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30.07.2014

12:23 Uhr

Autobauer

Peugeot macht weniger Verlust

Der französische Autokonzern hat seinen Nettoverlust deutlich schmälern können. Operativ schrieb die Auto-Sparte sogar wieder schwarze Zahlen. Nur beim Umsatz musste Peugeot einen Rückgang hinnehmen.

Peugeot darf aufatmen: Erstmals seit drei Jahren schreibt das Unternehmen operativ wieder Gewinne. ap

Peugeot darf aufatmen: Erstmals seit drei Jahren schreibt das Unternehmen operativ wieder Gewinne.

ParisBei den französischen Autobauern geht es dank strikter Einsparungen bergauf. Peugeot verringerte im ersten Halbjahr seinen Nettoverlust um fast 75 Prozent auf 114 Millionen Euro, wie das Management am Mittwoch mitteilte. Die Auto-Sparte schrieb erstmals seit drei Jahren operativ wieder schwarze Zahlen.

Am Dienstag bereits hatte Renault über einen kräftigen Gewinn-Anstieg berichtet. Beiden Unternehmen half auch die Erholung auf dem europäischen Automarkt. Wäre der Euro gegenüber anderen Währungen nicht so stark, hätten beide Autokonzerne bessere Ergebnisse vorgelegt.

Experten zeigten sich erfreut von den Fortschritten, die Peugeot-Aktie stieg um 6,5 Prozent. Der Konzern warnte aber, es gebe weiter Risiken. Er nannte die Wirtschaftsentwicklung in Schwellenländen, die schleppende Erholung auf dem Heimatmarkt und den Kurs des Euro.

„Unser Umbau-Plan trägt in allen Bereichen Früchte“, sagte Peugeot-Finanzchef Jean Baptiste de Chatillon. Das Programm mit dem Namen „Zurück im Rennen“ hat der seit Februar amtierende Konzernchef Carlos Tavarez auf den Weg gebracht. Er will mit Kostensenkungen bis spätestens 2016 wieder Gewinne einfahren. Dabei soll Reduzierung der Zahl der Modelle um fast die Hälfte helfen.

In den ersten sechs Monaten drückten vor allem negative Wechselkurseffekte den Umsatz leicht auf 27,6 Milliarden Euro. Neben der Auto-Sparte gehören zu Peugeot auch der Zulieferer Faurecia und die Finanzsparte Banque PSA. Das Unternehmen lieferte 1,54 Millionen Fahrzeuge aus, 5,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Das Europa-Geschäft legte dabei um 11,7 Prozent zu, während es im Rest der Welt ein Minus von 3,3 Prozent gab. Aufwärts ging es aber in China. Dort weitet Peugeot Produktion mit dem Partner Dongfeng aus, der über eine milliardenschwere Kapitalspritze bei den Franzosen eingestiegen ist. Auch der französische Staat hatte Geld zugeschossen.

Peugeot wurde von der langen Krise auf dem europäischen Automarkt besonders hart getroffen. In den vergangenen beiden Jahren hatte das Unternehmen insgesamt fast 7,3 Milliarden Euro Verlust eingefahren.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Für das Gesamtjahr erwartet Peugeot branchenweit in Europa eine um drei Prozent und in China eine um zehn Prozent höhere Nachfrage. Für Lateinamerika wird hingegen ein Rückgang von sieben Prozent und für Russland von zehn Prozent vorhergesagt.

Renault hatte am Dienstag einen Anstieg des Betriebsgewinns im Halbjahr um ein Viertel auf 729 Millionen Euro präsentiert. Der Umsatz sank allerdings um drei Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. Der VW -Rivale streicht Tausende Arbeitsplätze. Zudem führte die enge Partnerschaft mit Nissan aus Japan zu Einsparungen im Einkauf. Auch Renault hat inzwischen mit der Währungsschwäche in einigen Schwellenländern zu kämpfen. Durch die vergangenen Jahre war der Konzern aber auch dank seiner Billigmarke Dacia vergleichsweise gut gekommen

Von

rtr

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