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15.09.2011

15:32 Uhr

Autoindustrie

City-Flitzer werden zur Zukunftshoffnung

VonTino Andresen

Sie sind klein, sie sind stylish und mit ihrem Elektromotor auch noch umweltfreundlich: Die Stadtautos sollen das Automobil in die Zukunft retten. Jetzt haben auch die deutschen Hersteller dieses Segment entdeckt.

Präsentation des E-Smarts auf der IAA. picture alliance

Präsentation des E-Smarts auf der IAA.

Egal von welcher Seite sich Besucher dem Stand von Smart nähern, auf eines werden sie gleich mit der Nase gestoßen: Den elektrisch angetriebenen Zweisitzer können Messegäste Probe fahren und von Mitte kommenden Jahres an kann ihn jeder beim Händler kaufen – für 16.000 Euro netto. Zusätzlich muss er die Batterie für 60 Euro im Monat mieten.

Ein großer Monitor an der Wand erinnert an ein überdimensioniertes iPad. Direkt daneben thront ein Smart, der wie eine Discokugel mit silberfarbenen Plättchen besetzt ist. Überall können sich Interessierte mit Hilfe von Touchpads informieren. Der gesamte Messeauftritt kommt auffallend multimedial sowie betont stylish daher – und macht klar, welche Klientel Daimlers Kleinwagentochter ansprechen will: junge Menschen.

Ein neuer Trend elektrisiert die Autobranche: der Stadtwagen. Klein soll er sein, mit modernem Design und möglichst mit umweltfreundlichem Elektroantrieb. Und das wichtigste: Er ist im einzigen Marktsegment, das noch überdurchschnittlich zulegt. Laut einer Studie der Strategieberatung Roland Berger verdoppelt sich der jährliche Absatz von Kleinst- und Kleinwagen von 2010 bis 2025 und wächst damit fast zweimal stärker als der Gesamtmarkt. Philipp Grosse Kleimann, Partner und Auto-Spezialist bei Roland Berger: „Kleine Autos stehen nicht mehr für Verzicht – weder bei der Ausstattung, noch beim Fahrerlebnis, noch bei der Sicherheit.“ Die Frage ist für den Berater deshalb nicht, ob auch die Premiumautobauer in den unteren Segmenten aktiv werden, „sondern wie und wann sie das machen“.

Für Daimler ist die Richtung klar: Natürlich zeigt Smart auf dem Stand auch konventionell betriebene Autos und vom Veredler Brabus getunte Modelle. Getrommelt wird aber vor allem für die dritte Generation des E-Smarts, die erste, die in die Massenherstellung geht. Die Stuttgarter preisen sie als nichts Geringeres an als „The perfect electric car“ – das perfekte Elektroauto.

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Die Frischzellenkur kommt Daimler wie gerufen, hat der Konzern den 2,70 Meter kurzen Stadtwagen doch schon seit 1998 im Angebot. „Wir sind Pionier urbaner Mobilität und haben hierfür den Trend bereits vor 13 Jahren gesetzt“, sagt Smart-Chefin Annette Winkler im Gespräch mit Handelsblatt Online. Das stimmt zumindest mit Blick auf die deutschen Rivalen. Was Annette Winkler nicht erwähnt, ist, dass Volkswagen mit dem Kleinstwagen Up, der noch dieses Jahr in den Verkauf geht, und BMW mit dem i3, der von 2013 an zu haben ist, wesentlich frischer daher kommen. Doch der wunde Punkt ist ihr durchaus bewusst, das lässt sich erahnen, wenn sie beschwört: „Der Smart ist immer noch ein junges, attraktives Auto.“

Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, sagt: „Der Smart hat als Zweisitzer immer noch eine Sonderstellung, er braucht aber dringend neue Impulse, wie etwa den Elektroantrieb.“ Damit sei der Kleinstwagen der deutschen Konkurrenz zunächst wieder einen Schritt voraus.

Fest steht jedenfalls: Der Smart ist auf der Straße unterwegs, während der i3 bisher noch ein Konzeptfahrzeug ist. Einen Seitenhieb auf den Münchener Rivalen kann sich Annette Winkler angesichts des knapp 40.000 Euro teuren, teils aus Karbon gefertigten Autos nicht verkneifen: „Wir haben bei Smart schon immer Leichtbau gemacht, etwa mit unseren Kunststoff-Bodypanels, und das so, dass er bezahlbar ist.“

Kommentare (1)

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Lutz

15.09.2011, 16:54 Uhr

Dann werden unsere Städte hoffentlich ruhiger.

Lärm ist auch eine Umweltbelastung.




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