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01.05.2013

19:22 Uhr

Autobauer

Volkswagen erleidet Rückschlag auf dem US-Markt

Nach der Eintrübung auf dem heimischen Automarkt muss VW nun auch im Boomland USA zurückstecken. Erstmals seit Jahren gehen die Verkäufe dort zurück. Die Konkurrenten blasen zum Angriff.

VW verkaufte im April in den Vereinigten Staaten 33.600 Autos und damit 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Reuters

VW verkaufte im April in den Vereinigten Staaten 33.600 Autos und damit 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

HerndonVolkswagens Erfolgsgeschichte in den USA bekommt einen Knacks. Im April schrumpften die Verkäufe der Wolfsburger erstmals seit etwa drei Jahren. Landeschef Jonathan Browning sprach am Mittwoch von einem „herausfordernden Monat, besonders bei den kompakten und mittelgroßen Limousinen“.

VW verkaufte im April in den Vereinigten Staaten 33.600 Autos und damit 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei ist der Markt allgemein weiter im Aufwind. VW allerdings bekommt die stärkere Konkurrenz zu spüren. So feiert Ford große Erfolge mit seiner neuen Mittelklasse-Limousine Fusion, dem Schwestermodell des kommenden Mondeo in Europa.

Der neue Fusion ist ein direkter Rivale für den mittlerweile nicht mehr ganz taufrischen US-Passat, mit dem VW in den vergangenen zwei Jahren den amerikanischen Markt aufgerollt hatte. Zweites wichtiges Modell ist der kleinere VW Jetta. Dem machen etwa der Ford Focus oder der Chevrolet Cruze zu schaffen.

VW hatte jüngst bereits erklärt, die Produktion im US-Werk Chattanooga zurückzufahren, wo der Passat vom Band läuft. Statt in drei Schichten soll vom 13. Mai an nur noch in zwei Schichten gearbeitet werden. 500 Leiharbeiter müssen deswegen gehen. Der Jetta wird im mexikanischen Puebla produziert.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Weiterhin gut lief es im April für die Premiumschwester Audi, deren Verkäufe um 14 Prozent auf 13.200 stiegen. Das war der drittbeste Monat überhaupt.

VW-Landeschef Browning erklärte, langfristig weiter wachsen zu wollen in den USA. Das Riesenland gilt als Schlüssel für den Gesamtkonzern, bis zum Jahr 2018 zum weltgrößten Autobauer aufzusteigen. Denn lange Zeit hatten die Wolfsburger die Vereinigten Staaten vernachlässigt, während die Erzrivalen Toyota und General Motors hier Millionen Autos im Jahr verkaufen. Der US-Markt wurde für VW umso wichtiger, seitdem die Verkäufe in Europa unter der Schuldenkrise leiden.

Mit dem Jetta und Passat, die günstiger als ihre Vorgänger angeboten werden, hatte Volkswagen seinen Absatz in den USA auf neue Rekordstände schrauben können. Gegenüber 2009 hatten sich die Verkäufe der Marke 2012 verdoppelt.

Seit Anfang dieses Jahres ist das Wachstum allerdings abgeflaut. Neue Impulse könnten von einem siebensitzigen SUV kommen, der als Studie Crossblue im Januar auf der Automesse in Detroit vorgestellt wurde. Ob er in Serie geht, war zuletzt noch offen.

Traditionell verkaufen sich Geländewagen und Pick-up-Trucks in den USA gut. Davon profitieren vor allem die drei großen heimischen Hersteller: Bei General Motors stiegen die Gesamtverkäufe im April um 11 Prozent auf 237.600 Stück. Ford legte um 18 Prozent auf 212.600 Autos zu. Chrysler steigerte seine Verkäufe um 11 Prozent auf 156.700 Wagen. Allgemein floriert der Automarkt, weil viele Wagen in den USA überaltert sind; zudem läuft die Wirtschaft wieder besser.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

01.05.2013, 20:11 Uhr

Die Kernmarke VW sollte sich speziell auf dem US-Markt auf einen soliden, bezahlbaren "Bulli" konzentrieren, anstatt dem Riesenangebot der großen SUV´s hinterherzuhecheln. Attraktive Studien, die schon vor Jahren mal kursierten, hätten mit mehr Mut umgesetzt werden müssen.

Account gelöscht!

01.05.2013, 22:13 Uhr

Zunächst einmal muss der Staat seine Aktien an VW verkaufen damit das Management überhaupt frei und marktkonform agieren kann. Wenn man sich vor Augen führt, dass bei VW die rot-grüne niedersächsische Chaotenregierung mitredet, dann wundert es nicht, dass sich bei VW gerade seit dem Machtwechsel in Niedersachen die Probleme häufen.
Zweitens kann es nicht angehen, dass bei VW ein Arbeiter am Band mehr verdient als ein Oberstudienrat. Das Gehaltsgefüge bei VW ist völlig aus dem Ruder gelaufen.

Mike

01.05.2013, 23:26 Uhr

Verdient Volkswagen in den USA überhaupt Geld da die Autos dort deutlich billiger verkauft werden als in Deutschland?

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