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02.07.2015

13:57 Uhr

Autoabsatz

Deutsche kaufen wieder mehr Neuwagen

Die Autoindustrie profitiert von starken Absatzzahlen in Deutschland. Im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres steigen die Verkaufszahlen um fünf Prozent. Im Juni wurden besonders viele Neuwagen verkauft.

Im Juni stiegen die Neuzulassungen um 13 Prozent. Deutsche Hersteller verkauften sogar 15 Prozent mehr Fahrzeuge. dpa

Autokauf

Im Juni stiegen die Neuzulassungen um 13 Prozent. Deutsche Hersteller verkauften sogar 15 Prozent mehr Fahrzeuge.

BerlinDie deutsche Autoindustrie hat im Juni einen kräftigen Schub bekommen. Die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland stieg um 13 Prozent auf 313.600 Fahrzeuge, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag mitteilte. Bei deutschen Marken betrug das Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar 15 Prozent. Die Produktion im Inland legte um 12 Prozent auf 511.100 Autos zu, der Export um 17 Prozent auf 389.900 Wagen. Das lag auch daran, dass der Juni zwei Arbeitstage mehr hatte als im Vorjahr.

Die Halbjahresbilanz ergibt für die Neuzulassungen einen Anstieg um fünf Prozent auf 1,62 Millionen Autos. Der Export erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres nur leicht um ein Prozent auf 2,25 Millionen Personenwagen. Die Inlandsproduktion stagnierte nach VDA-Angaben bei 2,92 Millionen Fahrzeugen. Auch mit der Beschäftigung in der Branche ging es aufwärts. In den deutschen Werken arbeiteten laut VDA im April 785.100 Menschen, 18.000 mehr als ein Jahr zuvor.

So tricksen die deutschen Hersteller

Volkswagen

Über Internetvermittler werden die VW-Modelle sehr stark rabattiert. Laut CAR-Studie gab es für den neuen Passat dort sogar bis zu 29,3 Prozent Rabatt. Auch der Anteil der Eigenzulassungen liegt mit 31,3 Prozent erstmals wieder über dem Marktschnitt.

Opel

Die Rüsselsheimer müssen im Volumenmarkt dringend punkten und stehen mit dem Astra vor einem wichtigen Modellwechsel. Das treibt das Rabattniveau. Immerhin: der Anteil der Eigenzulassungen konnte deutlich reduziert werden.

Ford

Um sich im Volumenmarkt zu behaupten, versuchen die Kölner mit den Internetpreisen auch im Handelsnetz mitzuhalten. Das Ergebnis: die Rabatte erreichen neue Höhen. Die Eigenzulassungen fallen bei Ford allerdings niedriger aus als bei der Konkurrenz.

Mercedes

Die jüngsten Erfolge der Schwaben sind offenbar nicht auf Rabatte zurückzuführen. Die Modellpalette ist mittlerweile runderneuert, der Anteil der Eigenzulassungen schrumpft.

BMW

Beim Premium-Primus aus München sieht das anders aus. Um im Kompaktsegment mitzuhalten, stieg im April sowohl Rabattniveau als auch der Anteil der Eigenzulassungen.

Die Pkw-Marken im VW-Konzern haben bei den deutschen Neuzulassungen eine besonders starke Halbjahresbilanz verbucht. Die Kernmarke VW-Pkw – sie ist mit 22 Prozent Anteil der Marktführer hierzulande – legte bis Ende Juni im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent zu, wie das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg am Donnerstag mitteilte. Noch besser schnitt die Tochter Porsche ab (21,4 Prozent Plus). Audi verbuchte bei den Neuzulassungen 5,6 Prozent Verbesserung, Skoda 3,6 Prozent und Seat 5,3 Prozent.

Anders sieht es weltweit für den Zwölf-Marken-Konzern aus: Im April fiel der Konzernabsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent. Es war das erste Minus seit Dezember 2009. Fünfeinhalb Jahre hatte Europas größter Autobauer von Monat zu Monat nur zugelegt. Diesen Mai fiel das Verkaufsminus sogar noch größer aus (minus 2,6 Prozent). Bei den Pkw erfolgen Auslieferungen in Kundenhand und Neuzulassungen praktisch zeitgleich, weil die Wagen umgehend angemeldet werden.

Der VW-Erzrivale und Noch-Weltmarktführer Toyota verbuchte zum Halbjahr in Deutschland ein Minus von 7,1 Prozent, während die Neuzulassungen aller Hersteller hierzulande um 5,2 Prozent anzogen.

Nach Worten von VDA-Präsident Matthias Wissmann wäre es gut, wenn sich der Autobestand schneller erneuere. „Die Autos auf Deutschlands Straßen werden immer älter“, sagte er. Das Durchschnittsalter liege jetzt bei neun Jahren, 2014 waren es noch 8,8 Jahre. „Das mag für unsere Produkte und ihre Langzeitqualität sprechen“, sei aber für Umwelt und Sicherheit keine gute Nachricht.

Von

dpa

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