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29.02.2012

15:43 Uhr

Autobauer

GM und PSA kämpfen um Einigung auf Allianz

Der weltgrößte Autobauer General Motors und Europas Nummer zwei, PSA Peugeot Citroen, stehen kurz vor der Vereinbarung einer Allianz. Doch kurz vor der Ziellinie tauchen Hindernisse auf.

Die Logos von Peugeot und GM: Der amerikanische Konzern und die Franzosen wollen kooperieren. AFP

Die Logos von Peugeot und GM: Der amerikanische Konzern und die Franzosen wollen kooperieren.

Frankfurt/ParisDie geplante Allianz zwischen der Opel-Mutter und dem französischen Autobauer trifft laut einem Insider auf massive Kritik von Investoren. Den US-Konzern lasse dies zögern, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem stehe dem Einstieg von GM bei PSA entgegen, dass er in der Öffentlichkeit so intensiv unter die Lupe genommen werde. „Der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern“, sagte der Insider.

Details zu den Plänen waren am Dienstag bekanntgeworden: Diskutiert wird, dass GM sich an Peugeot mit weniger als fünf Prozent beteiligt - als Grundstein für eine geplante Kooperation von Peugeot und Opel im renditeschwachen Geschäft mit Kleinwagen. Am Dienstag war die PSA-Aktie fast zehn Prozent nach oben geschnellt, nachdem Reuters von mit der Situation vertrauten Personen erfahren hatte, dass GM einen PSA-Anteil kaufen will. Nach Berichten über eine breite Kapitalerhöhung - die Rede ist von einer Milliarde Euro - sackte der Kurs wieder ab. Die französische Börsenaufsicht verlangte daraufhin eine Stellungnahme und wiederholte ihre Forderung am Mittwoch. PSA hat sich bislang noch nicht öffentlich geäußert.

Auch GM lehnte eine Stellungnahme ab. Der US-Autobauer sei noch nicht komplett von den jetzt vorliegenden Plänen überzeugt, sagte der Insider. Die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“ berichtete unter Berufung auf Insider in Peugeots Forschungszentrale nahe Paris, der jüngste Besuch von GM-Managern sei schlecht verlaufen.

Mit Opel und Peugeot würden zwei Sorgenkinder zusammenfinden. Opel brockt der Konzernmutter in Detroit seit Jahren Verluste ein, die sich auf Milliardenbeträge summieren. Verkaufspläne für das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen wurden 2009 aufgegeben. GM's Europageschäft schrieb im vergangenen Jahr 747 Millionen Dollar Verlust. Die Autosparte von PSA verbuchte ein Minus von 497 Millionen Euro in der zweiten Jahreshälfte. Der französische Kleinwagenbauer leidet unter einer starken Abhängigkeit vom heimischen und anderen europäischen Automärkten. „Das ist nicht die Art von Lösung, die wir im europäischen Massenmarkt brauchen, wo Kapazität herausgenommen werden muss“, schrieb Credit-Suisse-Analyst Erich Hauser an Anleger.

PSA hatte in der vergangenen Woche Kooperationsgespräche bestätigt, aber den möglichen Partner nicht genannt. Die Familie Peugeot, die rund 30 Prozent der Anteile hält, hatte grundsätzliche Zustimmung signalisiert - solange sie wichtigster Anteilseigner bleibt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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AutoPapst

29.02.2012, 16:24 Uhr

"GM's Europageschäft schrieb im vergangenen Jahr 747 Millionen Dollar Verlust. Die Autosparte von PSA verbuchte ein Minus von 497 Millionen Euro in der zweiten Jahreshälfte."
Bitte mehr Genauigkeit bei der Berichterstattung.
1. GM's Europageschäft; das wäre nicht nur Opel.
2. Bei Opel wird der Verlust immer in Dollar genannt, weil sich das ja mehr anhört als der entsprechende Betrag in Euro. Und so soll mehr Druck auf die Arbeitnehmer aufgebaut werden. Schaden, wenn Journalisten sich hier als Hasndlanger betätigen.
3. Opels Probleme wurden überwiegend durch Fehlentscheidungen der amerikanischen Mutter hervorgerufen. Stichworte: José Ignacio López, Kostendruck zur Gewinnmaximierung = absoluter Qualitätsverlust in den 1990er.
4. Die Löhne der Opel-Mitarbeiter sind nicht schuld, sonst müsste VW auch Verluste machen.

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