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14.01.2013

14:29 Uhr

Autobauer in den USA

Goldrausch am Detroit River

VonLukas Bay

Die Autoshow in Detroit soll der Startschuss für eine Offensive der deutschen Autobauer werden. Während Europa in der Krise steckt, werden die USA zum Hoffnungsmarkt der Hersteller. Doch die Expansion birgt Risiken.

In der Detroiter Cobo Hall präsentiere sich heute die Hersteller zunächst der Presse. dpa

In der Detroiter Cobo Hall präsentiere sich heute die Hersteller zunächst der Presse.

DüsseldorfVon den Gründervätern bis zu den Goldgräbern in Alaska – wenn Europäer nach Amerika aufbrachen, dann meist mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Auch für die Autobauer ist Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Während Europas Automarkt schrumpft, versprechen die USA weiterhin eine hohe Rendite und Wachstum.

Was Klondike für die Goldgräber war, das ist Detroit für die Autohersteller. Die Messe im Rostgürtel der USA gilt als der Startschuss ins Autojahr und wichtigste Autoschau für Nordamerika. Ab Montag wird die Cobo-Halle am Detroit River wieder zum Laufsteg für Pick-ups, Gelände- und Kompaktwagen. Mehr als 770.000 Besucher werden erwartet. 50 Modelle sollen ihre Premieren feiern.

„Die USA sind zum Hoffnungs- und Ausgleichsmarkt geworden“, sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts an der Uni Duisburg-Essen. Im vergangenen Jahr kauften die US-Amerikaner 14,5 Millionen Neuwagen – 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Größte Autohersteller in den USA

Platz 10

BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

Platz 9

Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

Platz 7

Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

Platz 4

Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

Platz 3

Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

Platz 2

Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 1

General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Der Goldrausch am Detroit River hat darum auch die deutschen Autohersteller gepackt. Während auf dem krisengeschüttelten europäischen Automarkt der schlechteste Absatz seit zehn Jahren erwartet wird, spielt Amerika in den Wachstumsstrategien von BMW, Daimler und Volkswagen eine Schlüsselrolle. Im abgelaufenen Geschäftsjahr legten die deutschen Hersteller um 21 Prozent auf rund 1,27 Millionen zu und haben mittlerweile einen Marktanteil von fast 9 Prozent.

Der deutsche Branchenverband VDA ist überzeugt davon, dass die deutschen Hersteller ihren Absatz erneut überdurchschnittlich steigern können. "Nordamerika bleibt auf Wachstumskurs", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Mit 14,4 Millionen Stück sei der langjährigen Durchschnitt von über 16 Millionen registrierten Fahrzeugen noch nicht erreicht lag. Hinzu komme das hohe Durchschnittsalter der amerikanischen Autos.

Für Mercedes-Benz ist der US-Markt mittlerweile wichtiger als der deutsche Markt. Allein im vergangenen Jahr steigerten die Schwaben ihre Verkäufe in den USA um zwölf Prozent auf 305.000 Fahrzeuge. Nicht umsonst wird die Marke mit dem Stern in Detroit ihre überarbeitete E-Klasse präsentieren. Rückenwind erwartet Mercedes auch von der neuen S-Klasse.

In Tuscaloosa, Alabama, hat Mercedes als einer der ersten Premiumautobauer auch ein eigenes Werk in den USA errichtet. Neben Geländewagen (M-, GL- und R-Klasse), sowie der neuen C-Klasse (2014), soll dort ab 2015 ein weiteres Mercedes-Modell gefertigt werden. Erst 2011 hatte Mercedes 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau des Werks investiert.

Noch stärker als Daimler präsentiert sich BMW: Im abgelaufenen Jahr wurden 13,8 Prozent mehr BMWs in den USA verkauft – insgesamt rund 347.500 Einheiten. In Detroit präsentieren die Münchener ihr neues 4er Coupé. Im BMW-Werk Spartanburg, South Carolina, laufen derzeit der BMW X3, X5 und X6 vom Band. 70 Prozent der Produktion werden exportiert.

Kommentare (3)

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14.01.2013, 08:55 Uhr

Auf der Detroit Automesse werden die deutschen Autobauer mit neuen Technologien und Innovationen punkten, aber viele Innovationen kommen nicht von den Autobauern selbst, sondern von deren Lieferanten. Die Schaeffler Gruppe ist einer dieser Lieferanten und gehört traditionell zu den Gestaltern und Wegbereitern einer modernen effizienten Mobilität.

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14.01.2013, 09:47 Uhr

Machen wir uns nichts vor: Der Markt ist gesättigt. Die aktuellen Autokäufe sind nur noch "Nice-to-haves" - sobald den Leuten an anderer Stelle das Geld ausgeht, werden die Verkäufe sofort einbrechen. Macht ja nichts - die Hersteller bauen vor: Wenn an den modernen Autos etwas kaputt geht, dann wird es gleich sehr teuer und die Chance, daß einer sein Auto wegschmeißt, nur weil der Tausch des Rücklichts statt 50 Cent (für eine Ersatzbirne) nun 39 Euro (für eine vergossene LED-Leuchteinheit - siehe Passat) kostet, ist relativ gering. Der Käufer von modernen Autos zahlt doppelt, obwohl er meint, mit Rabattverhandlungen den Mega-Schnapper gemacht zu haben: Erstens hat der Hersteller trotz Rabatt noch was am Auto verdient und zweitens wird der Schnäppchenjäger dann auf Raten zur Kasse gebeten. Die Bauteile sind dafür kalkuliert, ein bißchen länger als bis zum Garantieende zu halten - und dann kommt alles sukzessive. Stichwort: "geplante Obsoleszenz".

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14.01.2013, 10:40 Uhr

Ich meine, Sie sollten vom Handelsblatt nicht so kurzfristig die Auto-Situation, speziell die von VW, einordnen, denn: Über folgende Fakten sollte man mal sehr nachdenklich werden und sie in die Zukunft übertragen, dann sieht Ihr VW-Super-Bild schon ganz anders aus.
HYUNDAI und VW:
VW – Mitarbeiter weltweit 550.000
HYUNDAI – Mitarbeiter weltweit 127.000
VW produziert pro Jahr und Mitarbeiter 15 Autos im Schnitt
HYUNDAI produziert pro Jahr und Mitarbeiter 52 Autos im Schnitt
VW Umsatz-Rendite Konzern 6,9 %
HYUNDAI Umsatz-Rendite Konzern 9,7 %
Fazit:
Die Zukunft für VW und die anderen deutschen, vor allem europäischen Autobauer, sieht nicht gerade rosig aus. HYUNDAI zusammen mit KIA dieses Konzern werden ihren Markt-Anteils-Kampf ausdehnen, wo es nur geht, denn sie selbst haben bereits die Chinesen im Nacken, müssen also gewinnen auf Deubel komm ‘raus – und sie werden gewinnen..!
Auf Dauer werden sich viele Deutsche – trotz noch bestehender Vorbehalte – den Koreanern (aus wirtschaftlichen Gründen) nicht mehr verschließen können, denn HYUNDAI und auch KIA bauen nicht nur Wert-gleiche Qualitäts-Autos, sondern auch echte konzeptionelle Erfolgs-Wagen zu mehr als günstigen Preisen, mit lang-jähriger Garantie und neuerdings auch kostenfreier Wartung über die ersten 100.000 Km und werden dem EU-Markt immer stärker zusetzen.
Und die Koreaner und auch Asiaten können ihre Währungen noch ab- und aufwerten. Das kann €uro-EU nicht mehr, und so wird der €uro noch auf kurz oder lang zum Fluch für die europäische Wirtschaft, den Auto-Bauern und unseren Arbeitsplätzen werden..!

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