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31.10.2011

13:10 Uhr

Autobauer

Die große Rabattschlacht um die Gunst der Kunden

VonMark Christian Schneider

ExklusivWer jetzt ein Auto kauft, kann kräftig sparen: Die Rabatte der Hersteller sind so hoch wie zuletzt vor fünf Jahren. Eine Trendwende ist nicht abzusehen - auch wenn die miesen Margen Herstellern und Handel zusetzen.

Der „Panda“ des italienischen Automobilherstellers Fiat. dpa-tmn

Der „Panda“ des italienischen Automobilherstellers Fiat.

HamburgVolkswagens Vertriebschef Christian Klingler kennt die Gefahr. Das Umfeld im Schlussquartal ist für die Autohersteller deutlich schlechter als in den Monaten zuvor. VW sei vorsichtig, aber wenn nötig, „müssen wir über Preisaktivitäten nachdenken“, sagt Klingler. Zu Deutsch: Der Autobauer muss möglicherweise höhere Rabatte gewähren, um seine dominante Position auf dem deutschen Automarkt zu behaupten.

Mit Rabatten – ob versteckt oder ganz offen beworben – kämpfen die großen Autohersteller schon immer um die Gunst der Kunden. Doch derzeit erreicht die Rabattschlacht einen neuen Höhepunkt. Die Hersteller geben Preisnachlässe wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Das ergibt eine Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Studie zeigt: Die tatsächlich im deutschen Markt erzielten Preise für Neuwagen liegen im Schnitt mehr als 18 Prozent unter den offiziellen Preistafeln der Autobauer.

„So groß war der Abstand zwischen Listenpreis und tatsächlichem Transaktionspreis seit der Einführung unserer Rabattmessung noch nie“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Chef des CAR. Für die Kunden gilt: Wer sich jetzt ein Auto kaufen will, der kann sich freuen.

Spitzenreiter bei den Rabatten ist der italienische Konzern Fiat. Die Italiener leiden unter der schwachen Nachfrage in Südeuropa und wollen deshalb das Geschäft in Deutschland ankurbeln. Auf den Kleinwagen Panda gewährt Fiat 32 Prozent Preisnachlass. Mehr als 30 Prozent Rabatt gibt der französische Hersteller Citroën auf seinen Kleinwagen C1. Selbst der deutsche Premiumhersteller BMW, der Rekordzahlen schreibt, räumt im Rahmen eines Leasingprogramms mehr als 30 Prozent Rabatt auf die 3er-Serie ein. Grund ist der Modellwechsel des Bestsellers.

Eine Trendwende beim Preiskampf ist nicht abzusehen. Was für die Kunden erfreulich ist, bringt viele Autobauer in die Bredouille. Hersteller und Handel nehmen „sehr schlechte Margen im Oktober und in den Folgemonaten“ in Kauf, sagt Dudenhöffer. Der deutsche Automarkt stecke in der Preis- und Rabattfalle – das trübe im vierten Quartal die Ergebnisse der Unternehmen auf dem wichtigsten Markt Europas stark ein.

Kommentare (12)

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Abzocke-in-Deutschland

31.10.2011, 10:38 Uhr

Die Autos in Deutschland sind immer noch viel zu teuer! VW bringt den Passat in Amerika für unter 17.000 EUR auf den Markt und ich glaube kaum, dass VW in den Staaten keinen Gewinn macht.

"Kauftipp ist der 4,85 Meter lange VW Passat 2.5 SE mit Appearance-Paket für 22.690 Dollar (ca. 16.700 Euro). Er bietet unter anderem sechs Airbags, 16-Zoll-Alufelgen, Getriebeautomatik, Klimaautomatik, Tempomat, Soundsystem und Bluetooth-Schnittstelle. "

PRI

31.10.2011, 11:03 Uhr

Trotz der angeblichen so hohen Rabatte - welche zum grösstem Teil auf ausländische Marken sich beschränken - sind die Neuwagenpreise in Deutschland immer noch zu hoch.

Wenn man sich bei den deutschen Herstellern umguckt, bekommt man kaum ein Auto in der Kompaktklasse/untere Mittelklasse zu Preisen unterhalb von EUR 20.000.

Account gelöscht!

31.10.2011, 11:06 Uhr

...und dann nur noch einen Wechselkurs > 1,65 abwarten; dann kann mal vielleicht einen Passat hier für < € 15.000 importieren...

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