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24.01.2013

15:08 Uhr

Autobauer

BMW und Toyota schließen Kapitalallianz aus

VonMartin Kölling

Die Autobauer schließen eine weitreichende Technikallianz in wichtigen Zukunftstechnologien. Eine Kapitalbeziehung wollen BMW und Toyota allerdings nicht eingehen. Grund dafür sind die Firmenkulturen.

Toyotas Vize-Präsident Takeshi Uchiyamada (l.) und BMW-Vorstand Herbert Diess: Technologieallianz ja, aber Kapitalbeziehung nein. AFP

Toyotas Vize-Präsident Takeshi Uchiyamada (l.) und BMW-Vorstand Herbert Diess: Technologieallianz ja, aber Kapitalbeziehung nein.

TokioBMW und Daimler gehen bei ihren Partnerschaften mit japanischen Autobauern unterschiedliche Wege. Daimler besiegelte seine Partnerschaft mit Nissan und Renault durch gegenseitige Kapitalbeteiligungen. BMW und Toyota lehnten dies am Donnerstag ab. „Wir glauben einfach, dass wir keine Kapitalbeziehung brauchen“, sagte BMW-Vorstandsmitglied Herbert Diess nach der Unterzeichnung einer umfassenden Technologiepartnerschaft. Auch Toyotas Vize-Präsident Takeshi Uchiyamada wies die Idee weit von sich: „Wir sprechen nicht darüber.“

Die Zurückhaltung der beiden Unternehmen ist ungewöhnlich, bedenkt man die strategische Bedeutung und Reichweite ihrer Allianz. Uchiyamada, ein Ingenieur, der im Sommer wahrscheinlich Toyotas Verwaltungsratsvorsitzender wird, konnte sie nicht hoch genug gewichten: „Die Vereinbarung enthält sehr spannende Punkte für beide Firmen und für mich persönlich.“

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Mit Wasserstoff als Benzinersatz: Toyota will sein erstes Brennstoffzellen-Fahrzeug ab 2015 in Skandinavien auf den Markt bringen. Mercedes kündigte an, schon 2014 zu starten. Jetzt fehlen nur noch die Tankstellen.

Denn die Unternehmen wollen nicht nur Produkte wie Motoren oder Technologien tauschen, sondern neue Zukunftstechnologien in vier wichtigen Bereichen gemeinsam entwickeln, die für Autos der Zukunft entscheidend sind:

  • ein neues Brennstoffzellensystem, das 2020 marktreif sein soll. Brennstoffzellen, die aus Sauer- und Wasserstoff ohne Treibhausgasemissionen Strom herstellen und deshalb für Uchiyamada als „das ultimative Öko-Auto“ gelten, sind Toyotas Stärke.
  • die gemeinsame Architektur für einen Sportwagen, deren Details die Chefingenieure noch in diesem Jahr festgelegen sollen. Hier kann BMW etwas beitragen, was Diess als die „Fähigkeit, emotionale Autos zu bauen“ bezeichnete.
  • Technologien für leichtgewichtige Autos wie Verbundwerkstoffe, eine Stärke von BMW.
  • Darüber hinaus dehnen die beiden Unternehmen die bestehende Partnerschaft in der Lithium-Ionen Akkus auf eine vielversprechen Akku-Technik aus, die Lithium-Luft-Akkus, die weitaus kleinere Akkus verspricht, da sie anstelle eines Elektrolyt Luft verwendet. Toyota ist einer der Technikführer auf dem Gebiet.

Andere Hersteller versuchen sich bereits bei weit kleineren Bündnissen durch den Austausch von Geld abzusichern, um sich, der Belegschaft, den Aktionären und der Öffentlichkeit zu signalisieren, wie ernsthaft es ihnen ist. Dass BMW und Toyota darauf verzichten, hängt mit der Firmenkultur beider Firmen zusammen, meinen Insider. Beide Unternehmen werden von ihren Gründerfamilien dominiert, Toyota gar von einem Familienmitglied geleitet, Akio Toyoda, der Enkel des Gründers. Und beide Familien ist Unabhängigkeit wichtiger als zur Schau gestellte Entschlossenheit.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Wichtig sei bei extrem langfristig angelegten Projekten wie der gemeinsamen technischen Entwicklung das Vertrauen, sagte Uchiyamada. Dass ohne Vertrauen selbst große Beteiligungen nicht helfen, haben VW und sein japanischer Partner, der Kleinwagenhersteller Suzuki, demonstriert. VW hatte 19,9 Prozent an Suzuki übernommen, doch nach nur einem Jahr war das Vertrauen weg und der monetäre Vertrauensbeweis nichts mehr wert.

Kommentare (1)

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sepp

25.01.2013, 10:25 Uhr

"leichtgewichtige Autos.., eine Stärke von BMW"
? wo? wie?

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