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08.01.2010

15:55 Uhr

Autobauer

Nick Reilly löst Demant als Opel-Chef ab

GM-Europa-Chef Nick Reilly kommt nach Deutschland und kündigt harte Sanierungen bei Opel an. Unterstützen soll ihn dabei ein neues Management-Team. Außerdem gibt es Spekulationen über die Zukunft von Opel-Chef Demant.

Nick Reilly warnt vor harten Zeiten bei Opel. Reuters

Nick Reilly warnt vor harten Zeiten bei Opel.

HB FRANKFURT. Opel-Chef Hans Demant wird nach übereinstimmenden Medienberichten abgelöst: Der Europachef des Opel-Mutterkonzerns General Motors, Nick Reilly, nimmt selbst die Zügel bei Opel in die Hand. Noch ist unklar, ob Demant das Unternehmen komplett verlasse oder nur die Spitzenposition des Opel-Chefs räume.

Das Unternehmen selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und sprach von Personalspekulationen. Ein Mitglied des Opel-Aufsichtsrats sagte der Nachrichtenagentur DAPD, er wolle die Meldung nicht dementieren. Reilly will nach Angaben von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz am 15. Januar nach einer Aufsichtsratssitzung in Rüsselsheim sein neues Führungsteam vorstellen.

„Es wird ein Team sein, das sofort loslegen und sich den Themen unserer ambitionierten Agenda mit voller Kraft widmen kann“, erklärte Reilly selbst in einem Blogbeitrag am Freitag: „Es wird eine gute Mischung aus Personen sein, die mit der Opel/Vauxhall-Organisation bestens vertraut sind, und anderen, die neue, innovative Ansichten und Ansätze einbringen können.“

Demant hatte seit 2004 an der Spitze von Opel gestanden. In seiner Zeit als Geschäftsführer wirkte er aber meist im Schatten des langjährigen GM-Europachefs Carl-Peter Forster, der weit stärker Opel nach außen repräsentierte. Auch während des monatelangen Tauziehens um die Opel-Rettung im vergangenen Jahr und den letztlich gescheiterten Verkaufsprozess hielt Demant sich meist im Hintergrund.

Derweil hat Nick Reilly die Beschäftigten des Autobauers auf harte Einschnitte eingestimmt. Das Unternehmen müsse nun schnell seine Kapazitäten reduzieren, erklärte Reilly am Freitag in einem Blog im Internet. Auf die Beschäftigten kämen tiefgreifende Veränderungen zu. „Das ist eine harte Wirklichkeit.“ Europaweit will der Autobauer bis zu 9000 Stellen abbauen, einen großen Teil davon in Deutschland.

Reilly selbst werde von Asien nach Deutschland ziehen und Hans Demant ablösen, heißt es bei faz.net am Freitag. Demant steht seit 2004 an der Spitze des Rüsselsheimer Autoherstellers. Dass er das neue Unternehmen voraussichtlich nicht mehr führen wird, war schon im November bekanntgeworden. Zuvor hatte Reilly von Schanghai aus das europäische Geschäft der Opel-Mutter GM geleitet.

Beim Umbau von Opel unterstützen soll ihn ein neues Managementteam. Betriebsratschef Klaus Franz hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass der Opel-Aufsichtsrat nächste Woche Freitag (15.1.) ein neues Management präsentieren werde. Zuvor nimmt Reilly an der Autoshow in Detroit teil. Das neue Management soll Opel auch beim Design und der Qualität der Autos voranbringen, erklärte Reilly. 2010 wolle Opel sieben neue Produkte vorstellen.

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