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25.01.2013

11:37 Uhr

Autobauer

VW baut neuen Golf ab 2014 auch in Mexiko

VW lässt eine Tradition aufleben: Wie früher der Käfer wird der Golf ab nächstem Jahr in Mexiko produziert. Ein Großteil wird in die USA exportiert. Damit soll die Aufholjagd auf dem wichtigen Markt fortgesetzt werden.

Golf läuft vom Band - bald auch in Mexiko. dpa

Golf läuft vom Band - bald auch in Mexiko.

WolfsburgVolkswagen wird den neuen Golf vom kommenden Jahr an auch in Mexiko vom Band rollen lassen. Von dort solle der Kompaktwagen in siebter Generation nach Nordamerika exportiert werden, erläuterte ein VW-Sprecher am Freitag. Damit lässt der Wolfsburger Konzern eine Tradition aufleben. In Mexiko wurde bis vor zehn Jahren noch der legendäre Käfer gebaut - lange nachdem VW die Produktion des Erfolgsmodells in allen anderen Werken eingestellt hatte.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

In dem Werk in Puebla werden bisher die Modelle Jetta und Beetle für den Export in die USA gefertigt. Der Golf VII läuft bisher nur im Stammwerk in Wolfsburg und in Zwickau vom Band.

Was hinter VWs modularem Querbaukasten (MQB) steckt

Was ist der MQB?

Hinter der etwas kryptischen Bezeichnung "Modularer Querbaukasten" (kurz: MQB) verbirgt sich ein neues Plattformkonzept von Volkswagen, das die Fahrzeug-Produktion vereinheitlichen und in mehr als 40 Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat Vorteile bei der Produktion mit sich bringen soll.

Die ersten Modelleaus dem MQB sind der neue Audi A3 und der VW Golf der 7. Generation, der im September auf dem Pariser Autosalon vorgestellte wird.

2. Was ändert sich?

VW-Fahrzeuge sollen leichter werden, innen mehr Platz bieten, sowie mehr Sicherheit und verbrauchsgünstigere Motoren erhalten. Der MQB bietet die Möglichkeit neben Benzinern oder Dieseln auch alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid oder Elektro-Antriebskomponenten in identischer Lage einzubauen.

Daneben verbindet der MQB vereinheitlichte Technikmaße wie den Abstand zwischen Gaspedal und der vorderen Radmitte mit variablen Parametern, wie etwa beim Radstand, den Spurbreiten und den Radgrößen. Auf diese Weise kann der MQB also auf verschiedene Fahrzeuge übertragen werden.

3. MQB und Golf VII

Ein Merkmal des MQB: Die Vorderräder werden um bis zu vier Zentimeter (in der Kompaktklasse) nach vorne verlegt. Neben mehr Platz innen soll so mehr Schutz für die Insassen drin sein. Wegen der Verwendung von gewichtsoptimierten Bauteilen, wird außerdem der neue Golf nur noch so viel wiegen wie ein Golf der 4. Generation. Im Durchschnitt werden alle auf dem MQB basierenden Fahrzeuge mindestens 40 Kilo leichter sein als ihre direkten Vorgänger.

4. Neue Motoren

VW hat im Zuge der Einführung des MQB auch eine neue Generation von Motoren entwickelt. Die bauen künftig kompakter, nehmen also weniger Platz einnehmen und sind gleichzeitig sparsamer. Durch Verwendung von Aluminium verliert z.B. der 1,4-Liter-Benziner mit 122 PS mehr als 20 Kilo. Beim Minderverbrauch sollen bis zu zehn Prozent drin sein.

Der Vierzylinder-TSI-Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum leistet 85 oder 105 PS, das 1,4-Liter-Aggregat wird mit 122 oder 140 PS Leistung erhältlich sein. Das maximale Drehmoment beträgt 165 und 175 Nm bei den 1,2-Liter-Motoren, die beiden 1,4-Liter-Varianten bringen es auf 200 und 250 Nm ab einer Drehzahl von 1.400U/min.

Die neuen Dieselmotoren kommen mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum und leisten zwischen 90 und 190 PS. Das maximale Drehmoment reicht von 250 bis 380 Nm. Auch die Selbstzünder sollen beim Verbrauch deutlich sparsamer werden und die ab September 2014 geltende Euro-6-Norm erfüllen.

5. Neue Technik

Neu ist die Zylinderabschaltung, die im 1.4 TSI Premiere feiert. Zwei der vier Zylinder werden immer dann abgeschaltet, wenn der Fahrer in einem Drehzahlbereich zwischen 1.250 und 4.000 U/min. unterwegs ist und das Drehmoment zwischen 25 und 100 Nm liegt. Im Normzyklus soll diese Technik zu einer Verbrauchsersparnis von 0,4 L/100 km führen.

Bei den neuen Motoren wird der Zylinderkopf gedreht, so ist die Ansaugseite zur Fahrzeugfront und die Abgasseite zur Fahrgastzelle gerichtet. Dadurch kann eine einheitliche Verbindung zwischen Motor und Getriebe realisiert werden, die es erlaubt, alle Motoren mit dem gleichen Getriebe zu koppeln.

Mit der nach hinten geneigten Einbaulage im Winkel von zwölf Grad können auch Antriebsstrang und Antriebswellen vereinheitlicht werden.

6. Vorteile für den Konzern

Standardisierung von Bauteilen, Maßen und Produktionsabläufen senkt Kosten und reduziert Fertigungszeiten. Der MBQ soll aber auch die Flexibilität bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge erhöhen, so lassen sich z.B. Nischen schneller bedienen.

Für VW ist beides wichtig, angesichts des harten weltweiten Wettbewerbs unter den Autobauern vor allem in den volumenstarken Segmenten Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse.

Mexiko ist nicht der Anfang der Golf-Verbreitung. Noch im laufenden Jahr will VW den Bestseller im chinesischen Foshan fertigen. Das Werk befindet sich noch im Bau. Das Vorgängermodell wird bereits im Changchun hergestellt. China ist der größte Markt von Volkswagen.

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Zuletzt gingen die Absatzzahlen zurück. VW hofft nun auf Käufer aus China.

In den USA hat sich der Konzern im vergangenen Jahr dank des speziell für die Bedürfnisse der Amerikaner entwickelten Passat aus der Nischenrolle emporgearbeitet und knüpft an Jahrzehnte zurückliegende Erfolge an. Mit dem Golf soll die Aufholjagd beschleunigt werden.

Von

rtr

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