Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2009

15:32 Uhr

Autobranche

Autoverkäufe brechen im Dezember ein

Es ist erneut ein schlimmer Tag für die Autobranche: Nachdem am Montagmorgen die Japaner deutlich gesunkene Zulassungszahlen vorgelegt hatten, liefert jetzt auch Frankreich Minuszahlen. Außerdem kommen am Abend noch Daten aus den USA.

Auch PSA Peugeot Citroen wurde von der Krise voll erfast. Foto: Reuters Quelle: Reuters

Auch PSA Peugeot Citroen wurde von der Krise voll erfast. Foto: Reuters

fmk/HB TOKIO/PARIS/FRANKFURT. Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise ist der Autoverkauf in Frankreich im Dezember noch einmal kräftig eingebrochen. Die Zahl der verkauften Neuwagen schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 Prozent, wie der Verband der französischen Autobauer (CCFA) am Montag mitteilte. Ausländische Marken waren mit einem Rückgang von 20,8 Prozent demnach stärker betroffen als französische - bei den heimischen Modellen wurden lediglich um 9,8 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt.

Der Markt sei in der zweiten Jahreshälfte um 6,3 Prozent geschrumpft, nachdem er im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent gewachsen sei, erklärte der Verband. Über das ganze Jahr ergebe sich ein Rückgang von 0,7 Prozent. Insgesamt wurden 2008 in Frankreich laut CCFA knapp 2,1 Mio. Neuwagen verkauft.

Die Wirtschaftskrise hatte die französischen Autohersteller Renault und PSA Peugeot Citroën sowie ihre Zulieferer in den vergangenen Wochen und Monaten voll erfasst. Beide Konzerne bauen tausende Stellen ab. In Frankreich hängt jeder zehnte Arbeitsplatz mehr oder weniger direkt an der Automobilindustrie. Der französische Staat will bis Ende des Monats ein eigenes Konjunkturprogramm für die Branche auflegen.

Schlechte Nachrichten kamen am Morgen auch aus Japan: Der japanische Automarkt ist 2008 so stark geschrumpft wie seit der Ölkrise in den 70er-Jahren nicht mehr. Damit verstärkt sich ein Trend, der schon Anfang des Jahrtausends einsetzte: Vor allem junge Japaner kaufen kaum noch Autos. Sie scheuen angesichts einer immer unsichereren Arbeitsmarktlage den nötigen Kredit, was sich in der Wirtschaftskrise noch verstärkt.

Außerdem sind moderne Elektronikprodukte wie Handys oder Musikspieler als Wunschobjekte ebenso begehrt, kosten jedoch nur einen Bruchteil. Daten des japanischen Verbandes der Kraftfahrzeughändler schrumpfte der Absatz in den abgelaufenen zwölf Monaten um 6,5 Prozent auf 3,2 Mio. Autos.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×