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03.08.2014

15:46 Uhr

Autoindustrie

Daimler-Chef beklagt Rabattschlacht

Hohe Preisnachlässe lassen Daimler-Chef Dieter Zetsche zweifeln, ob die Marktführerschaft in Deutschland attraktiv ist. Der Mercedes-Hersteller wolle Rabatte zurückführen. Sanktionen gegen Russland unterstützt Zetsche.

Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Es gilt ganz klar das Primat der Politik“, sagt der Manager über Russland-Sanktionen. dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Es gilt ganz klar das Primat der Politik“, sagt der Manager über Russland-Sanktionen.

FrankfurtDer Autobauer Daimler bekommt die Auswirkungen der Sanktionen des Westens gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise zu spüren. „Im ersten Halbjahr haben wir noch 20 Prozent plus im Russland-Geschäft gemacht, jetzt geht das Momentum nach unten“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche der „Bild am Sonntag“. „Die russische Wirtschaft war schon vor der Krise in einer schwierigen Phase und ist jetzt weiter beeinträchtigt. Das wirkt sich auf den russischen Pkw-Markt aus und damit auch auf Daimler.“

Dennoch steht Zetsche schärferen Sanktionen gegen Russland - für den Stuttgarter Autohersteller noch ein kleiner aber nicht unwichtiger Markt - nicht ablehnend gegenüber: „Es gilt ganz klar das Primat der Politik. Die Wirtschaft hat sich auf die Bedingungen einzustellen, die die Politik setzt – unabhängig von den direkten Konsequenzen“, sagte der Manager.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Daimler fährt seit 2013 eine Modelloffensive. Vor allem die neue S-Klasse, die rentabelste Mercedes-Nobellimousine, und die aufgehübschte E-Klasse spülen Geld in die Kasse. So kletterte im zweiten Quartal der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft um zwölf Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz legte um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro zu. Im ersten Halbjahr lieferte die Marke mit dem Stern 808.000 Autos aus, soviel wie nie zuvor. Bis 2020 will sich der jahrzehntelang unangefochtene Premium-Marktführer wieder vor BMW und Audi schieben. „Außerhalb Chinas verkaufen wir deutlich mehr Autos als Audi und fast so viele wie BMW“, sagte Zetsche. „Es hängt also davon ab, wie schnell wir in China aufholen.“

Am härtesten umkämpft ist nach Ansicht Zetsches aber der deutsche Markt. „Da fragen wir uns manchmal, ob die Krone des Marktführers in der Heimat wirklich jeden Preis wert ist.“ Der Konzern-Chef machte deutlich, dass Daimler die Listenpreise für einen Neuwagen halten und die Rabatte zurückfahren wolle. „Ein Mercedes muss die Kunden so begeistern, dass sie bereit sind, dafür einen höheren Preis zu bezahlen.“

Unterdessen nehmen laut „Focus“ die Preisnachlässe beim Kauf eines neuen Autos zu, obwohl in Deutschland in diesem Jahr bislang 2,4 Prozent mehr Neuwagen an den Kunden gebracht wurden als im Vorjahr. Immer mehr Hersteller oder Vermieter ließen Fahrzeuge auf eigenen Namen zu, um dann hohe Preisnachlässe zu gewähren, berichtete das Magazin unter Berufung auf das CAR-Center der Universität Duisburg-Essen. Das Geschäftsmodell umfasse im ersten Halbjahr 40 Prozent aller Zulassungen, vor vier Jahren habe der Anteil der Eigenzulassungen noch bei 36 Prozent gelegen. Die Hersteller gewährten zudem selbst auf komplett neue Wagen hohe Rabatte. So sei etwa ein Fiat Punto derzeit für 36 Prozent unter dem Listenpreis erhältlich, schrieb das Magazin.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

04.08.2014, 09:08 Uhr

Er wagt zu klagen? Die Rabatte sind viel zu niedrig. Es scheint den Firmen nur noch darum zu gehen: Wer hat die meisten Rückrufaktionen? Dafür soll der Kunde auch noch zahlen? Wann tritt der Gewissenlose endlich zurück und zahlt persönlich für seine Fehler?

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