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22.12.2014

15:53 Uhr

Auto-Umsätze im Keller

Autobauer verlieren in Russland Milliarden

Die Sanktionen gegen Russland haben Rückwirkungen auf die heimische Industrie: Deutsche Autobauer müssen Milliardenumsätze abschreiben. Eine Expertenstudie schätzt die Gewinneinbußen auf über 600 Millionen Euro.

Ein BMW auf einer Autoshow in Moskau: Russen kaufen weniger deutsche Autos. dpa

Ein BMW auf einer Autoshow in Moskau: Russen kaufen weniger deutsche Autos.

DuisburgDie Auswirkungen der Russland-Sanktionen treffen nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer die deutschen Autohersteller hart. Allein durch Verkaufsausfälle müssten sie bis 2017 in Russland mit einem Umsatzverlust von insgesamt mehr als 15 Milliarden Euro rechnen, sagte der Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen am Montag. Dies führe zu Gewinneinbußen von über 600 Millionen Euro. Und: „Das ist eine eher konservative Schätzung“, betonte Dudenhöffer.

Nach Berechnungen des CAR-Instituts könnten zwischen 2014 und 2017 in Russland mehr als 675 000 Fahrzeuge von deutschen Autokonzernen (mit Ford Europe und Opel) weniger verkauft werden. Die Nutzfahrzeuge seien dabei noch gar nicht berücksichtigt.

„Alle deutschen Autobauer und viele Zulieferer haben beträchtlich in Russland investiert, Produktionskapazitäten aufgebaut, die seit mehreren Monaten deutliche Abschreibungsverluste erzeugen“, sagte Dudenhöffer. Die längerfristigen Schäden seien noch nicht abzusehen.

Der russische Automarkt galt noch vor einem Jahr als wichtigster Wachstumsmarkt in Europa. Zwischen 2005 und 2013 wurde laut CAR-Institut ein jährlicher Zuwachs von knapp 8 Prozent verzeichnet. Prognosen gingen davon aus, dass dort noch vor 2025 fünf Millionen Neuwagenverkäufe erreicht werden könnten.

Nun müsse in diesem Jahr mit einem Rückgang der Autoverkäufe um 12,5 Prozent auf 2,43 Millionen Pkw gerechnet werden, sagte Dudenhöffer. Bis 2017 könne sich der Nachfrageausfall auf knapp 2,5 Millionen Pkw summieren.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Herr karl stenzel

22.12.2014, 16:46 Uhr

hoffentlich begreifen es endlich die deutschen Wähler,was die Sanktionspolitik der Merkel und co für Deutschland bedeutet:wirtschaftlichen Niedergang.da muß man nicht studiert haben um das Ergebnis dieses Wahnsinns zu erahnen. Hinzu kommt die agressive Nato- und EU Politik,die direkt in einen neuen kalten Krieg mündet.

Herr Udo Schäfer

22.12.2014, 17:02 Uhr

Die deutschen Autobauer verlieren nicht nur in Russland, auch in den Iran könnte man unter sanktionsfreien Bedingungen langfristig viele hochwertige Autos verkaufen. Aber solange jede Bundesregierung ihre Entscheider mit Mitgliedern der Atlantik-Brücke und des Aspen Institutes besetzt, die treu den Interessen der USA folgen, geht ein zukunftsträchtiger Markt nach dem anderen verloren und kann in dieser Generation nicht wiedergewonnen werden. Viele regimekritischen Iraner verzeihen uns Deutschen die Vasallentreue zu den USA nicht, sie haben sich längst ihre Partner woanders gesucht. Für diese Vasallentreue der Bundesregierung müssen viele Angestellten und Arbeiter mit dem Verlust oder der Herabstufung ihres Arbeitsplatzes büßen. Es freuen sich China, Süd-Korea, Indien und Malaysia.

Account gelöscht!

22.12.2014, 18:01 Uhr

In keinem Land (der westlichen Welt) handeln die eigenen Politiker so unpatriotisch und gegen nationale Interessen wie in Deutschland.
Das muss auch mittlerweile dem letzten Polit-Mitläufer klar werden. Man kann sich nur noch fremd schämen für dieses Bundeskabinett um Erika Merkel, Pop-Gabriel und Koffer-Schäuble.

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