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21.06.2012

14:51 Uhr

Autohersteller

Peugeot und BMW zweifeln an Hybrid-Allianz

PSA Peugeot Citroen und BMW werden bei der Entwicklung von Hybrid-Technologie womöglich doch getrennte Wege gehen. Die Allianz von Peugeot und GM passt den Münchnern offenbar nicht.

Eine Besucherin betrachtet das Hybrid-Fahrzeug BMW i8 plug-in. Reuters

Eine Besucherin betrachtet das Hybrid-Fahrzeug BMW i8 plug-in.

StuttgartDer Autohersteller BMW und sein französischer Partner PSA Peugeot Citroen überdenken ihre Kooperation bei der Entwicklung und Produktion von Komponenten für Hybridautos. „Wir überprüfen die Auswirkungen unserer Allianz mit GM auf das Gemeinschaftsunternehmen“, sagte ein PSA-Sprecher am Donnerstag. „Es ist klar, dass die Allianz die Bedingungen unserer Partnerschaft verändert.“

Ein BMW-Sprecher bestätigte entsprechende Überlegungen: „Wir untersuchen gemeinsam, wie das Unternehmen weiterhin seine Aufgaben übernehmen kann.“ BMW halte an dem Gemeinschaftsunternehmen für Fahrzeuge mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsantrieb fest. Durch die veränderten Eigentümerstrukturen bei PSA hätten sich jedoch die Bedingungen für die Partnerschaft geändert.

Einem am Donnerstag im Internet veröffentlichten Bericht der französischen Zeitung „La Tribune“ zufolge will BMW die Anteile von PSA an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen, das früheren Angaben zufolge ab 2015 Hybrid-Komponenten produzieren sollte. BMW stoße der Schulterschluss von PSA und GM auf, zudem bestünden Bedenken über die finanzielle Stabilität der Franzosen, heißt es in dem Bericht.

Allianzen der Autobauer

Daimler/ Chrysler

In der Vergangenheit hatte vor allem die Achterbahnfahrt von Daimler und Chrysler lange für Schlagzeilen gesorgt. 1998 gaben die Daimler-Benz AG und Chrysler Corporation die Fusion zur DaimlerChrysler AG bekannt. Der damalige Daimler-Chef Jürgen Schrempp übernahm Chrysler für knapp 40 Milliarden Dollar. Doch das US-Unternehmen entpuppte sich als milliardenschwerer Sanierungsfall. 2007 wurde das Ende der Allianz besiegelt. Chrysler wird nun vom italienischen Autobauer Fiat kontrolliert.

BMW/ Rover

Auch BMW musste für die Übernahme der britischen Rover Lehrgeld zahlen. Der damalige Vorstandschef Bernd Pischetsrieder fädelte 1994 die Fusion ein. BMW zahlte zwei Milliarden DM und steckte erhebliche Summen in die Entwicklung neuer Modelle. Als diese sich nicht verkaufen ließen, stieg BMW 2000 wieder aus.

Renault/ Nissan

Segensreich für beide Partner war dagegen die Liaison des Renault-Konzerns mit dem japanischen Autobauer Nissan. 1999 wurde die französische Nummer zwei größter Anteilseigner bei Nissan und machte aus dem angeschlagenen Hersteller ein ertragreiches Unternehmen.

Renault-Nissan/ Daimler

Renault-Nissan verbündete sich 2010 zudem mit Daimler. Renault und Nissan halten 3,1 Prozent an Daimler und die Schwaben wiederum halten 3,1 Prozent an Renault und 3,1 Prozent an Nissan. Die zwei Seiten versorgen sich gegenseitig mit Antrieben und Antriebsteilen.

Volkswagen/ Porsche

Volkswagen konnte erst nach einem erbitterten Übernahme- Machtkampf mit Porsche das Rennen für sich entscheiden. Zwar ist eine geplante Fusion wegen milliardenschwerer Schadensersatzklagen geplatzt. VW will aber nun die Porsche AG - in der das Autogeschäft gebündelt ist - schrittweise übernehmen. Derzeit hält VW 49,9 Prozent Volkswagen baut sein Imperium mit Milliardeninvestitionen massiv aus.

Volkswagen/ Suzuki

Im Dezember 2009 beteiligte sich der VW-Konzern für 1,7 Milliarden Euro mit knapp 20 Prozent an Japans viertgrößtem Autobauer Suzuki. Mittlerweiler gibt es allerdings reichlich Ärger. Suzuki Motor will seine Kooperation mit Volkswagen nach Vorwürfen des gegenseitigen Vertragsbruchs beenden und den eigenen Anteil von rund 20 Prozent von VW zurückkaufen. Doch die Deutschen stellen sich quer. Im November haben die Japaner deswegen ein Schiedsgericht angerufen.

BMW und PSA arbeiten bereits seit Jahren zusammen, unter anderem bei Vier-Zylinder-Verbrennungsmotoren. Darauf habe der Schulterschluss der Franzosen mit dem US-Autobauer GM keine Auswirkungen, sagte der BMW-Sprecher. Auch an der Partnerschaft mit PSA bei Hybridantrieb-Komponenten hatten die Münchener bisher keine Zweifel aufkommen lassen: Anfang März hatte BMW verlauten lassen, es seien keine Auswirkungen auf die Hybrid-Kooperation zu erwarten.

GM und PSA hatten wenige Tage zuvor vereinbart, künftig bei Einkauf, Fahrzeug-Plattformen und Technologien für Mittelklasse-Fahrzeuge und Kleinwagen zusammenzuarbeiten. Das erste Auto auf Basis einer gemeinsamen Architektur soll 2016 von den Bändern rollen. Mit GM hatte BMW im Frühjahr zudem über eine Kooperation bei Brennstoffzellen gesprochen, die emissionsfrei Strom aus Wasserstoff für Elektroautos liefern können.

Von

rtr

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