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24.05.2011

21:16 Uhr

Autobauer

Chrysler zahlt Staatshilfen zurück

2009 hatten die USA und Kanada Chrysler mit Milliardenspritzen vor der Pleite bewahrt, nun hat der US-Autobauer 7,6 an Staatshilfen abgezahlt. Der Weg für eine Mehrheitsübernahme durch Fiat schein nun frei.

Obama bei einem Besuch im Chrysler-Werk Kokomo 2010. Der Autobauer hat nun alle Staatshilfen zurückgezahlt. Quelle: dapd

Obama bei einem Besuch im Chrysler-Werk Kokomo 2010. Der Autobauer hat nun alle Staatshilfen zurückgezahlt.

Detroit Der US-Autobauer Chrysler löst sich weitgehend aus den Fittichen des Staates und flieht in die Arme von Fiat. Knapp zwei Jahre nach der Insolvenz zahlte die ehemalige Daimler-Tochter ihre staatlichen Hilfskredite zurück: 5,9 Milliarden Dollar an das US-Finanzministerium und 1,7 Milliarden an die kanadische Regierung, wie Chrysler am Dienstag mitteilte. Damit gelang dem Konzern der Schritt mehr als sechs Jahre früher als ursprünglich geplant. Investoren und Banker gehen davon aus, dass dies Chrysler attraktiver macht bei dem für dieses oder kommendes Jahr geplanten Börsengang. Als Ergebnis der Rückzahlung erhöht Hauptaktionär Fiat seinen Chrysler-Anteil auf 46 Prozent. Nach und nach können die Italiener ihr Paket auf 76 Prozent aufstocken, noch in diesem Jahr wollen sie auf 51 Prozent kommen.

Basis der Rückzahlung ist eine Refinanzierung über neue Kredite bei institutionellen Investoren. Dies verringert zwar nicht den Schuldenberg, ermöglicht Chrysler aber eine erhebliche Senkung der Zinslast: Pro Jahr fielen schätzungsweise 350 Millionen Dollar weniger an. Allein im vergangenen Jahr musste das Unternehmen 1,2 Milliarden Dollar Zinsen zahlen. Fiat-Chef Sergio Marchionne, der zugleich auch Chrysler lenkt, hatte wegen der harten Konditionen die staatlichen Hilfen als „Gaunerkredite“ kritisiert.

Chrysler war wie Konkurrent General Motors mit Staatshilfen gerettet worden, nachdem ein Absatzeinbruch im Zuge der Finanzkrise die amerikanische Autoindustrie an den Rand des Abgrunds brachte. Mitte 2009 konnten beide dann die Insolvenz hinter sich lassen.

US-Präsident Barack Obama würdigte die Rückzahlung als „bedeutenden Meilenstein“ und als Zeichen einer Erholung der US-Autoindustrie. Sein Finanzminister Timothy Geithner verwies auf die Erfolge des staatlichen Rettungsprogramms TARP. Nach Auskunft seines Hauses wurden seit der Rettung von Chrysler und GM in der Branche schätzungsweise 115.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Der Staat bleibt allerdings an Chrysler beteiligt. Der Anteil beläuft sich auf 6,6 Prozent. Das Finanzministerium geht jedoch nicht davon aus, sein verbliebenes Investment von 1,9 Milliarden Dollar komplett zurückzubekommen.

Von

rtr

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