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20.01.2009

09:13 Uhr

Autobauer

Peugeot befürchtet „schrecklich schwieriges“ Geschäftsjahr

Nach starken Umsatzeinbrüchen 2008 stellt sich Peugeot auf ein hartes Jahr 2009 ein. Der französische Autobauer hofft auf finanzielle Hilfe vom Staat, weigert sich aber, im Gegenzug Standortgarantien abzugeben. Das wäre ein Eingriff in die Strategie des Unternehmens. Die Aufgabe des Staates lägen woanders.

HB PARIS. Europas zweitgrößter Autobauer Peugeot Citroen hat wegen der Wirtschaftskrise vor einem "schrecklich schwierigen" Geschäftsjahr gewarnt. Ob der französische Hersteller 2009 einen Gewinn verzeichnen werde, sei nicht abzusehen, sagte Peugeot-Chef Christian Streiff der Zeitung "Le Figaro". "Wie die die meisten unserer Konkurrenten geben wir nur Prognosen für drei Monate ab und das erscheint schon lang." Dass jedoch einer der großen europäischen Autohersteller bankrott gehe, sei sehr unwahrscheinlich, sagte Streiff.

Die die französische Regierung plant heute einen Auto-Gipfel. Frankreichs Präsident hat umfassende Hilfen angekündigt. Im Gegenzug verlangt die Regierung Standortgarantien, die Peugeot jedoch abgelehnt hat. "Es gibt derzeit keinerlei Pläne für Werksschließungen in Frankreich", sagte Konzernsprecher Hugues Dufour der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Allerdings sehen wir keine Veranlassung dafür, gegenüber der Regierung langfristige Versprechen zu unserer Strategie zu machen."

Laut Medienberichten verlangt meint Industrieminister Luc Chatel dagegen, dass die Autohersteller sich im Falle von Staatshilfe "dazu verpflichten, Produktionsanlagen in Frankreich zu erhalten". Hugues Dufour sagte dazu : "Wir erwarten vom Staat lediglich, dass er seinen Job macht. Er muss vor allem sicherstellen, dass das Bankensystem funktionieren kann."

Peugeot ist nicht der einzige französische Autobauer, der nach Staatshilfe ruft. Auch Renault hat um Unterstützung gebeten. Weil die Neuautoverkäufe in Europa 2008 so stark eingebrochen waren, wie seit eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr, haben die Autobauer nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen.

Eine endgültige Entscheidung der französischen Regierung über Finanzhilfen wird Ende Januar erwartet. Peugeot und Renault haben bereits im Dezember einen Niedrigzinskredit über insgesamt eine Milliarde Euro bekommen.

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