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12.01.2010

10:57 Uhr

Autobranche

Subaru wächst in der Nische der Autokrise davon

VonFlorian Brückner

Größe allein ist nicht alles. Auch nicht in der Automobilindustrie. Der japanische Autobauer Subaru schlägt sich wacker in einer Branche, in der sonst vor allem Größe zählt. Und Subaru will auch in der Krise weltweit weiter wachsen. Für Experten keine Überraschung - Subarus Markenstrategie geht auf.

Ikuo Mori ist CEO der Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries. dpa

Ikuo Mori ist CEO der Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries.

DÜSSELDORF. Ginge es nach Fiat-Chef Sergio Marchionne, dann dürfte ein Autohersteller wie Subaru eigentlich keine große Zukunft mehr haben. Für Marchionne ist ein Autobauer nur dann überlebensfähig, wenn er fünf bis sechs Millionen Fahrzeuge im Jahr produziert. Davon ist Subaru, der nach eigenen Angaben weltweit größte Hersteller von Autos mit Allrad-Antrieb, weit entfernt.

Für 2009 rechnet Ikuo Mori, Präsident von Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries, mit weltweit 560.000 verkauften Autos, wie er dem Handelsblatt sagt. Im Vorjahr waren es noch 585.074 gewesen. Subaru ist laut einer Studie des Automobilexperten Professor Stefan Bratzel von der Fachhochschule für Automobilwirtschaft in Bergisch Gladbach hinter Mitsubishi nach Absatzzahlen nur der 16. größte Autohersteller der Welt.

Das kann Mori genauso kaltlassen wie die Rechenspiele des Fiat-Chefs. Denn Subaru ist trotz Autokrise und Absatzdelle auf Wachstumskurs. "Für dieses Jahr erwarten wir einen höheren Autoabsatz als im vergangenen Jahr", sagt Mori. Die Zahlen auf dem für Subaru wichtigen US-Markt sprechen für ihn.

Zusammen mit dem koreanischen Autobauer Hyundai und dessen Schwestermarke Kia gehört Subaru zu den wenigen Gewinnern, die in den USA weiter zulegen konnten. Im November vergangenen Jahres etwa legte Subaru um 24 Prozent zu. Und in den ersten zehn Monaten 2009 lag das Wachstum in den USA im Schnitt bei 13 Prozent - während der US-Automarkt im selben Zeitraum um 26 Prozent einbrach. Alles in allem hat Subaru in den Vereinigten Staaten 216.652 Autos verkauft - 2008 waren es 189.000 gewesen. Und in diesem Jahr sollen es, so Präsident Mori, sogar 230.000 verkaufte Autos werden.

Christoph Stürmer, Autoexperte beim Marktforschungsinstitut IHS Global Insight, ist von Subarus US-Erfolg nicht überrascht. Dieser sei teilweise mit dem Image der Marke zu erklären. Subaru habe in den USA einen positiven Ruf als Hersteller qualitativ hochwertiger Autos, die vor allem die Anforderungen vieler Fahrer im Norden der USA erfüllen würden: Allrad-Antrieb, Geländetauglichkeit, Robustheit. "Trotzdem sind die Wagen von Subaru nicht klobig und riesig wie die manches Konkurrenten, sondern entsprechen mit ihren schlankeren Abmessungen eher dem Zeitgeist des Downsizings, dem kleinerer und ökologisch verträglicherer Autos also."

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