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29.01.2010

10:26 Uhr

Autobranche

Pedal-Pleite reißt Toyota in die Tiefe

Rückrufe von Millionen von Autos, ein Verkaufsstopp von acht Modellen - die Pannenserie bei Toyota hat gigantische Ausmaße angenommen. Experten fürchten, dass die möglichen Probleme mit Gaspedalen und Fußmatten Toyota teuer zu stehen kommen könnten. Deswegen schaltet sich die japanische Regierung ein: Die Situation ist ernst.

Ein Toyota hinter Gittern. ap

Ein Toyota hinter Gittern.

HB TOKIO. Die jüngste Pannenserie bei Toyota wird den japanischen Autobauer nach Ansicht von Branchenexperten erhebliche Marktanteile kosten. Es wird erwartet, dass der Anteil des weltweit größten Autoherstellers bei den Verkäufen in den USA auf den niedrigsten Stand seit 2006 fällt. Selbst die Regierung in Tokio äußerte sich jetzt öffentlich besorgt über das einstige Aushängeschild der japanischen Wirtschaft und rief den Autobauer auf, das angeschlagene Vertrauen der Käufer zurückzugewinnen.

"Der Umfang der Rückrufe ist riesig. Die Situation ist ernst", sagte Handelsminister Masayuki Naoshima am Freitag vor Journalisten in Tokio. Die Pannenserie zeige die möglichen Gefahren einer globalisierten Wirtschaft.

Toyota hat wegen möglicher Probleme mit Gaspedalen und Fußmatten 7,65 Mio. Fahrzeuge in den USA und 75 500 in China in die Werkstätten zurückgerufen. Auch für Europa wurden Rückrufe angekündigt, deren Umfang aber noch unklar war.

In den USA will sich das Repräsentantenhaus am 25. Februar mit den Vorwürfen beschäftigen, das schadhafte Gaspedal habe zu Unfällen geführt. Hersteller der Problem-Pedale ist der Zulieferer CTS im US-Staat Indiana.

Der Branchendienst Edmunds.com geht in seinem Monatsbericht davon aus, dass Toyotas Marktanteil im Januar wahrscheinlich auf 14,7 Prozent sinken wird, den niedrigsten Stand seit März 2006. Der Rivale Ford wird seinen Anteil demnach auf 18 Prozent steigern können, der höchste Stand seit Mai 2006.

Betroffen sind fünf Modelle aus den Baujahren 2008 bis 2010, darunter der Geländewagen Highlander, der kompakte Corolla der Crossover Venza und der kleine Matrix. Einen Tag zuvor hatte Toyota wegen anderer Probleme mit dem Gaspedal den Verkauf von acht Modellen in den USA gestoppt. Am 1. Februar wird außerdem die Produktion in sechs US-Werken angehalten.

Ein Sprecher von Toyota-Deutschland erklärte, in Deutschland sei das Problem bisher nicht aufgetreten. Besorgte Toyota-Fahrer könnten versuchweise das Pedal mit der Hand durchdrücken. Falls sie dabei ein Ruckeln spüren, sollten sie in die Werkstatt fahren.

Kommentare (2)

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Schilli-Hahn

29.01.2010, 15:33 Uhr

Von der Wirtschafts- und Technologievorzeigenation Japan ist nicht viel übrig geblieben. Wie haben doch unsere deutschen Politiker Japan in den 80er und 90er Jahren als Vorbild für uns hingestellt. Wer wie ich beruflich mit Japanern zu tun hatte,wußte schon lange, dass sie auch nur "mit Wasser kochen".

no.7

29.01.2010, 19:46 Uhr

Solche Dinge passieren eben, da können die sogenannten "CEO's" den Angestellten noch so einhämmern, das dürfe niemals vorkommen. Und die deutschen brauchen nicht zu frohlocken, das nächste Mal trifft es die wieder. Wir hatten auch schon genug Rückrufe. Eine blamage für die japanischen industrie-Soldaten, die sich gewaschen hat. Jetzt könnt ihr erstmal aufräumen, das hochgelobte und angeblich unglaublich wichtige "Qualitätsmanagement" hat ganz offensichtlich ebenfalls völlig versagt. Weil es im Grunde ein PR-Gag ist.

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