophen der jüngeren australischen Geschichte. Das Ausmaß der Schäden an Landwirtschaft, Bergbau, Infrastruktur und Privathäusern ist noch nicht absehbar, könnte aber viele Milliarden Dollar betragen. Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage und Wochen waren am Sonntag 22 Städte und Dörfer teilweise oder ganz überflutet. Vielerorts regnet es weiter. Ein Gebiet, das größer ist als die Fläche von Deutschland und Frankreich zusammen, ist von der Umwelt abgeschnitten. Nach offiziellen Angaben wurden bisher vier Menschen tot geborgen. 200.000 Bewohner von Queensland sind aber von den Überflutungen betroffen.

Analysten meinten am Wochenende, der durch die Fluten direkt entstandene Einkommensverlust in der Agrar- und Bergbauindustrie werde mindestens sechs Milliarden australische Dollar betragen, umgerechnet rund 4,6 Milliarden Euro. Noch nicht abzuschätzen sind die Schäden an der Infrastruktur und die Kosten für die Aufräumarbeiten. Viele Straßen sind von den Wassermassen schwer beschädigt oder gar weggespült worden. Die Behebung dieser Schäden dürfte ebenfalls Milliarden kosten.

Mit Milliardenverlusten muss auch die Bergbauindustrie rechnen, nachdem Dutzende von Kohleminen in den vergangenen Tagen ihre Produktion teilweise oder ganz eingestellt haben. Der Südosten von Queensland ist eine der wichtigsten Quellen für Kokskohle auf der Welt. Der Brennstoff wird in erster Linie nach China ausgeführt, wo er in der Stahlherstellung verwendet wird. Die Kohleindustrie in Queensland exportiert pro Tag Kohle im Wert von 100 Millionen australische Dollar. Von diesen Einnahmen fließen etwa zehn Millionen in die Steuerkasse des Bundeslandes.

Multinationale Unternehmen wie Xstrata, BHB Billiton und Rio Tinto und Anglo American mussten Teile ihrer Anlagen stilllegen. Laut Colin Hamilton von Macquarie Securities haben die Firmen für 65 Prozent der jährlichen Kohleexporte Queenslands "Force majeure" erklärt - "höhere Gewalt". Damit können die Unternehmen ohne rechtliche Konsequenzen Lieferverträge mit ihren Abnehmern brechen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×