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17.09.2013

21:56 Uhr

Autobauer

Peugeot liebäugelt mit chinesischem Partner

Der französische Autokonzern Peugeot will international bekannter werden. Dafür hat das Unternehmen einem Medienbericht zufolge einen Einstieg chinesischer Investoren ausgelotet.

Das Peugeot-Logo an einem Auto in Paris. dpa

Das Peugeot-Logo an einem Auto in Paris.

ParisPeugeot erwägt einem Pressebericht zufolge einen Einstieg des chinesischen Partners Dongfeng. Der französische Autobauer habe zwei Banken damit beauftragt, eine Kapitalverbindung zu prüfen, berichtete die Wirtschaftszeitung "Les Echos" am Dienstag. Auf dem Tisch lägen verschiedene Optionen. Ziel sei es, die internationale Präsenz von Peugeot auszubauen und zugleich an der aktuelle Allianz mit General Motors (GM) festzuhalten. Der US-Konzern ist der zweitgrößte Aktionär hinter der Peugeot-Familie.

Chinas Autokonzerne

Saic

Die Shanghai Automotive Industry Corp. gründete mit Volkswagen einst das erste Joint Venture eines chinesischen Herstellers mit einem ausländischen Autobauer. Seit 1998 kooperiert der Konzern auch mit dem US-Riesen General Motors. Zum Portfolio gehören auch die britische Traditionsmarke GM und die chinesische Luxusmarke Roewe. Im Jahr 2012 produzierten die Chinesen 4,5 Millionen Fahrzeuge und sind damit der größte Autohersteller des Landes.

FAW

First Automotive Works aus Nordchina wurde einst unter sowjetischer Führung gegründet, unterhält aber vor allem enge Kontakte zu den japanischen Autobauern. Zu den Partnern gehört neben Toyota, Mazda und Daihatsu aber auch Volkswagen.

Dongfeng

Kein chinesischer Konzern unterhält mehr Joint Ventures als das Unternehmen aus Wuhan. Zu den ausländischen Partnern zählen Honda, Nissan, Peugeot, Kia und Citroën. Mit 3,2 Millionen produzierten Fahrzeug ist Dongfeng der drittgrößte chinesische Autohersteller.

Baic

Bekannt wurde die Beijing Automotive Group weil sie 2009 die Technik des insolventen schwedischen Autobauers Saab aufkaufte. Mit Mercedes-Benz und Hyundai unterhält der Konzern aus der chinesischen Hauptstadt Joint-Ventures. 2012 produzierte Baic 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Chang'an

Der Mutterkonzern verdient sein Geld mit Waffen. Doch mit 2,07 Millionen produzierten Fahrzeugen ist der Konzern aus Zentralchina mittlerweile der fünftgrößte Autobauer des Landes. Zu den ausländischen Kooperationspartner gehören Ford, Suzuki, and PSA

Brilliance

Der BMW-Partner Brilliance gehörte zu den ersten chinesischen Autokonzernen, die den Sprung nach Europa wagten - und scheiterten. Mit einer Produktion 591.000 Fahrzeugen ist der Hersteller im Landesvergleich relativ klein.

Chery

Bis 2003 war das Unternehmen aus Wuhu der größte Autoexporteur des Landes. Dabei wurde der Konzern erst 1997 gegründet. Seit 2012 unterhält das Unternehmen ein Joint Venture mit Jaguar und Land Rover. Die Tochtermarke des Konzern Qoros soll bald auch auf den europäischen Markt kommen

Geely

Aus einer Manufaktur für Kühlschrankteile ist einer der größten Autohersteller des Landes hervorgegangen. Übersetzt bedeutet der Unternehmensname Glück verheißende Automobile. Einen Namen in Europa machten sich die Chinesen mit der Übernahme von Volvo.

Dem Blatt zufolge bestünde eine Möglichkeit darin, dass sich Dongfeng im Zuge einer Kapitalerhöhung direkt bei Peugeot einkauft. Der Nachteil daran sei allerdings, dass dieser Schritt wahrscheinlich GM verärgern würde. Eine andere Option sei die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens Peugeot-Dongfeng, das sich auf die Schwellenländer konzentrieren würde. In diesem Fall würde der französische Konzern den Chinesen Geschäftsteile abgeben und dafür Geld erhalten, hieß es. Der Vorteil dieser Variante sei, dass die Allianzen mit GM und Dongfeng getrennt blieben.

Ein Peugeot-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Er sagte lediglich: "Wir suchen dauernd nach neuen Möglichkeiten, wie wir unsere Partnerschaft mit Dongfeng weiterentwickeln und festigen können."

Von

rtr

Kommentare (1)

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Pikenier

17.09.2013, 22:56 Uhr

GM verärgern?
Was besseres könnte Peugeot denn schon passieren??
Die Saab- Tragödie alleine schon müsste dem Letzten die Augen öffnen.
Die GM- Nullen gehören abgehalftert.
Nichts als Schaden und Unheil haben diese Prototypen von Kundenignoranten und Missmanager über die Industrie gebracht. Funktionierende Unternehmen aufgekauft und verhunzt, um den eigenen Billigstrümpel weiterhin den dumm verkauften Kunden unterjubeln zu können.

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