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06.02.2017

12:31 Uhr

Autobauer

Alarmstufe Trump bei Toyota

VonMartin Kölling

Toyota stagniert: Die Pole-Position in der Autobranche haben die Japaner bereits an VW verloren, nun sinken auch die Gewinne. Wachstumsmotor 2017 soll der US-Markt sein – wenn Donald Trump nicht dazwischenfunkt.

Nach außen hin bemüht sich Toyota um Gelassenheit. AP

Toyota-Chef Akio Toyoda

Nach außen hin bemüht sich Toyota um Gelassenheit.

TokioAls die Sprache auf Donald Trump kommt, greift Tetsuya Otake, Toyotas Mann für die Finanzen, zum Manuskript. Nur kein falsches Wort, vom Blatt liest er am Montag während der Pressekonferenz zur Quartalsbilanz eine vorgestanzte Antwort ab: Toyota sei seit 60 Jahren in den USA aktiv, investiere in dortige Werke. Es ist die übliche Antwort auf die Tweets des US-Präsidenten, die derzeit alle Autohersteller der Welt in Unruhe versetzen.

Neben BMW, Ford und General Motors wurde auch Toyota schon schwer vom den 140-Zeichen-Bannstrahl aus dem Weißen Haus getroffen. Denn der Konzern hatte dieses Jahr die Chuzpe besessen, den Bau einer Fabrik in Mexiko anzukündigen. Trump twitterte Anfang Januar, und prompt sackte Toyotas Aktienkurs ab.

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Nach der Kritik erklärte Toyota zwar, dass der Konzern in den kommenden fünf Jahren zehn Milliarden Dollar in den USA investieren wolle. Und nach außen hin bemüht sich Toyota um Gelassenheit. Aber wie groß die Sorge wirklich ist, machte Japans Regierungschef Shinzo Abe in der vergangenen Woche klar.

Vor seinem Treffen mit dem neuen US-Präsidenten traf er sich am Freitag mit Toyota-Chef Akio Toyoda, um eine gemeinsame Strategie abzusprechen. Denn Trump hat sich neben China und Deutschland auch auf Japan als Währungsmanipulator eingeschossen.

Ein Blick auf die am Montag vorgelegte Bilanz für Toyotas drittes Quartal erklärt, warum bei Toyota die Alarmglocken schrillen. Ein Drittel seiner Autos setzt Japans Branchenprimus in Nordamerika ab. Damit ist die Region der mit Abstand größte Markt für den Konzern.

Zudem sind die Amerikaner derzeit verlässliche Käufer. Toyota erwartet, dass der recht starke nordamerikanische Markt auch 2017 solide bleiben wird. Und das ist ein Plus in unruhigen Zeiten, in denen sich Toyota derzeit befindet.

Kommentare (1)

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Herr Christian Jäger

06.02.2017, 13:24 Uhr

Ist doch wunderbar, wenn dank Trumponomics überall auf der Welt halbgenutze Autofabriken hochgezogen werden müssen. Deutsche Maschinenbauer, das wird ein Fest.

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