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21.10.2011

10:13 Uhr

Autohersteller

Saab - Streitereien, Vorwürfe und Chinesen

Das Schicksal von Saab wird immer grotesker. Nachdem die einstigen chinesischen Retter den Autobauer nun lieber übernehmen wollen, haben sich jetzt der Insolvenzverwalter und der bisherige Saab-Chef zerstritten.

Saab-Chef Victor Muller steht das Wasser bis zum Hals - aber er gibt nicht auf. dapd

Saab-Chef Victor Muller steht das Wasser bis zum Hals - aber er gibt nicht auf.

StockholmDer Saab-Eigner Swedish Automobile hat ein Angebot für die vollständige Übernahme der schwedischen Traditionsmarke aus China abgelehnt. Die beiden Unternehmen Zhejiang Youngman Lotus und Pangda hätten die Offerte für den angeschlagenen skandinavischen Autobauer abgegeben, sagte der Vorsitzende von Swedish Automobile, Victor Muller, in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Über die Höhe des Angebots machte Muller keine Angaben.

Im Juni hatte Muller mit Youngman und Pangda vereinbart, dass die beiden chinesischen Unternehmen für 245 Millionen Euro zusammengenommen 53,9 Prozent von Swedish Automobiles übernehmen. Die Vereinbarung muss allerdings noch von den Behörden in China und Europa genehmigt werden.

Zudem war in der vergangenen Woche bekanntgeworden, dass Youngman Saab einen Überbrückungskredit über 70 Millionen Euro gewährt. Er werde zum Teil dazu genutzt, die Oktobergehälter zu zahlen, teilte Saab mit.

Saab hat schon länger mit finanziellen Problemen zu kämpfen. dpa

Saab hat schon länger mit finanziellen Problemen zu kämpfen.

Als ob Muller mit den Chinesen nicht schon genug zu tun hätte, ist nun auch noch zwischen ihm und dem gerichtlich bestellten Zwangsverwalter ein heftiger Streit ausgebrochen. Wie Stockholmer Medien am Freitag übereinstimmend berichteten, will Konzernchef Victor Muller den bisherigen Zwangsverwalter Guy Lofalk auswechseln lassen, weil dieser „hinter dem Rücken“ des Managements gehandelt habe.

Lofalk seinerseits bestätigte in der Zeitung „Dagens Industri“, dass er den Abbruch des derzeitigen Sanierungsverfahrens für Saab sowie Gläubigerschutz beantragt habe. Grund sei das Ausbleiben der von zwei chinesischen Unternehmen angekündigten Soforthilfe über 640 Millionen Kronen (70 Mio. Euro).

Muller hatte dazu am Vortag verbreitet, dass er spätestens bis Anfang nächster Woche denselben Betrag von der US -Finanzgesellschaft North Street Capital erwarte. Sollte das zuständige Gericht das Sanierungsverfahren abbrechen, gilt die Insolvenz für den hoch verschuldeten Autohersteller im westschwedischen Trollhättan mit 3500 Beschäftigten als unausweichlich.

Bei Saab sind seit einem halben Jahr wegen Geldmangels keine Autos mehr vom Band gelaufen.

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