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01.02.2010

08:22 Uhr

Autobauer

Premiumhersteller sehen wieder Licht für 2010

VonMarkus Fasse , Martin W. Buchenau

BMW bleibt in den schwarzen Zahlen und geht von steigenden Absätzen aus. Auch Porsche und Mercedes haben das Schlimmste überstanden. Grund für den Aufschwung sind vor allem der anziehende Export und die steigenden Bestellungen für Dienstwagen im Inland.

Das Interesse wächst: Premiumhersteller wie Porsche starten optimistisch ins neue Jahr. Quelle: APN

Das Interesse wächst: Premiumhersteller wie Porsche starten optimistisch ins neue Jahr.

STUTTGART/MÜNCHEN. Die deutsche Autoindustrie hakt das Katastrophenjahr 2009 ab und macht sich Mut für 2010. „Die BMW Group geht mit einigem Optimismus in das neue Jahr“, sagte Konzernchef Norbert Reithofer am Freitag zur Vorlage der Absatzzahlen. Die Münchener wollen nach einem Absatzeinbruch von 10,4 Prozent im Jahr 2009 in diesem Jahr wieder zulegen. Auch die anderen Luxushersteller Daimler, Audi und Porsche gehen davon aus, dass die Verkäufe in diesem Jahr anziehen.

Anders als Massenhersteller wie VW, Opel und Ford haben die Premiumanbieter 2009 nicht von der Abwrackprämie profitiert. Während man sich in Wolfsburg und Rüsselsheim auf herbe Einbrüche nach dem Auslaufen der staatlichen Unterstützung vorbereitet, rechnen Daimler und BMW mit einer Erholung ihres Geschäfts.

Das liegt einerseits an den wieder anziehenden Exportmärkten, andererseits vor allem an den wieder steigenden Bestellungen für Dienstwagen im Inland. „Das Flottengeschäft wird spürbar anziehen“, erwartet auch Franz Fehrenbach, Chef des weltgrößten Automobilzulieferers Bosch, der im vergangenen Jahr erstmals seit Kriegsende tief in die roten Zahlen geriet. Da Bosch stark bei den deutschen Premium-Herstellern vertreten ist, erhofft sich auch Fehrenbach davon Impulse für dieses Jahr.

„Im Firmenkundengeschäft erwarten wir wieder ein leichtes Wachstum“, bestätigt Angela Böhm, Geschäftsführerin der Frankfurter Marktforschungsagentur Dataforce. Viele Unternehmen hatten im Krisenjahr 2010 auslaufende Leasingverträge einfach um ein Jahr verlängert. Damit gebe es einen kleinen Nachfragestau.

Davon könnten Daimler, Audi und vor allem BMW profitieren. Die Münchener meldeten am Freitag, dass sie trotz eines Umsatzrückgangs von 4,7 Prozent 2009 in den schwarzen Zahlen geblieben sind, genaue Aussagen will der Konzern erst im März machen.

Entscheidend ist aber der Blick nach vorn. Nach Mercedes und Audi beginnen auch die Münchener in diesem Jahr mit der Erneuerung ihrer Modellreihen. Den Anfang macht der neue Fünfer, der im zweiten Quartal auf den Markt kommt. Drei Viertel der Zulassungen dieser für BMW wichtigen Modellreihe sind gewerblich. In guten Zeiten verkauft BMW 200 000 „Fünfer“ pro Jahr, das entspricht rund 20 Prozent des Absatzes der Marke.

Die Klingen kreuzt der Fünfer mit der E-Klasse von Mercedes, die in diesem Jahr mit dem inzwischen kompletten Programm aller Modellvarianten antritt. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche erwartet, dass Mercedes-Benz den Abstand zu BMW beim Absatz wieder verkleinert, und rechnet ebenfalls mit „einer leichten Umsatzsteigerung gegenüber 2009“. Die Marke war zuletzt mit dem kräftigsten Wachstum im Luxussegment unterwegs.

Porsche setzt seine Hoffnungen vor allem auf den neuen Viertürer „Panamera“. Bei der Wahl des „Autos des Jahres“ hängte die Luxuslimousine gleich mal die S-Klasse von Mercedes und den „Siebener“ von BMW auf Anhieb ab.

Mehr als die Wahl der Leser der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ zählt allerdings für den Sportwagenbauer die anziehende Nachfrage. Nach der fehlgeschlagenen Übernahme von VW schöpft der arg gebeutelte Sportwagenbauer jetzt unter dem Dach von VW neue Hoffnung. Im ersten Halbjahr gingen die Verkäufe zwar im Jahresvergleich noch einmal um 3,1 Prozent auf 33 200 Fahrzeuge zurück. Von August bis Ende Oktober hatte der Sportwagenbauer aber noch 40 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor verkauft. „Der Aufwärtstrend im zweiten Quartal ist also deutlich erkennbar“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn auf der Porsche-Hauptversammlung am Freitag.

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