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29.12.2014

11:27 Uhr

Autobauer kündigt Spitzenköchin

Daimler trennt sich von Sarah Wiener

Öffentlich wirbt Spitzenköchin Sarah Wiener mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit. Doch nun kündigt Daimler zwei Verträge mit der Sarah-Wiener-Gruppe – wegen schwerer Verstöße gegen soziale Grundsätze.

Sarah Wiener: Die österreichische Fernsehköchin wirbt für ökologische Landwirtschaft. dpa

Sarah Wiener: Die österreichische Fernsehköchin wirbt für ökologische Landwirtschaft.

StuttgartDer Stuttgarter Autobauer Daimler und zwei Gastronomie-Unternehmen der Fernsehköchin Sarah Wiener haben ihre Verträge vorzeitig beendet – wegen schwerer Verstöße gegen die sozialen Grundsätze, berichtet der „Spiegel“. Bei einer Untersuchung hätten Daimler-Kontrolleure aufgedeckt, dass Mitarbeiter mehr als zehn Stunden täglich gearbeitet haben sollen. Ein Verstoß gegen geltende Gesetze.

Immerhin 700.000 Euro hatte sich der Autobauer die Dienste aus dem Unternehmensreich der Spitzenköchin kosten lassen. Dafür hatten die „SW Museumsgastronomie“ das Restaurant im Mercedes-Museum in Stuttgart und die „Sarah Wiener Bremen GmbH“ das Restaurant im Bremer Kundencenter von Mercedes betrieben.

Die Sache ist vor allem pikant, weil die Spitzenköchin sich öffentlich für Nachhaltigkeit einsetzt. 2012 wurde sie dafür sogar mit dem „Deutschen Fairness Preis“ ausgezeichnet. „In ihren Reden und in Ihrem Handeln geht es darum, unsere Gesellschaft durch eine nachhaltige, ökologische und rücksichtsvolle Lebensweise fairer zu gestalten“, hieß es damals. Die jüngste Vertragskündigung nährt Zweifel an diesen lobenden Worten.

Die Sarah Wiener GmbH war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Gegenüber dem „Spiegel“ wollte auch das Management keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen und verwies stattdessen an die beiden betroffenen Unternehmen. Allerdings weise man darauf hin, dass Arbeitszeitverstöße mittlerweile korrigiert worden seien, die Trennung sei einvernehmlich erfolgt.

In den beiden betroffenen Restaurants des Autobauers soll der Betrieb weitergeführt werden, allerdings von anderen Betreibern.

Von

HB

Kommentare (5)

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Herr stefan freudensprung

29.12.2014, 12:18 Uhr

ich kenne etliche vermeintliche oder tatsächliche spitzenköche, die laufend im fernsehen auftreten und wasser predigen aber sich täglich einen "guten tropfen" wein gönnen. das finde ich völlig normal! warum soll gerade das mit der lieben frau sarah wiener anders sein. aber bitte fein unterscheiden: nicht jeder bürger in WIEN ist eine SARAH WIENER!

Herr Jürgen Clasen

29.12.2014, 14:09 Uhr

Das zeigt eigentlich, dass Daimler nichts von Küche versteht, jedenfalls deutlich weniger als vom Autobau.
Beim Daimlerkauf kommt es auf den Euro nicht an. Anders sieht es in den Werksküchen aus. Alles soll nur so von Nachhaltigkeit triefen, Bio über alles. Nur das kostet eine Stange mehr, als die übliche Billigware.
Richtschnur, 5 mal mehr. Dazu kommt, es soll alles phantasievoll gekocht werden, knackig auf den Teller kommen mit feinen Soßen, püriert und das Wasser soll einem schon im Munde zusammenlaufen wenn man es sieht.
Dazu gehören Vorbereitung, hacken, schneiden und schonende Zubereitung. Alles Handarbeit und dann noch
im Front Cocking. Personalintensiv und man kann nicht jede unqualifizierte Kraft dafür gebrauchen. Was bleibt einem da anders übrig zu ackern bis zum Umfallen? Dann
kommt der nächste Pächter, der muss es genau so machen
wie die Wiener oder die Qualität schleifen. Nicht umsonst arbeiten Sterneköche bis zur Erschöpfung und in den anderen Restaurants arbeiten immer weniger Profis.
Der Koch hat immer nur einen Schuss, wenn was rausgeht.
Daimler hat es da leichter. Sie können ihre Autos so kalkulieren, dass sie noch x - mal nachbessern können.

Hankon Rotten

29.12.2014, 15:19 Uhr

Wenn die bei Daimler mal genauso schnell und konsequent reagiert hätten bei den massiven Rostproblemen ihrer Fahrzeuge der Baureihen W 202, 203, 210, 638, 639.

Und in puncto Elektrofahrzeuge müssen sie Technologie in den USA einkaufen.

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