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18.01.2008

16:14 Uhr

Auto 5 000

IG Metall fordert Bezahlung nach Haustarif bei VW-Tochter

IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine fordert bei der VW-Tochter Auto 5 000 eine Angleichung an die Bezahlung nach Haustarif, nachdem VW angekündigt hat, für die Golf-Produktion 200 Mitarbeiter der Tochter ins Wolfsburger Stammwerk zurückzuholen.

Ein VW Tiguan bei der Auslieferung in Wolfsburg. Der Kompaktgeländewagen wird bei der Tochter Auto 5000 gefertigt. Foto: dpa Quelle: dpa

Ein VW Tiguan bei der Auslieferung in Wolfsburg. Der Kompaktgeländewagen wird bei der Tochter Auto 5000 gefertigt. Foto: dpa

mcs/HB HANNOVER. Der Leiter des IG-Metall-Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sagte dem Handelsblatt am Freitag zu Auto 5 000. "Das ist gestartet als ein Projekt. So etwas hat einen Anfang und ein Ende und wir müssen überlegen, Auto 5 000 zu einem bestimmten Zeitpunkt tariflich zu integrieren. Dazu sind wir in Gesprächen mit Volkswagen." Bei der Tochter rollen der Minivan Touran und der neuen Kompaktgeländewagen Tiguan vom Band.

Meine zufolge gibt es auf Grund der hohen Nachfrage nach dem Tiguan ein zusätzliches gemeinsames Band, auf dem Golf und Tiguan gebaut werden. "Das ist nicht mehr abgrenzbar." Der Golf wird anders als der Tiguan von der Stammbelegschaft gefertigt.

Wegen der weltweit hohen Nachfrage lässt Volkswagen den kleinen Geländewagen bereits auch an Sonntagen von der Tochter Auto 5 000 bauen. Auch für den Golf waren Zusatzschichten vereinbart worden, der im vergangenen Jahr selbst während der Werksferien vom Band lief. Im vorangegangenen Jahr hatte Volkswagen noch massiv Personal abgebaut und zeitweise sogar den Verkauf von Komponentenwerken erwogen. Dazu sagte der Bezirksleiter am Freitag: "Wir sehen eine sehr positive Entwicklung der Auftragslage bei Volkswagen. Die Werke sind zurzeit hervorragend ausgelastet. Auch die Komponentenwerke verdienen richtig Geld."

Meine äußerte sich auch zum VW -Gesetz. Die Gewerkschaft halte es grundsätzlich für wichtig, denn: "Wir wissen nicht, wem VW in 20 Jahren gehört." An den Porsche -Chef gerichtet, fügte er hinzu: "Wir erwarten, dass alle mitziehen. Herr Wiedeking muss einsehen, dass es in der Bundesrepublik demokratische Gremien gibt, die solche Gesetze machen."

Weniger erfreulich als bei VW ist derzeit die Lage beim Osnabrücker Autobauer Karmann. In diesem Zusammenhang griff Meine den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) an. Dieser spiele mit der Not der Menschen, wenn er den Beschäftigten Hoffnung auf einen neuen Auftrag mache. "Das ist Wahlkampfgetöse und völlig inakzeptabel. Im Moment sieht niemand, wo ein Auftrag herkommen soll. Wir müssen unseren Mitgliedern die bittere Wahrheit sagen und dürfen ihnen keine falsche Hoffnung machen."

Eine Warnung richtete Meine nach der VDO-Übernahme auch an den Continental -Chef: "Ich kann Herrn Wennemer nur auffordern, von betriebsbedingten Kündigungen Abstand zu nehmen." Der IG-Metall-Bezirksleiter rechnet damit, dass Continental Ende des Monats auf die Betriebsräte zugeht.

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