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30.07.2015

11:45 Uhr

Autobauer erholt sich

Renault-Gewinn springt nach oben – Europa sei Dank

Der europäische Automarkt erholt sich nach Krisenzeiten zusehends. Davon profitiert nun auch Renault: Der französische Autobauer feiert ein starkes Halbjahresergebnis. Das liegt auch am schwachen Euro.

Vorstandschef Carlos Ghosn kann sich über ein erfolgreiches erste Halbjahr freuen. Reuters

Renault

Vorstandschef Carlos Ghosn kann sich über ein erfolgreiches erste Halbjahr freuen.

ParisRenault profitiert immer rasanter von der Erholung auf dem europäischen Automarkt. Der Nettogewinn stieg im ersten Halbjahr um 86 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, wie der französische Traditionskonzern am Donnerstag mitteilte. Die Lage der Branche in Europa habe sich stärker verbessert als erwartet.

Zudem habe der schwache Euro das internationale Geschäft angeschoben. Dies habe auch Preisnachlässe für auslaufende Modellreihen wie beim Kompaktwagen Megane und beim Minivan Scenic wettgemacht. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 22,2 Milliarden Euro zu, die Marge lag so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Anleger sorgten sich dennoch wegen des anhaltenden Preisdrucks in der Branche. Die Aktie gab deswegen kräftig nach.

Der Autobauer sei auf gutem Kurs, seine Ziele zur Steigerung der Rentabilität zu erreichen, sagte Vorstandschef Carlos Ghosn. Die Marge im Kerngeschäft stieg binnen Jahresfrist auf 3,1 Prozent. Renault hatte schwer unter der jahrelangen Krise auf dem europäischen Automarkt gelitten. Als Reaktion darauf verschärfte Ghosn den Sparkurs und forcierte die Partnerschaft mit dem japanischen Hersteller Nissan. Vor allem der Einsatz gemeinsamer Plattformen bei der Produktion brachte Fortschritte. Hier arbeitet Renault auch mit Daimler zusammen und baut für den Stuttgarter Premiumhersteller den Kleinwagen Smart auf derselben Plattform wie den Renault-Twingo. Diese Kooperationen schoben den Umsatz kräftig an.

Auch der Rivale Peugeot kam zuletzt aus der Krise zügig voran. Nach Jahren mit Verlusten erreichte der Konzern in der ersten Jahreshälfte – auch dank seines Sparkurses – wieder die Gewinnzone.

Die wichtigsten Märkte für Renault

Platz 10

Belgien und Luxemburg - 77.353 verkaufte Fahrzeuge

In den Nachbarländern kommt Renault auf einen Marktanteil von 13 Prozent - und büßt damit leicht Marktanteile ein.

Platz 9

Spanien - 98.024 verkaufte Fahrzeuge

Der spanische Markt scheint sich langsam wieder zu erholen. Der Marktanteil der Franzosen legt auf 12,1 Prozent zu.

Platz 8

Italien - 101.387 verkaufte Fahrzeuge

Auch in Italien scheint die Talsohle erreicht. Die Renault-Verkäufe konnten wieder leicht zulegen. Der Marktanteil beträgt dort allerdings nur 7,2 Prozent.

Platz 7

Algerien - 111.378 verkaufte Fahrzeuge

Auf dem nordafrikanischen Markt sind die Franzosen traditionell stark. Mit 26,2 Prozent gehört Renault in Algerien zu den Marktführern. Doch die unsichere politische Lage belastet die Verkäufe.

Platz 6

Argentinien - 141.217 verkaufte Fahrzeuge

Auch der zweitwichtigste Absatzmarkt in Südamerika stagniert, auch wenn der Marktanteil zuletzt auf 15,4 Prozent zulegen konnte.

Platz 5

Türkei - 144.706 verkaufte Fahrzeuge

Die Wirtschaft der Türkei brummt, die Nachfrage nach Autos steigt. Davon profitiert auch Renault. Die Verkäufe legen deutlich zu. Der Marktanteil beträgt 17 Prozent.

Platz 4

Deutschland - 162.509 verkaufte Fahrzeuge

Im Vergleich zu anderen europäischen Märkten ist der Marktanteil von Renault in Deutschland mit 5,1 Prozent gering. Die Absatzzahlen auf dem deutschen Markt stagnieren.

Platz 3

Russland - 210.099 verkaufte Fahrzeuge

Die große Wachstumshoffnung von Renault heißt Russland. Auf dem zweitwichtigsten Markt des Unternehmens beträgt der Marktanteil 7,6 Prozent - weniger als noch im ersten Halbjahr.

Platz 2

Brasilien - 236.360 verkaufte Fahrzeuge

Der brasilianische Markt gilt durch seine strengen Importvorschriften trotz exzellenter Wachstumspotentiale als schwierig. Der Marktanteil beträgt 6,6 Prozent.

Platz 1

Frankreich - 547.693 verkaufte Fahrzeuge

Auf dem Heimatmarkt ist Renault Marktführer mit einem Anteil von 25,4 Prozent. Insgesamt können die Verkäufe der Gruppe um 0,2 Prozent zulegen.

Sorgen bereitet der Branche aber vor allem das langsamere Wirtschaftswachstum in China. Dies war Börsenhändlern zufolge auch ein Grund dafür, dass die Renault-Aktie trotz der positiven Geschäftszahlen um mehr als sieben Prozent abstürzte. Auch leide die Branche nach wie vor unter einem hohen Preisdruck. Die jüngste Euphorie sei wohl verfrüht gewesen, hieß es am Markt. Seit Jahresbeginn hatte die Renault-Aktie rund 50 Prozent zugelegt.

Von

rtr

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