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23.07.2012

21:22 Uhr

Autobauer

Peugeot ersucht Staatshilfe für Werksrettung

Mit angekündigten Stellenstreichungen im großen Stil hatte der Peugeot-Konzern PSA den französischen Präsidenten aufgeschreckt. Um einen milderen Stellenabbau möglich zu machen, pocht Peugeot jetzt auf Staatshilfen.

Das Loggo des Unternehmens in Nizza. Reuters

Das Loggo des Unternehmens in Nizza.

ParisDer angeschlagene Autokonzern PSA Peugeot Citroen will Kreisen zufolge sein Werk in Nordfrankreich nur gegen Gewährung von Staatshilfen erhalten. Es gehe um eine beträchtliche Unterstützung für den Standort Sevelnord, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Diese seien neben Lohnzugeständnissen von Mitarbeitern Bedingung, damit das Werk nicht geschlossen werde. Die Hilfe - etwa Steuererleichterungen - könne von der Zentralregierung in Paris oder der Regionalverwaltung kommen. Peugeot hatte in diesem Monat bekanntgegeben, weitere 8000 Stellen zu streichen und das Werk Aulnay-sous-Bois in der Nähe von Paris zu schließen.

Peugeot äußerte sich auf Anfrage nicht zu Staatshilfen. Das Hauptanliegen sei eine Einigung mit den Gewerkschaften, sagte ein Unternehmenssprecher. Peugeot fordert unter anderem für die kommenden zwei Jahre ein Einfrieren der Löhne und mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Eine Regierungssprecherin konnte zunächst nicht erreicht werden.

Am Standort Sevelnord in der Stadt Valenciennes sind 2700 Arbeiter beschäftigt. Erst am Montag gab Peugeot bekannt, die Zusammenarbeit mit Toyota zu vertiefen. Der japanische Konzern will Lieferfahrzeuge auf Basis des Peugeot Expert und des Citroen Jumpy von Peugeot beziehen und sie in Europa unter dem Markennamen Toyota verkaufen. Die Fahrzeuge sollen in Sevelnord hergestellt werden.

Peugeot bekräftigte zugleich, der Standort werde wohl nicht als Werk für eine künftige Generation von mittelgroßen Vans ausgewählt, wenn sich die Wettbewerbsfähigkeit nicht verbessere. Ohne diese Produktion wäre Sevelnord nicht ausreichend ausgelastet. Bisher montiert dort Peugeot gemeinsam mit Fiat Fahrzeuge. Der italienische Konzern zieht sich aber aus dem Joint Venture zurück.

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Dem Verwaltungsratschef des Autokonzerns PSA ist die Hutschnur geplatzt. Die heftige Kritik der Regierung an geplanten Entlassungen habe den Konzern zum möglichen Ziel feindlicher Übernahmen gemacht, so Thierry Peugeot.

Peugeot leidet besonders unter der Krise in Europa, weil er Hersteller normalerweise viele Autos in Südeuropa verkauft, das von der schleppenden Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit besonders betroffen ist. In der Produktion gibt es deswegen Überkapazitäten.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Klartext

23.07.2012, 21:01 Uhr

Für den informierten Beobachter ist klar, daß nach Spanien, Italien auch Frankreich auf dem Wege zum Staatsbankrott ist.

Wenn sich das Rettungsschiff "Deutschland" nicht schnellstens abkoppelt, wird es mit in die Pleite gerissen.

Die Kosmetik die Frankreich in den letzten Jahren als Kerneuro-Land hat aussehen lassen, kann nicht mehr verdecken, dass Frankreich auch unter den Rettungsschirm muß.
Markel und Schäble haben weder die Fähigkeit noch den Willen zur Einsicht und der dringend notwendigen Kappung der Rettungsseile.
Falls nicht das BVG diese unfähigen Rettungskapitäne stoppt, wird Deutschland ein mehrfaches der Schulden
aus den beiden Weltkriegen auftürmen.
Denk ich an Deutschland bei Tag oder Nacht bin ich um mein Glück gebracht!

Peer

23.07.2012, 21:23 Uhr

PSA. Ist de facto ein Staatsternehmen, also schon mal langsam Frankreich shorten. Frankreich ist ein Piratenstaat und die Franzosen träumen noch immer davon, dass sie weltweit jedes Land ausrauben und nieder machen, was nicht bei 3 auf dem Baum ist.

Der Rhein eignet sich übrigens ganz gut als Euro Grenze.

Account gelöscht!

23.07.2012, 23:14 Uhr

Frankreich ist ein failed state.

Letztlich entscheidet bei Technologieunternehmen die Konkurrenzfähigkeit der Produkte über die Zukunft. Und Peugeot/Renault/Citroen sind eben nicht viel mehr als rollende Müllcontainer.

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