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04.11.2015

08:29 Uhr

Autobauer

Honda erhöht Gewinn und trennt sich von Takata

Ein Sparprogramm und solide Nachfrage in Asien und Nordamerika haben Honda zu einem Gewinnplus verholfen. Gleichzeitig trennt sich der Autobauer vom skandalumwitterten Airbag-Hersteller Takata.

Der Autobauer trennt sich vom Airbag-Zulieferer Takata. Reuters

Honda-Vizepräsident Tetsuo Iwamura

Der Autobauer trennt sich vom Airbag-Zulieferer Takata.

TokioDer japanische Autobauer Honda Motor hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres dank Kostensenkungen und robuster Nachfrage in Asien und Nordamerika einen Gewinnzuwachs eingefahren. Wie Japans drittgrößter Autokonzern am Mittwoch bekanntgab, stieg der Nettoertrag zwischen Juli und September um 6,9 Prozent auf 127,7 Milliarden Yen (rund 961 Millionen Euro). Der Umsatz legte um 15,6 Prozent auf 3,6 Billionen Yen zu.

Für das noch bis zum 31. März 2016 laufende Gesamtgeschäftsjahr hob Honda die Umsatzprognose leicht auf 14,6 nach zuvor geschätzten 14,5 Billionen Yen an. Beim Reingewinn rechnet der Konzern unverändert mit 525 Milliarden Yen. Unterdessen hat Honda beschlossen, in Zukunft keine Gasgeneratoren für Airbags mehr von seinem skandalerschütterten japanischen Zulieferer Takata zu beziehen. Bis Ende 2018 werde hier zu anderen Anbietern gewechselt, kündigte Honda in den USA an.

Dort hatten die Behörden Takata zuvor wegen mangelnder Kooperation im Skandal um defekte Airbags zur Rechenschaft gezogen. Takata zahlt ein Bußgeld von 70 Millionen Dollar (63 Millionen Euro), aufgeteilt auf sechs Raten. Ein weiteres Bußgeld in Höhe von 130 Millionen Dollar werde fällig, sollte das Unternehmen seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, teilte die Verkehrsaufsicht NHTSA am Dienstag mit. Airbags von Takata, die unvermittelt auslösten und dadurch Teile der Verkleidung durchs Fahrzeug schleuderten, sind nach Annahme der NHTSA für Unfälle mit sieben Toten und fast 100 Verletzten verantwortlich.

Große Rückrufaktionen der Autobranche

Millionen betroffen

Immer wieder müssen Autohersteller Wagen in die Werkstätten beordern. In der Abgas-Affäre steht Volkswagen mit insgesamt elf Millionen betroffenen Autos vor einer der größten Aktionen der vergangenen Jahre. Beispiele für große Rückrufe.

Oktober 2015

In der Diesel-Affäre ordnet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf für 2,4 Millionen Volkswagen-Fahrzeuge in Deutschland an.

September 2015

Fiat Chrysler muss in Nordamerika gut 1,7 Millionen Fahrzeuge wegen technischer Mängel in die Werkstätten beordern. Die Gründe sind Fehler am Lenkrad und Probleme mit Airbags.

August 2015

Wegen Airbag-Problemen ruft Volkswagen in den USA 420 000 Autos zurück. Schwierigkeiten mit einer Feder am Lenkrad könnten dazu führen, dass der Airbag bei einem Unfall nicht auslöst.

Juli 2015

Chrysler ruft in den USA 1,4 Millionen Wagen wegen einer Sicherheitslücke zurück, die zwei Hacker aufgedeckt hatten. Durch fehlerhafte Software könnten Autos aus der Ferne manipuliert werden.

Mai 2015

Der japanische Airbag-Hersteller Takata muss Gefahren bei insgesamt 19,2 Millionen Autos zugeben und läutet damit die bis dahin größte Rückrufaktion der US-Autoindustrie ein.

April 2015

Der japanische Kleinwagen-Spezialist Suzuki Motor ruft rund zwei Millionen Autos in die Werkstätten zurück, die meisten davon in Japan. Grund sind mögliche Defekte bei Zündschlössern.

März 2014

General Motors weitet die Rückrufaktion wegen Problemen an Zündschlössern aus. Betroffen sind mittlerweile rund 2,6 Millionen Fahrzeuge. Sie wurden meist in den USA und Kanada verkauft. Der Konzern muss sich für mindestens 13 Tote und 31 Unfälle verantworten.

November 2013

Volkswagen holt über 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Weltweit gibt es Qualitätsprobleme. Im selben Monat treten wegen diverser Rückrufaktionen des südkoreanischen Autobauers Hyundai drei Manager dieses Unternehmens zurück.

Juni 2013

Chrysler startet einen massenhaften Rückruf in den USA. Die Verkehrssicherheitsbehörde hatte gefordert, 2,7 Millionen ältere Jeep Grand Cherokee und Jeep Liberty zu prüfen - Tanks könnten bersten, wenn die Geländewagen gerammt würden.

Oktober 2012

Fast 7,5 Millionen Autos weltweit ruft Toyota wegen Problemen mit elektrischen Fensterhebern zurück.

Von

dpa

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