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21.10.2011

11:55 Uhr

Autoehe

Fiat und Chrysler in der Spur zum Happyend - oder?

VonFlorian Brückner, Sebastian Schaal

An der Autoehe zwischen Fiat und Chrysler scheiden sich die Geister: Erfolg oder Rohrkrepierer? Inzwischen glänzen die beiden Autobauer zwar mit guten Zahlen - aber hinter der Fassade kommen auch Zweifel auf.

Fiat-Chef Sergio Marchionne steht neben dem neuen Fiat Freemont - der in Wirklichkeit ein Dodge Journey ist. dapd

Fiat-Chef Sergio Marchionne steht neben dem neuen Fiat Freemont - der in Wirklichkeit ein Dodge Journey ist.

Wie Salz im Kaffee, wie ein totgeborenes Kind, wie ein Sterbender und ein Kranker oder wie ein Blinder, der einen Einäugigen stützt - als Fiat-Chef Sergio Marchionne den Einstieg des italienischen Autobauers bei Chrysler bekannt gab, war das Urteil skeptisch bis vernichtend. Zwei Jahre später sind viele Kritiker verstummt. Fiat schreibt schwarze Zahlen, Chrysler auch. Rote Zahlen? Insolvenz? Auf dem ersten Blick wie weggewischt.

Kommentar: It's the car, stupid!

Kommentar

It's the car, stupid!

Fiat und Chrysler haben viele Probleme gelöst. Nur das größte nicht: nämlich eine attraktive und breit aufgestellte Produktpalette aufzubauen. Genau da wird sich aber das Schicksal des Konzerns entscheiden. Ein Kommentar

So rechnen Analysten laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bei Chrysler mit einem Vorsteuergewinn für die zweite Jahreshälfte in Höhe von 864 Millionen Euro. Damit würde der einst in die Insolvenz gerutschte amerikanische Autobauer sogar noch besser abschneiden als die Konzernmutter Fiat, für deren eigene Autosparte mit einem Gewinn von 462 Millionen Euro gerechnet wird.

Und obwohl Marchionne kaum eine Gelegenheit auslässt, die sich verdüsternde Konjunkturlage heraufzubeschwören, hält Fiat an seiner Prognose fest: an einem Umsatz in Höhe von 58 Milliarden Euro und einem Bruttogewinn in Höhe von 2,1 Milliarden Euro. Fiat und Chrysler - ist das noch die Notgemeinschaft zweier Autobauer, bei dem der eine schlechte Autos, niedrige Absatzzahlen und hohe Schulden und der andere eine arg limitierte Produktpalette, strauchelnde Marken und eine unzureichende Vertretung auf den Weltmärkten aufwiesen? Ja und nein.

“Kaufmännisch gesehen, ist dieser Zusammenschluss überragend sinnvoll”, sagt Autoexperte Christoph Stürmer vom Marktforschungsinstitut IHS Global Insight im Gespräch mit Handelsblatt Online. “Beide Unternehmen sind gemeinsam stabiler und breiter aufgestellt als alleine.” Fiat ist stark bei Kleinwagen und kleinen Benzin- sowie Dieselmotoren sowie gut in Europa und Brasilien aufgestellt. Chrysler wiederum hat die großen Autos, Vans und Geländewagen im Portfolio, die Fiat vor der Fusion genauso fehlten wie eine gute Positionierung auf dem wichtigen amerikanischen Markt.

Schwieriger, so Stürmer, werde es deswegen eher, Synergien zu heben - gerade weil die beiden Autobauer so unterschiedlich aufgestellt seien. Wobei es im Unterschied zur einstigen Allianz Daimler-Chrysler eine große gemeinsame Klammer gibt: “Chrysler und Fiat sind beides Volumenmarkt”, wie Prana Tarthiharan Natarajan, Analyst bei Frost & Sullivan betont. Chrysler und Fiat passten weit besser zueinander als Daimler und Chrysler.

Kommentare (1)

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Pro-D

01.02.2012, 15:26 Uhr

Respekt, was die Fiat Manager da geschafft haben.

Mercedes hat bei Chrysler fast 80 mrd. versenkt und ist nur mit einer sehr blutigen Nase aus der Sacher heraus gekommen und die FIAT schafft es mit Erfolg die Amis an die Leine zu nehmen. Grundsätzlich war ich ja schon dabei, mir einen Mercedes zu kaufen. Aber wenn FIAT bei Chrysler so erfolgreich ist, werden sie auch wieder Autos bauen, die besser sind als Mercedes.

Hinzu kommt, dass FIAT einfach geil aussieht und hochkarätige Designer am Werk haben.

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