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15.03.2013

14:38 Uhr

Autobauer

Porsches Rendite sinkt — ein bisschen

Die operative Marge des Luxusautoherstellers schrumpft leicht auf 17,6 Prozent. Trotz der Eurokrise stimmen bei Porsche aber noch immer Absatz und Umsatz. Es sind die hohen Personalkosten, die den Gewinn verringern.

Das Geschäft mit den Sportwagen läuft noch immer bestens. dpa

Das Geschäft mit den Sportwagen läuft noch immer bestens.

StuttgartDie Absatzkrise in Europa bringt auch den erfolgsverwöhnten Sportwagenhersteller Porsche ins Schwitzen. Bei der seit Mitte vergangenen Jahres ganz zum Wolfsburger VW -Konzern gehörenden Marke schmolz im vergangenen Jahr trotz eines Rekordabsatzes und Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis die operative Rendite um gut einen Prozentpunkt auf 17,6 Prozent, wie die Porsche AG am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Damit erfüllten die Schwaben zwar ihre selbstgesteckten Ziele und führen die Rendite-Rangliste in der Automobilindustrie mit deutlichem Abstand an. Aber die schwächere Ertragskraft macht deutlich, dass sich auch Porsche von der schleppenden Konjunktur und der Euro-Krise "nicht völlig abkoppeln" kann, wie Porsche-Chef Matthias Müller einräumte.

Die Krise in den Euro-Staaten - einem der wichtigsten Märkte auch für Porsche - sei ein "Risikopotenzial" für die ganze Branche, mahnte Finanzchef Lutz Meschke und warnte vor einer Verschärfung der Rezession im hochverschuldeten Südeuropa durch "ausschließliche Sparmaßnahmen".

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Eine Prognose für die Verkaufszahlen im laufenden Jahr traut sich der Sportwagenbauer, der seit Jahren von einem Absatzrekord zum nächsten eilt, nicht zu. Die im Januar und Februar erneut über Vorjahr liegenden Auslieferungszahlen von mehr als 22.500 Autos dürften nicht einfach auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, sagte Müller.

Die schwindende Nachfrage in Europa trifft Porsche mit seinen vermögenden Kunden zwar weniger hart als Massenhersteller wie Opel oder Peugeot : 2012 bauten die Schwaben mit knapp 152.000 Autos 19 Prozent mehr Fahrzeuge und lieferten rund um den Globus auch mit gut 143.000 verkauften Autos auch 22 Prozent mehr aus als 2011. "Aber die weltweit höchsten Ergebnisbeiträge erzielen wir nun mal in Europa und insbesondere in Deutschland", rechnete Porsche-Chef Müller bereits zu Jahresbeginn vor. Die fehlenden Gewinne aus Europa muss Porsche in anderen Regionen durch höhere Verkaufszahlen wettmachen.

Daher drückt die VW-Tochter beim Ausbau des Händlernetzes in Schwellenländern aufs Tempo: Im Fokus stehen China, Südkorea, Brasilien und Russland, wo sich der Hersteller noch Zuwächse verspricht. "Wir stehen nicht auf der Investitionsbremse, aber investieren mit Augenmaß", sagte Müller und rechnet 2013 bestenfalls mit einem stagnierenden Gewinn.

Porsches Weg in die Krise und wieder heraus

Bewegte Jahre

Porsche hat bewegte Jahre hinter sich. Ein schneller Überblick, wie es dazu kommen konnte.

Der Anfang

Ferdinand Porsche machte sich 1931 in Stuttgart nach einer Anstellung bei Daimler selbstständig. Er konstruierte 1934 den VW-Käfer und legte so den Grundstein für den Volkswagenkonzern

Der Einstieg bei VW

Finanziell trafen sich beide Konzerne 2005 wieder. Porsche stieg mit zunächst 20 Prozent bei Volkswagen ein und erhöhte seinen Anteil bis 2009 auf knapp 51 Prozent.

Was schief lief

Der profitable, aber im Vergleich zu VW kleine Sportwagenbauer verschluckte sich in der Finanzkrise jedoch an der geplanten VW-Übernahme und konnte nur durch Milliardenkredite gerettet werden.

Der Weg aus der Krise

Nach der Krise ist Porsche wieder auf einem guten Weg. Für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. August bis zum 31. Dezember 2010 erzielte der Konzern ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 1,286 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2009/10 wies Porsche ein negatives Ergebnis von minus 454 Millionen aus.

Zurück zu alter Stärke

Porsche ist vor allem auf dem amerikanischen und dem chinesischen Markt wieder stark. Im Mai lieferte der Autobauer weltweit über zwei Drittel mehr Fahrzeuge aus als im Vorjahresmonat

Die Schulden drücken

Im Frühjahr hat Porsche über eine Kapitalerhöhung 4,9 Milliarden Euro eingesammelt, um so den gigantischen Schuldenberg zu drücken

Verschmelzung mit VW

Der Schritt gilt als Etappe auf dem Weg zur Verschmelzung mit VW. Für die Fusion mussten mehrere Klippen umschifft werden. Im August 2012 wurde Porsche in den VW-Konzern integriert. Der Streit um die Übernahmeschlacht dürfte trotzdem weiterlaufen: Mehrere Klagen gegen ehemalige Porsche-Manager wegen des Machtkampfs mit VW werden derzeit vor Gericht verhandelt.

Denn Porsche stockte zuletzt die Belegschaft deutlich auf, um vom kommenden Jahr an mit einem im Werk Leipzig vom Band rollenden kompakten Geländewagen zu punkten. 2012 stiegen die Personalausgaben um mehr als ein Fünftel, 2013 werden zusätzliche Ausgaben für den Ausbau der Werke und des Entwicklungszentrums zu Buche schlagen.

2012 verdiente die Porsche AG nach Steuern 1,8 Milliarden Euro, fast 400 Millionen Euro mehr als 2011. Der operative Gewinn kletterte mit einem Plus von 19 Prozent langsamer als der Umsatz, der um 27 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro anstieg. Im Schnitt erlösten die Schwaben mit fast 97.000 Euro pro verkauftem Fahrzeug deutlich mehr als 2011.

Das zeigt, dass luxuriös ausgestattete Autos in der Krise gefragt bleiben. Davon profitierte auch die Konzernschwester Audi, die 2012 ebenfalls mehr Fahrzeuge auslieferte. Die Bayern müssen sich aber mit einer operativen Rendite von elf Prozent genügen, Daimler kam 2012 auf gut sieben Prozent.

Übernahmeschlacht um VW: Ermittlungen gegen Porsche-Aufsichtsräte eingeleitet

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Die gescheiterte VW-Übernahme durch Porsche zieht offenbar weitere Kreise.

Erklärtes Ziel von Porsche bleibe trotz aller Unwägbarkeiten eine operative Marge von "mindestens 15 Prozent", bekräftigte Vorstandschef Müller. Mit Hilfe von VW als Mutterkonzern und den Konzernschwestern Audi, Bentley, Bugatti und Lamborghini will Porsche bis 2018 rund 200.000 Autos im Jahr verkaufen und damit auch von Skaleneffekten profitieren.

Den größten Schub auf dem Weg zum selbstgesteckten Absatzziel erhofft sich die VW-Tochter von dem ab Frühjahr 2014 bei den Händlern stehenden Kompaktwagen Macan, der rund 50.000 mal im Jahr verkauft werden soll. (Reporter: Hendrik Sackmann,; redigiert von)

Von

rtr

Kommentare (1)

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Dr.MartinWinterkorn

15.03.2013, 16:50 Uhr

Santos

Du nervst, verzieh dich einfach und geh dahin wo du keinen nerven kanns

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