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07.01.2009

13:49 Uhr

Autoindustrie

Daimler baut Lkw-Produktion massiv aus

Trotz der derzeitigen Wirtschaftsflaute will der Automobilkonzern Daimler seine Lkw-Produktion in Schwellenländern erheblich steigern. Der Autobauer beteiligt sich an Joint-Ventures in China und Russland und baut Werke in Mexiko. In den USA rudert das Unternehmen dagegen zurück.

Daimlers Saubermänner: im Lkw-Geschäft ist der Konzern weltweit führend. Foto: ap. ap

Daimlers Saubermänner: im Lkw-Geschäft ist der Konzern weltweit führend. Foto: ap.

HB DÜSSELDORF. Das chinesische Gemeinschaftsunternehmen soll im August stehen. Daimlers Joint-Venture mit Beiqi Foton soll den derzeitigen Planungen zufolge ab 2012 jährlich 100 000 Lastwagen bauen, sagte eine Konzernsprecherin. Zum Vergleich: Im dritten Quartal des vergangenen Jahres hat die gesamte Lkw-Sparte von Daimler mit den Marken Mercedes-Benz, Mitsubishi Fuso sowie den US-Töchtern Freightliner, Sterling Trucks und Western Star rund 126 000 Fahrzeuge produziert.

Durch das chinesische Joint-Venture, an dem beide Partner jeweils 50 Prozent halten, erwartet sich der weltweit führende Lkw-Hersteller auch einen besseren Zugang zum Händlernetz in China. Das Gemeinschaftsunternehmen, das den Namen „Beijing Foton Daimler Automotive Company Ltd“ bekommen soll, zielt aber auch auf den internationalen Markt. Dafür nehmen die Stuttgarter nach Angaben aus China umgerechnet 300 Mio. Euro in die Hand, die Chinesen steuern 400 Mio. Euro bei. Noch steht das Okay der chinesischen Regierung aus.

Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler hatte vor kurzem betont, dass er in den sogenannten BRIC-Staaten weiteres Wachstum erwarte. Mit der Abkürzung BRIC sind Brasilien, Russland, Indien und China gemeint. Eine ähnliche Strategie wie in China verfolgt Daimler deshalb auch auf dem russischen Markt. Dort waren die Schwaben noch kurz vor Weihnachten beim russischen Marktführer Kamaz eingestiegen, wenngleich die Beteiligung mit zehn Prozent geringer ausfiel als ursprünglich angedacht. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise war nach Unternehmensangaben ein „vorsichtiger Markteintritt gewählt“ worden. Dennoch bedeutet die Zusammenarbeit unter anderem mit Hinblick auf die Importzölle bei der Einfuhr von Lkws nach Russland einen strategischen Vorteil.

Während Daimler in den Schwellenländern aufstockt, baut der Konzern im weltgrößten Industriestaat USA eher ab. Die Marke Sterling soll ab März eingestellt werden. Ein Fünftel der Lkw-Produktion in Nordamerika fällt dadurch weg. Neben der Schließung von Standorten wird die Produktion zum Teil nach Mexiko verlagert. Auch für das neue Spitzenmodell der Marke Freightliner wird eine Fertigung im südlichen Nachbarland aufgebaut.

In den ersten neun Monaten 2008 hatte Daimler 353 000 Lastwagen verkauft. Im Gesamtjahr wollte der Konzern die 468 000 Stück aus 2007 toppen. Endgültige Zahlen liegen jedoch noch nicht vor.

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