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03.01.2011

15:56 Uhr

Autobranche

Fiat peilt Mehrheit bei Chrysler an

Nach der erfolgreichen Aufspaltung von Fiat in eine Auto- und eine Industriesparte nimmt der italienische Konzern eine Mehrheit am US-Partner Chrysler ins Visier. Fiat hält bereits 20 Prozent an dem Traditionsunternehmen, und die Aufspaltung gilt als Voraussetzung für eine stärkere Beteiligung.

Fiat-Chef Marchionne. Reuters

Fiat-Chef Marchionne.

HB MAILAND. „Wenn Chrysler dieses Jahr an die Börse geht, sollten wir darüber nachdenken, schneller die Option auf einen höheren Anteil wahrzunehmen“, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne am Montag nach dem Handelsdebüt der nun getrennten Autosparte Fiat und Fiat Industrial an der Mailänder Börse.

Einer baldigen transatlantischen Fusion erteilte Marchionne zugleich eine Absage. Sehr wohl könne Fiat aber 2011 eine Mehrheit von 51 Prozent an Chrysler übernehmen, sagte er. Fiat war 2009 bei Chrysler eingestiegen, als der US-Autobauer wegen der weltweiten Wirtschaftskrise und hausgemachter Probleme in Insolvenz ging.

Die Aktien der beiden seit Neujahr getrennten Fiat-Bereiche legten an ihrem ersten Börsentag zu. Unter „Fiat Industrial“ bündeln die Italiener den Landmaschinenhersteller CNH, den Lkw-Bauer Iveco sowie Marine- und Industrie-Aktivitäten. „Fiat Spa“ umfasst die Geschäfte mit Autos, Autoteilen und Motoren.

Die Auto-Aktien notierten bis zum Nachmittag gut vier Prozent im Plus bei 6,98 Euro. Experten hatten damit gerechnet, dass die Anteile zwischen 6,40 und 7,50 Euro eröffnen. Die Papiere präsentierten sich indes deutlich schwankungsanfälliger als die der Konzern-Schwester. „Es ist wegen des ungewissen Ausblicks schwieriger, die Auto-Sparte zu bewerten“, sagte Analyst Alessandro Frigerio von RMJ.

Die Fiat-Industrial-Titel lagen gut ein Prozent höher bei 8,83 Euro. Experten hatten hier einen Kurs zwischen 7,50 und 8,60 Euro erwartet. Zusammengenommen kommen die Fiat-Bereiche auf gut 15,80 Euro je Aktie und damit einen etwas höheren Börsenwert als der Konzern zuletzt insgesamt.

Fiats letzter Schlusskurs lag bei 15,43 Euro, was einem Marktwert von rund 19 Milliarden Euro entsprach. Die Auto-Sparte gilt kurzfristig als weniger profitabel als der Industrie-Bereich. Auch die erwarteten Investitionen in Chrysler spielen dabei eine Rolle.

Der italienische Konzern hatte im April vergangenen Jahres die Aufspaltung seiner Geschäftsfelder bekanntgegeben und erhofft sich von den schlankeren Unternehmen mehr Wachstum und bessere Chancen für künftige Allianzen. Auch setzt Marchionne darauf, mit der Trennung den üblichen Abschlag auf Konglomerate in Höhe von 20 bis 25 Prozent des Aktienkurses loszuwerden.

Die einzelnen Sparten können sich dem Chef zufolge künftig besser auf ihre Geschäfte konzentrieren. „Angesichts der Veränderungen an den Märkten konnten wir zwei Sektoren, die keine wirtschaftlichen oder industriellen Gemeinsamkeiten haben, nicht länger zusammenbehalten“, sagte Marchionne.

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