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07.01.2014

13:58 Uhr

Auto-Fusionen

Fiat und Chrysler machen es der Branche vor

Sechs Autofirmen sind laut einer Studie vor Fusionen mit einem Konkurrenten relativ sicher. Für den Rest der Branche gilt: Zusammenschlüsse nach dem aktuellen Vorbild werden immer wahrscheinlicher.

Fiat schluckt Chrysler: Alleine schreibt der italienische Autobauer rote Zahlen. dpa

Fiat schluckt Chrysler: Alleine schreibt der italienische Autobauer rote Zahlen.

HamburgDie Automobilindustrie steht nach Einschätzung von Führungskräften vor tiefgreifenden Veränderungen. Von zuletzt weltweit 32 Herstellern trauen von der Beratungsfirma KPMG befragte Manager lediglich sechs Firmen zu, dauerhaft unabhängig zu bleiben. Dazu zählen sie in einer am Dienstag vorgestellten Umfrage neben BMW, Volkswagen und Toyota auch den aufstrebenden koreanischen Hersteller Hyundai mit der Schwestermarke Kia sowie den indischen Autobauer Tata Motors und den amerikanischen Elektroauto-Hersteller Tesla.

Daimler, der mit neuen Modellen im vergangenen Jahr zur Aufholjagd geblasen hat, belegt in der Einschätzung der Führungskräfte einen Platz im Mittelfeld der Liste aus Gewinnern und Verlierern. Die Einschätzungen, ob der Stuttgarter Autokonzern auch in Zukunft eigenständig bleiben oder Allianzen mit anderen Herstellern intensivieren soll, halten sich in etwa die Waage. Die Schwaben arbeiten bereits eng mit Renault und Nissan zusammen.

KPMG-Automobilexperte Mathieu Meyer sagte bei einer Telefonkonferenz, er rechne damit, dass sich Daimler in diesem Jahr weiter verbessern und einige Stufen in der Gewinnerliste noch oben klettern werde.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Bei der Opel-Mutter General Motors sind die befragten Manager ebenfalls geteilter Meinung. 38 Prozent erwarten, dass GM eigenständig bleiben, 39 Prozent empfehlen dem US-Konzern, die Kooperation mit anderen Herstellern zu vertiefen. KPMG befragt regelmäßig vor der Detroiter Automesse Führungskräfte aus großen Unternehmen zu ihren Erwartungen an die weitere Entwicklung der Branche.

Zu potenziellen Verlierern im technologischen Wettlauf zählen die Manager Fiat sowie die japanischen Marken Mazda, Isuzu und Subaru. Diese Unternehmen müssten sich anderen anschließen, um zu überleben. Problem sei jedoch, dass es kaum Partner gebe, die bereit seien, anderen beizuspringen, sagte Meyer. Fiat habe seine Überlebenschancen durch die Übernahme von Chrysler verbessert. Nun seien "harte Entscheidungen" zu erwarten. Fiat habe bisher kaum etwas getan, um seine Überkapazitäten in Italien abzubauen.

Der angeschlagene Konzern hatte erst zu Jahresbeginn angekündigt, auch die restlichen 41,5 Prozent an Chrysler zu übernehmen. Mit der Übernahme will Fiat der Misere in Europa entgehen.

Schlüssel für die Eigenständigkeit von Automobilunternehmen ist der Umfrage zufolge deren Fähigkeit, im technologischen Wettlauf mitzuhalten. Die Autobauer und ihre Zulieferer stecken derzeit weltweit Milliarden in die Entwicklung umweltschonender Antriebe wie Elektroautos und Hybridwagen, die an der Steckdose aufgeladen werden können. Auch in die Entwicklung von Computersystem, die dem Fahrer bestimmte Aufgaben abnehmen - bis hin zum automatischen Fahren - wird viel investiert. "An der Technologieführerschaft wird sich die Frage entscheiden, welches Unternehmen es schafft, unabhängig zu bleiben", sagte Meyer, der den globalen Automobilbereich von KPMG leitet.

Von

rtr

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