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08.01.2012

13:13 Uhr

Autohersteller

Audi will auf dem US-Markt groß angreifen

ExklusivAudi gibt bei seiner Expansion Vollgas. Nachdem die Ingolstädter auf den anderen Märkten zur Konkurrenz aufgeschlossen haben, ist das nächste große Ziel Amerika. Der Mutterkonzern VW kann mit guten US-Zahlen glänzen.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler: US-Markt im Blick. Reuters

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler: US-Markt im Blick.

DüsseldorfAudi-Chef Rupert Stadler hat sich für ein erstes US-Werk der VW-Nobeltochter bereits im Grundsatz entschieden. „Bei mir im Herzen und im Kopf ist die Entscheidung für ein Werk in Nordamerika  klar“, sagte Stadler vor Beginn der wichtigen US-Automesse in Detroit dem Handelsblatt (Montagausgabe). „Es ist keine Frage des Ob, sondern lediglich noch des Wann.“ Gründlichkeit gehe jedoch vor Schnelligkeit. „Unsere strategische Agenda steht. Und zentral ist dabei, dass Audi in Nordamerika beträchtlich wachsen wird – auch mit einer eigenen Produktionsstätte“, betonte der Vorstandschef.

Gemessen am Absatz hat Audi im abgelaufenen Jahr erstmals Mercedes überholt und ist zum zweitgrößten Premiumhersteller aufgerückt. Im Gegensatz zu BMW und Daimler ist Audi aber bisher nicht mit einer eigenen Fertigung in den USA präsent.

Audi will in den USA in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Der Ingolstädter Hersteller verkauft derzeit auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt aber noch deutlich weniger Autos als die deutsche Premiumkonkurrenz. Der Aufbau eines Standortes in Nordamerika lohnt sich nach früheren Aussagen ab einer Jahresproduktion von rund 150.000 Autos. Im abgelaufenen Jahr hat Audi seinen Absatz in den Vereinigten Staaten auf 117.000 Fahrzeuge gesteigert, spätestens 2018 sollen es bereits 200.000 sein.

Überlegungen im Management des Mutterkonzerns Volkswagen, Audi im neuen VW-Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee produzieren zu lassen, steht Stadler reserviert gegenüber: „Ich bin sicher, das Werk in Chattanooga erreicht auch ohne Audi eine gute Auslastung“, sagte er.

Audis Mutterkonzern Volkswagen kommt auf dem Weg an die Weltspitze auch in den USA mittlerweile gut voran. Der Konzern steigerte 2011 den Absatz im US-Markt nach Angaben vom Sonntag aus New York um mehr als 23 Prozent auf rund 444.200 Fahrzeuge. 2012 wird der Aufwärtstrend im wichtigsten Automarkt der Welt nach Einschätzung von VW-Managern kräftig weitergehen, weil das im Mai 2011 eingeweihte Werk in Chattanooga erstmals ein ganzes Jahr produzieren wird.

Nach Angaben von Werkschef Frank Fischer ist die Startphase der auf mindestens 150.000 Autos pro Jahr ausgelegten 700-Millionen-Euro-Fabrik weitgehend abgeschlossen. Das Werk baut eine extra für den US-Markt konstruierte Version des Mittelklassewagens Passat.

Der VW-Konzern mit Marken wie VW, Audi, Skoda und anderen will bis 2018 der größte Autohersteller der Welt werden und mehr als zehn Millionen Autos im Jahr verkaufen. 2010 waren es knapp über sieben Millionen. Marktkenner rechnen damit, dass der Wolfsburger Weltkonzern 2011 die Marke von acht Millionen überschritten hat. Genaue Zahlen werden vom Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn am Montag auf der Automesse in Detroit erwartet.

Mit dem 23-Prozent-Wachstum schnitt der VW-Konzern doppelt so gut ab wie der gesamte US-Automarkt, der um gut 10 Prozent auf 12,8 Millionen Stück zulegte. Allerdings liegt VW in den USA noch deutlich hinter dem großen Rivalen Toyota mit 1,6 Millionen. Auch die in Wolfsburg gefürchteten Koreaner sind in den USA stärker: Hyundai setzte 646.000 Stück ab, die Schwestermarke Kia 485.000.

Bei den Volkswagen-Konzernmarken lag die Marke VW 2011 mit einem Zuwachs von 26 Prozent auf 324.000 vor Audi (plus 16 Prozent auf 118.000) und Bentley (plus 31 auf 1.900). Im Jahr 2012 könnte der Gesamtabsatz mit der neuen Fabrik auf über 550.000 Stück steigen.

Der im September eingeführte US-Passat kommt nach VW-Angaben gut bei den Kunden an. Fabrikneue Fahrzeuge stünden nur wenige Tage bei den Händlern, sagte ein Manager. Medienberichte über ein eigenes VW-SUV-Modell für den US-Markt wollten Fischer und andere VW-Manager nicht kommentieren. VW-Amerika-Chef Jonathan Browning sieht nach früheren Angaben Raum für einen großen Geländewagen, der aber billiger als der in Europa produzierte Touareg sein müsse.

 

Kommentare (2)

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Denker

08.01.2012, 14:09 Uhr

Nur Geschwätz:
Der Aufbau eines Standortes in Nordamerika lohnt sich nach früheren Aussagen ab einer Jahresproduktion von rund 150.000 Autos.

Der deutsche Standort muss gestärkt werden wenn VW eine deutsche Firma ist. Wenn es so weitergeht muss jeder der versteht was in Deutschland passiert sich überlegen ob er sich nicht aktiv gegen diese Dummheit alles outzusourcen verteidigt. Man unterschätzt die Bedeutung des Know-How-Transfers der durch das Outsourcing passiert.

Verteidiger

09.01.2012, 03:12 Uhr

Wulff wolte man dafür steinigen, daß er dem Blöd_chef mit Krieg gedroht hat.
Ich kann nicht erkennen, daß "groß angreifen" eine bessere Wortwahl darstellt.
Kann es sein, daß mit zweierlei Maß gemessen wird?

Und nun zu den Fakten:
Ein Artikel an gleicher Stelle wurde ja vor einigen Tagen von den Lesern kräfitg auseinander genommen, weil man die Sitaution der dt. Autobauer in den USA übertrieben und vor allem unzutreffend positiv dargestellt hat.
Tatsächlich reden wir ja von einem Marktanteil aller dt. Autos von rund 7%. Tja, wer auf diesem Niveau herumkrebst muß sich kräftig anstrengen um überhaupt wahrgenommen zu werden. Da bedarf es großer Anstrengungen. Ob die erfolgreich sind, wir man dann in einem Jahr sehen. Alles andere ist Wahrsagerei und Schönfärberei. Damit ist niemanden geholfen. Die dt. Firmen müssen nicht in der dt. Jubelpresse (Strichwort Testfahrzeuge,Presserabatt) reüssieren, sondern in Amerika.

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