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21.11.2013

11:31 Uhr

Autobranche

VW prüft Investitionspläne

VW will auf die jüngsten Quartalszahlen und die mittelfristige Absatzkrise reagieren und seine Investitionspläne bis 2015 überdenken. Dabei solle nicht kopflos gestrichen, sondern die Prioritäten bewusst gesetzt werden.

Den Gürtel enger schnallen, das ist das Motto bei VW. Obwohl der Wolfsburger Autobauer noch vergleichsweise gut durch die Krise kommt, will der Konzern nun auf die Absatzkrise reagieren und Mittel anders verteilen. dpa

Den Gürtel enger schnallen, das ist das Motto bei VW. Obwohl der Wolfsburger Autobauer noch vergleichsweise gut durch die Krise kommt, will der Konzern nun auf die Absatzkrise reagieren und Mittel anders verteilen.

WolfsburgAls Reaktion auf die Absatzkrise in Europa stellt Volkswagen seine Ausgabenplanung auf den Prüfstand. „Es geht dabei größtenteils um Strukturinvestitionen, also etwa um Anlagen und Immobilien. Die Frage ist, was man davon jetzt machen muss und was sich vielleicht noch ein bisschen schieben lässt“, sagte Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh. „Es geht nicht ums Streichen. Es geht ums Prioritätensetzen.“ Und weiter: „Daher sind Fahrzeugprojekte und neue Kerntechnologien ja auch ausgenommen – damit verdienen wir unser Geld und sichern den Vorsprung für Morgen.“ VW wollte bisher binnen drei Jahren 50,2 Milliarden Euro in den Autobereich stecken. Diese Vorgabe ist ein Jahr alt. An diesem Freitag befasst sich der VW-Aufsichtsrat mit der neusten mittelfristigen Investitionsplanung.

Osterloh betonte, die wirtschaftliche Lage in Europa sei nicht mehr dramatisch schlecht. „Aber es ist schon noch so, dass Kunden im Flottengeschäft Aufträge verschieben, was wir natürlich merken – vor allem bei Produkten wie dem Passat.“ Die jüngsten Absatzzahlen deuteten aber darauf hin, dass die Talsohle erreicht sei. Der Konzern hatte im Oktober auf dem Heimatkontinent spürbar zugelegt.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Dennoch hinterlasse die hartnäckige Krise daheim Spuren bei VW. „Selbst wenn wir die besten Autos bauen, heißt das nicht, dass wir auch jeden Preis durchsetzen können, wenn die Rabattschlacht tobt“, sagte Osterloh. „Und wenn ich so weniger Ergebnisbeitrag pro Auto habe, muss ich entweder mehr Autos verkaufen oder – wenn auch das der Markt nicht hergibt - gucken, wo ich zusätzlich spare.“

Die Finanzplanung überprüfe nun, welche Investitionen in den nächsten drei bis fünf Jahren einen Puffer schaffen könnten. Dass die Wünsche der einzelnen Marken dabei immer größer ausfielen, sei nichts Besonderes. „Aber die derzeitige Krisensituation in Europa ist inzwischen auch eine, auf die wir noch einmal gezielter drauf gucken müssen“, erläuterte Osterloh die Lage.

VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch mahnte bei der Quartalsbilanz Ende Oktober zur „konsequenten Kosten- und Investitionsdisziplin“. VW-Chef Martin Winterkorn sagte: „Bei zentralen Fahrzeugprojekten, Kerntechnologien und der weiteren Internationalisierung des Konzerns wird es auch in Zukunft keine Abstriche geben.“ Osterloh sagte zu den Sparbemühungen: „Volkswagen redet aus einer Situation heraus, die andere ja gar nicht kennen: Wir diskutieren darüber, wie viel Gewinn wir machen und andere reden darüber, wie sie Verluste eindämmen.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Blutsauger-SPD

21.11.2013, 11:36 Uhr

Auch wenn Volkswagen nicht direkt davon betroffen ist, aber Mindestlohn und andere Ideen der Blutsauger-SPD führt also zur Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.

Na bitte geht doch.

Ab mit den Arbeitsplätzen nach Asien. Denn wer heute noch SPD wählt, der sollte sich schon mal mit den Strukturen von H-IV vertraut machen. Es triff eben IMMER den Richtigen.

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