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20.11.2014

16:24 Uhr

Autobauer

US-Mutter GM investiert massiv bei Opel

General Motors steckt mehr als 500 Millionen Euro in europäische Werke. Ein großer sportlicher Geländewagen soll in Rüsselsheim gebaut werden. Opel baut unterdessen sein Führungsteam um.

GM will sein Europageschäft mit Investitionen auf Kurs bringen. AFP

GM will sein Europageschäft mit Investitionen auf Kurs bringen.

HamburgGeneral-Motors investiert erneut massiv in seine defizitäre Europa-Tochter Opel. Insgesamt nehme der Mutterkonzern mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Hand, um nach 2016 die Werke in Rüsselsheim, Kaiserslautern und im polnischen Tichy für den Bau von spritsparenden Motoren und Getrieben zu modernisieren, teilte der Rüsselsheimer Autobauer am Donnerstag mit. Bereits im Frühjahr hatte Opel in Rüsselsheim Investitionen von 245 Millionen Euro angekündigt, um dort neben dem Mittelklassewagen Insignia ein zweites Modell vom Band laufen zu lassen.

Nun teilte Opel mit, dass dies ein großer sportlicher Geländewagen (SUV) sein wird. Das Fahrzeug soll über dem sportlichen Geländewagen Mokka angesiedelt sein und das größte Modell der Marke werden.

„Opel ist von hoher strategischer Bedeutung für GM“, sagte Konzernchef Mary Barra. Die zusätzlichen Investitionen sollten Opel helfen, seine Position in Europa zu stärken. Sie seien zudem „ein klares Bekenntnis von GM zu Opel, zu Deutschland und zu Europa“. In der Vergangenheit waren mehrere Sanierungsversuche von GM ins Leere gelaufen, weil der US-Konzern kaum in seine Tochter investierte.

Auslastung der Opel-Werke

Saragossa (Spanien)

In seinem spanischen Werk produziert Opel den Corsa und den Meriva. Bald soll auch noch der Kompakt-SUV Mokka hier gebaut werden. Mit einer Kapazität von 480.000 Fahrzeugen und einer Produktion von 300.000 Fahrzeugen ist das Werk zu zwei Dritteln ausgelastet und beschäftigt derzeit rund 5.800 Mitarbeiter.

Rüsselsheim (Deutschland)

Im Stammwerk von Opel werden der Insignia und der Astra gebaut. Mit dem Modellwechsel im kommenden Jahr soll der Astra allerdings nach Polen wandern, dafür kommt der Zafira aus dem Werk in Bochum. Die Auslastung muss dann dringend steigen. Denn derzeit liegt die Kapazität des Werks bei 280.000 Fahrzeugen - und die wird nur zu 54 Prozent ausgelastet.

Eisenach (Deutschland)

Das Werk mit seinen 1.600 Mitarbeitern ist die Kleinwagen-Hochburg von Opel. Hier werden der Corsa und der Adam gebaut. Was die Auslastung betrifft steht kein Opel-Werk derzeit besser da. Die Kapazität von 170.000 Fahrzeugen wird zu 71 Prozent ausgenutzt.

Bochum (Deutschland)

Das Werk soll zum Ende des Jahres schließen - noch arbeiten rund 3.200 Opelaner am Standort und bauen den Zafira und den Astra. Ausgelastet wird die Kapazität von 180.000 Fahrzeugen nur zu 52 Prozent.

Gliwice (Polen)

Das polnische Werk mit seinen 3000 Angestellten soll einer von zwei Standorten für die neue Astra-Generation werden - und muss dringend besser ausgelastet werden. Derzeit liegt die Auslastung bei mageren 43 Prozent bei einer Kapazität von 208.000 Fahrzeugen.

Ellesmere Port (Großbritannien)

Der zweite große Astra-Standort ist das Werk in Großbritannien, wo Opel derzeit 1.180 Mitarbeiter beschäftigt. Die Auslastung ist auch hier noch unprofitabel. Bei einer Kapazität von 188.000 Fahrzeugen liegt sie bei 43 Prozent.

Anfang 2013 hatte GM dies geändert und Investitionen von vier Milliarden Euro bis 2016 angekündigt, um das Europageschäft auf Kurs zu bringen. Damit soll ein Großteil der Modelloffensive bestritten werden, die Opel derzeit umsetzt. Bis 2018 sind insgesamt 27 neue Modelle und 17 neue Motoren geplant.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann kündigte zudem an, dass im Werk in Eisenach ab Mitte nächsten Jahres eine dritte Schicht eingeführt werden soll. Die Nachfrage nach dem Stadtflitzer Adam und nach dem neuen Corsa, die dort gebaut werden, sei hoch. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Eisenach könnte den Corsa an das Opel-Werk in Spanien verlieren, wo dieses Modell ebenfalls vom Band läuft.

GM will Opel nach zehnjähriger Durststrecke 2016 endlich wieder in die Gewinnzone führen.

Opel baut derweil sein Führungsteam um. Weil Entwicklungschef Mike Ableson ins GM-Management wechselt, übernimmt Charlie Klein (54) die Verantwortung über die Fahrzeugentwicklung zum 1. Januar 2015, wie die Opel Group am Donnerstag in Rüsselsheim berichtete. Klein ist bisher für das Nutzfahrzeuggeschäft zuständig.

Gleichzeitig tritt mit Carsten Wreth ein branchenfremder Manager ins Unternehmen ein. Der 49-Jährige kommt von Telefonica Global Services und soll dem Comeback von Opel weiteren Schwung geben. Wreth wird die neu geschaffene Position eine Vize-Präsidenten für „Kundenerfahrung“ (Customer Experience) in Europa übernehmen. „Carsten Wreth wird eine entscheidende Rolle bei der Verwirklichung des Ziels spielen, unsere Organisation noch kundenorientierter zu machen“, sagte Vertriebschef Peter Christian Küspert.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

21.11.2014, 18:55 Uhr

Auch Opel sollte es langsam wissen, VANs(ähnliche Bauarten) usw. baut man heute mit Schiebetüten hinten!

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