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14.02.2014

11:52 Uhr

Autobauer

VW lässt Absatzprobleme in Europa hinter sic

Volkswagen hat dank Zuwächse in China und Europa die Zahl seiner Auslieferungen gesteigert. Rund um den Globus wurde Volkswagen im Januar fast 800.000 Fahrzeuge los – trotz sinkenden Absatzes in den USA und Brasilien.

Ein Volkswagen in der Fertigung: Besonders kräftig kletterten die Auslieferungen mit 15,5 Prozent auf dem weltweit größten Automarkt in der Volksrepublik. ap

Ein Volkswagen in der Fertigung: Besonders kräftig kletterten die Auslieferungen mit 15,5 Prozent auf dem weltweit größten Automarkt in der Volksrepublik.

HamburgVolkswagen hat den Absatz zu Jahresanfang dank kräftiger Zuwächse in China und Europa gesteigert. Rund um den Globus schlug der Zwölf-Marken-Konzern im Januar 798.100 Fahrzeuge los, 6,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei kletterte nach langer Durststrecke der Absatz in Europa um 8,5 Prozent. „Vor allem Westeuropa scheint die Talsohle hinter sich lassen“, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler am Freitag. Hier schlug Volkswagen 6,3 Prozent mehr Wagen los als vor Jahresfrist. In Deutschland steigerte Europas größter Autobauer den Absatz um 11,6 Prozent.

Besonders kräftig kletterten die Auslieferungen mit 15,5 Prozent auf dem weltweit größten Automarkt in der Volksrepublik - und dies, obwohl das chinesische Neujahrsfest in diesem Jahr bereits Ende Januar begann. Während der mehrtägigen landesweiten Feierlichkeiten werden im Reich der Mitte in der Regel kaum Autos verkauft. Dagegen lieferte der Zwölf-Marken-Konzern in den USA 13,4 Prozent weniger Wagen aus als vor einem Jahr. Dort macht den Wolfsburgern schon seit längerem zu schaffen, dass sich der US-Passat inzwischen nicht mehr so gut verkauft. In Brasilien schrumpften die Verkäufe sogar um mehr als ein Fünftel.

Wie Ferdinand Piëch einen Weltkonzern schuf

1990er-Jahre

1993: Als Ferdinand Piëch im Januar 1993 den Vorstandsvorsitz von VW übernimmt, kämpft der Konzern mit einem Einbruch des Nordamerikageschäfts, hohen Kosten und Verlusten. Der neue Chef holt den Sanierer José Igancio López nach Wolfsburg. Weil der Spanier Betriebsgeheimnisse mitgenommen haben soll, entbrennt ein langwieriger Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber General Motors.
1997: Dank Piëchs Internationalisierungsstrategie laufen fast zwei von drei Autos im Ausland vom Band. 
1998: Mit der Übernahme der Marken Bentley (Foto) und Bugatti steigt Volkswagen ins Luxussegment ein. 
1999: Der Lupo kommt als erstes Drei-Liter-Auto auf den Markt. Im gleichen Jahr übertrifft Volkswagen als erster europäischer Hersteller die Schwelle von 100 Millionen produzierten Fahrzeugen

2000

Mit der im Juni eröffneten Autostadt setzt Piëch sich und dem VW-Konzern ein Denkmal in Wolfsburg. 

2001

Mit dem Luxusmodell „Phaeton“ erweitert VW das Oberklassenangebot. Für die Produktion des Kompaktvans Touran wird mit der IG Metall ein eigenes Tarifmodell entwickelt.

2002

Volkswagen übernimmt die schwedische Scania komplett und stärkt damit das Lkw-Geschäft. Der Aufsichtsrat wählt im April des Jahres Bernd Pischetsrieder zum Vorstandschef. Piëch übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

2007

Im Januar tritt Martin Winterkorn das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Der VW-Konzern liefert 6,2 Millionen Fahrzeuge aus - so viele wie noch nie zuvor. Insbesondere in China, Brasilien und Osteuropa vermeldet VW Zuwächse von bis zu 32 Prozent im Vorjahresvergleich.

2009

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg gewinnt die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

2011

Volkswagen legt in Silao in Mexiko den Grundstein für ein neues Motorenwerk. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet in den USA das neue Werk in Chattanooga mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos.

2012

VW hält über eine Holding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG, die als eigenständige Marke geführt wird - der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche entsteht.

Am stärksten unter den Marken legten die Oberklassetochter Audi (plus 11,7 Prozent) und die tschechische VW-Tochter Skoda (plus 16,5) zu. Die Hauptmarke VW verkaufte weltweit 4,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei Seat stagnierte der Absatz. Die Auslieferungen der beiden Lkw-Töchter MAN und Scania sind in den Zahlen nicht enthalten.

Im vergangenen Jahr hatte der Zwölf-Marken-Konzern aus Wolfsburg die Opel-Mutter General Motors beim Konzernabsatz überholt und liegt nun - einschließlich MAN und Scania - auf Rang zwei hinter Weltmarktführer Toyota.

An seinen sechs westdeutschen Standorten und bei der Volkswagen Sachsen GmbH übernimmt Volkswagen insgesamt 1100 Zeitarbeitnehmer. Das teilte der Betriebsrat in Wolfsburg am Freitag mit. „Das ist keineswegs selbstverständlich. In vielen anderen Betrieben haben Leiharbeitnehmer keine echte Chance auf eine feste Anstellung“, betonte der Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh. In den vergangenen vier Jahren habe der Konzern rund 7200 Zeitarbeitskräfte übernommen.

Von

rtr

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