Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.07.2011

06:49 Uhr

Autoallianz

Suzuki ist unzufrieden mit Volkswagen

Suzuki und Volkswagen, das war einmal eine Kooperation mit großem Potenzial. Doch von den großen Plänen von einst ist nur noch wenig übrig. Suzuki ist unzufrieden mit großen deutschen Partner VW.

Ein Bild aus besseren Tagen: VW-Chef Martin Winterkorn (rechts) und Suzuki-CEO Osamu Suzuki. Quelle: Reuters

Ein Bild aus besseren Tagen: VW-Chef Martin Winterkorn (rechts) und Suzuki-CEO Osamu Suzuki.

HamamatsuDer viertgrößte japanische Autokonzern Suzuki Motor ist nach den Worten eines Spitzenmanagers unzufrieden mit der Volkswagen-Allianz. Suzuki sei gegen eine Ausweitung des Einflusses der Deutschen auf Management-Entscheidungen, sagte der für die Beziehungen mit den Wolfsburgern zuständige Manager Yasuhito Harayama am Montag.

„Als die Zusammenarbeit mit Volkswagen beschlossen wurde, ist deutlich gemacht worden, dass wir nicht konsolidiert werden sondern unabhängig bleiben möchten.“ Zugleich betonte Harayama, es gebe andere Autohersteller, die bereit seien, sich auf der Basis von gleichberechtigten Partnern mit Suzuki zusammenzutun. Laut Harayama existieren derzeit keine gemeinsamen Projekte mit Volkswagen.

Der deutsche Dax-Konzern hatte sich Ende 2009 mit knapp 20 Prozent an dem japanischen Kleinwagen- und Motorradspezialisten beteiligt. Damals hatten beide Unternehmen noch große Erwartungen an die Kooperation gehabt. So soll unter anderem die Entwicklung eines Kleinwagens in Schwellenländern geplant gewesen sein. Medien hatten unter Berufung auf Manager der Suzuki-Tochter Maruti Suzuki India berichtet, dass Suzuki und Volkswagen den Bau eines billigen Kleinwagens in Indien erwägen würden. Tatsächlich soll sich VW durch die neue Verbindung mehr Durchschlagskraft auf dem wachsenden Automarkt Indien erhofft haben, wo Suzuki mit seiner Tochter Maruti Marktführer ist. Generell wollten beiden Autobauer bei der Erschließung neuer Märkte voneinander profitieren.

Doch schon im Januar vergangenen Jahres war die Freundschaft zwischen den beiden Unternehmen deutlich abgekühlt. So hatte Firmenchef Suzuki schnell klar gemacht, dass er eine höhere Beteiligung der Wolfsburger ablehnen würde. „Sollte Suzuki größer und erfolgreicher werden, will Volkswagen wahrscheinlich mehr Aktien von uns kaufen“, sagte Suzuki vor japanischen Journalisten. Diesen Versuch werde sein Unternehmen wahrscheinlich abwehren. Auch wenn VW offiziell Pläne dementierte, dass die Beteiligung ausgebaut werden solle, hatten Experten genau damit fest gerechnet. Denn mit einer Kontrollmehrheit bei den Japanern hätte der größte europäische Autobauer noch bessere Chancen gehabt, um Toyota bis 2018 als Branchenprimus abzulösen. 

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×