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18.06.2013

15:56 Uhr

Autobauer

Daimler will Vertrieb in China weiter stärken

Der Dax-Konzern Daimler will seine Position auf dem Automarkt in China weiter ausbauen. Zu Hause investiert der Autobauer mehrere Millionen in ein neues Technologiezentrum. Doch in Ludwigsfelde stehen Entlassungen bevor.

Ein Arbeiter prüft in der Produktion im Werk Sindelfingen (Baden-Württemberg) die Mercedes-Benz S-Klasse. Der Stuttgarter Automobilkonzern steckt einen dreistelligen Millionenbetrag in seinen Standort Sindelfingen. dpa

Ein Arbeiter prüft in der Produktion im Werk Sindelfingen (Baden-Württemberg) die Mercedes-Benz S-Klasse. Der Stuttgarter Automobilkonzern steckt einen dreistelligen Millionenbetrag in seinen Standort Sindelfingen.

StuttgartDer Autobauer Daimler will seine Position auf dem größten Automarkt China weiter stärken. Wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte, soll der Vertrieb in dem Riesenreich künftig von einem eigenen Team aus der Stuttgarter Zentrale unterstützt werden.

Zudem soll das Händlernetz vor Ort in diesem Jahr um 75 neue Betriebe auf insgesamt mehr als 300 Händler wachsen. Daimler fährt den Oberklasse-Konkurrenten Audi und BMW in China derzeit auch wegen Nachteilen im Vertrieb hinterher - bis 2020 wollen die Schwaben die Rivalen aber überholt haben.

„Wir haben im letzten halben Jahr bereits zahlreiche Maßnahmen für unser China-Geschäft eingeleitet“, erklärte China-Vorstand Hubertus Troska. Daimler hatte Troska Ende 2012 berufen, um die schwächelnden Geschäfte voranzutreiben. Im Mai konnte Daimler in China beim Absatz um 7 Prozent zulegen, seit Jahresbeginn verbuchten die Stuttgarter aber ein Minus von 3,8 Prozent.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Nach der jüngst angekündigten Milliarden-Investition steckt der Autobauer Daimler zusätzlich einen dreistelligen Millionenbetrag in seinen Standort Sindelfingen. Die Summe fließe in ein Technologiezentrum für Fahrzeugsicherheit, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Stuttgart mitteilte.

In dem Zentrum sollen demnach alternative Antriebe ebenso wie Assistenzsysteme erforscht und entwickelt werden. Erst vergangene Woche hatte Daimler angekündigt, sein größtes Pkw-Werk Sindelfingen 2013 mit einer Milliarde Euro zu stärken. Das geplante Technologiezentrum soll Mitte 2016 fertig werden. Baubeginn ist in diesem Juli.

In seinem Werk Ludwigsfelde will der Autobauer indes die Produktion seines Transporters Vario einstellen - und etwa jeden zehnten der 2000 Arbeitsplätze streichen. Entsprechende Angaben der Gewerkschaft bestätigte ein Daimler-Sprecher. Die Stellen sollen bis zum Jahresende abgebaut werden.

Von

dpa

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